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Borna Sachsenforst sucht Lehrlinge: Forstwirte werden gebraucht
Region Borna Sachsenforst sucht Lehrlinge: Forstwirte werden gebraucht
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20:00 08.02.2018
Im ersten Lehrjahr lernen die Forst-Azubis den Umgang mit der Kettensäge kennen. Quelle: Sachsenforst
Colditz

Die enormen Schäden, die der Orkan Friederike in den Wäldern der Leipziger Region angerichtet hat, unterstreichen den Wert einer kontinuierlichen Ausbildung des forstlichen Nachwuchses. „Wir brauchen hoch qualifiziertes und motiviertes Personal in den eigenen Reihen und in den privaten Forstunternehmen“, sagt Andreas Schwientek, Ausbilder in der Sachsenforst-Lehrstätte Colditz.

Die liegt unmittelbar am Rand des Colditzer Forstes, der mindestens sachsenweit zu den am schwersten Sturm geschädigten zu zählen ist. Drei Ausbilder kümmern sich um 13 Lehrlinge in drei Lehrjahren: „Die haben jetzt die Chance, im Wurfholz wichtige Erfahrungen zu sammeln.“ Mit Motorsägen rückten sie aus, um an Straßen für die Verkehrssicherheit zu sorgen und um Waldwege freizuschneiden, damit die Maschinen zur Aufarbeitung des Windbruchs überhaupt in die Wälder hineinkommen.

Sachsen will Ausbildungsstellen halbieren

Vor allem auf die vier jungen Männer, die im Sommer 2017 in Colditz ihre Ausbildung kommen, ist Schwientek stolz: „Die Kerle haben sich prächtig entwickelt, sind aufgeweckt, wissbegierig. Die musst du eher bremsen als du sie schieben musst.“

Nach dem Willen der Landespolitik sollten diese Vier die letzten sein, die Colditz aufnimmt. Sachsenweit sollte die Zahl der neuen Ausbildungsplätze von 40 auf 20 halbiert, drei Lehrstätten geschlossen werden. Der CDU-Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch gehörte bereits in den Wochen vor dem Orkan zu jenen, die auf eine Korrektur drängten – mit dem Ergebnis, dass unverändert 40 Stellen im Haushalt eingeplant werden sollen.

Waldarbeit bleibt voller Herausforderungen

„Es werden Profis der Waldarbeit gebraucht, wie man nicht nur aktuell bei der Sturmholz-Aufarbeitung und der sich daran anschließenden Wiederaufforstung deutlich bemerkt“, bestätigt Andreas Padberg, der den Forstbezirk Leipzig leitet. In diesem Jahr stelle der Forstbezirk fünf neue Forstwirt-Lehrlinge ein. Die Bewerbungsfrist ende am 14. Februar: „Bewerbungen sind noch möglich. Diese Chance sollte genutzt werden.“

Lehrlinge sind begeistert

Nils Andrä aus Colditz hat sie genutzt. Der 17-Jährige befindet sich mit den drei anderen des ersten Lehrjahrs in den Tagen nach dem Orkan zu einem Kettensägen-Lehrgang: „Der Technik-Einsatz im Wald begeistert mich. Ein Praktikum gab den Ausschlag, mich zu bewerben.“ Die Bewährungssituation nach dem Orkan sei eine Herausforderung, sagt Moritz Weißhäupl (17), ebenfalls aus Colditz, die Ausbildung insgesamt breit gefächert. Bei Florian Tesch (16) aus Döbeln war das Vorbild der Eltern, beide im Landschafts- und Gartenbau tätig, prägend. „Ich wollte immer raus. Büro ist nichts für mich“, begründete Richard Borrmann aus Brandis (29) seine Berufswahl, die er nach dem Abitur traf. Möglich, dass er an die Ausbildung ein Studium anschließt.

Bewerbungen an Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig, Heilemannstraße 1, 04277 Leipzig, Leipzig.Poststelle@msul.sachsen.de. Informationen unter www.smul.sachsen.de/bildung/314.htm.

Von Ekkehard Schulreich

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