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Runder Tisch will Integrationsangebote für Flüchtlinge in Espenhain bündeln

Integration Runder Tisch will Integrationsangebote für Flüchtlinge in Espenhain bündeln

In Espenhain leben derzeit rund 45 Flüchtlinge in Wohnungen zweier Blöcke. Nun hat sich auf Initiative von Kirchgemeinde, Stadtverwaltung und Ortschaftsrat ein runder Tisch Integration zusammengefunden. Das Netzwerk will vorhandene Unterstützungsangebote für Asylbewerber bündeln und neue ins Leben rufen.

In diesem Wohnblock in Espenhain leben fast alle der Asylbewerber im Ort.

Quelle: André Neumann

Rötha/Espenhain. In Espenhain leben derzeit rund 45 Flüchtlinge in Wohnungen zweier Blöcke. Jetzt hat sich auf Initiative von Kirchgemeinde, Stadtverwaltung und Ortschaftsrat ein runder Tisch Integration zusammengefunden. Das Netzwerk will vorhandene Unterstützungsangebote für Asylbewerber bündeln und neue ins Leben rufen.

So lange Flüchtlinge in Espenhain leben, so lange gibt es in und um Espenhain Menschen, die sich um deren Integration bemühen. Ein Freundeskreis um Café-Betreiberin Ulrike Schröer und Schullandheim-Geschäftsführerin Anita Hertel holte sie zum Sport nach Dreiskau-Muckern. Jürgen Hermann gibt seit zwölf Wochen Deutschunterricht. Christina Herbach und ihr Mann Hans-Jürgen vom örtlichen Kleingartenverein Bergmanns Erholung haben es sogar bis in die offizielle Broschüre des sächsischen Integrationspreises 2015 geschafft. In ihrem Verein haben in Espenhain lebende Flüchtlinge einen Garten gepachtet, sie und andere Kleingärtner unterstützen die Nordafrikaner bei der Bewirtschaftung. Dabei blieb es nicht. Immer häufiger kamen die Flüchtlinge zu „Oma und Opa Herbach“, wenn sie zum Beispiel Formulare ausfüllen mussten, die sie nicht lesen konnten. Mittlerweile hat die rührige Frau schon zwei Asylbewerbern eine Arbeitsstelle vermittelt.

Stephan Vorwergk, Pfarrer der Kirchgemeinde Mölbis, zu der auch Espenhain gehört, freute sich am Mittwochabend, dass auch Frauen und Männer der Einladung gefolgt waren, die sich selbst in die Hilfe für Flüchtlinge einbringen wollen. Sei es mit Patenschaften für einzelne Familien oder etwa mit einer Gruppe speziell für Frauen und Kinder. Die Basis dafür schafft die Stadtverwaltung Rötha mit einer Wohnung. Die hat Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos) in dem Wohnblock angemietet, in dem die allermeisten der Flüchtlinge in Espenhain wohnen. Hier können Gruppentreffen und Beschäftigungsrunden angesiedelt werden, vor allem soll aber auch die hauptamtliche Flüchtlingsbetreuung die Wohnung nutzen.

Friederike Bensien von der Caritas, die im Auftrag des Landkreises Leipzig für die Betreuung der Flüchtlinge in Espenhain und neun weiteren Orten zuständig ist, nahm das Angebot dankbar an. Sie wies darauf hin, dass behördliche Angelegenheiten, die das Asylverfahren unmittelbar betreffen, in den Händen der hauptamtlichen Flüchtlingsbetreuung bleiben sollten, betonte darüber hinaus aber die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Arbeit.

Wobei die Situation in Espenhain sich gerade im Umbruch befinde, erläuterte Bensien. Die meisten seien seit einem Jahr und mehr hier und erhalten jetzt ihren Aufenthaltsstatus. Sobald sie den haben, verlieren sie das Anrecht auf die vom Sozialamt zur Verfügung gestellten Wohnungen, sie müssen sich nach Wohnungen umsehen, beim Jobcenter melden und um Arbeit kümmern. Für diesen Übergang werden Hilfe und Begleitung benötigt, „Patenschaften vielleicht für einen Monat, um die Familien an die Hand zunehmen“, sagte sie.

Eine weitere Anregung von Friedrike Bensien hieß: Es sollte auch geschaut werden, was die Asylbewerber für den Ort tun könnten. Dies könnte auch ein Ansatz für mehr Motivation zum Erlernen der deutschen Sprache sein. Nicht nur Jürgen Hermann hat bei seinem Unterricht nämlich die Beobachtung gemacht: „Von den 45 kommen immer nur drei bis acht.“ Und Frauen meist gar nicht. Das deckt sich mit den Beobachtungen von Hausmeister Jürgen Koar. Die Flüchtlingsfrauen kämen fast nicht aus den Wohnungen. Jürgen Koar saß zwar nicht mit im Treffen der Arbeitsgruppe, doch er leistet beruflich gewissermaßen täglich Integrationshilfe für die Asylbewerber, mit denen er wie er sagt, keinerlei Probleme habe. Anfangs, erinnert er sich, habe er für die neuen Bewohner reihenweise Fahrräder repariert. Denn die, die sie geschenkt bekamen, waren oft nicht fahrtüchtig.

Von André Neumann

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