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Sachsens Ministerpräsident: „Mit der Umsiedlung kein Spiel treiben“

Kretschmer besucht Tagebau Sachsens Ministerpräsident: „Mit der Umsiedlung kein Spiel treiben“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) war Montagnachmittag zu Besuch bei der Mibrag am Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Er machte keinen Hehl daraus, dass er zur Energiewende steht, aber nichts von einem abrupten Ende für die Braunkohle hält.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (vorn) bei der Mibrag am Tagebau Vereinigtes Schleenhain, hier mit Tagebauleiter Thorsten Wenke (M.).

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch/Pödelwitz. Ein kleines Stück Zeitreise im Leipziger Südraum hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Montagnachmittag unternommen. Dem Blick auf die Seenlandschaft bei Großpösna folgte ein Besuch am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain beim Groitzscher Ortsteil Pödelwitz. Aus diesem Abbaufeld soll später der Pereser See entstehen.

Besuch des Sächsischen Ministerpräsidenten bei der MIBRAG am Tagebau Vereinigtes Schleenhain

Besuch des Sächsischen Ministerpräsidenten bei der MIBRAG am Tagebau Vereinigtes Schleenhain.

Quelle: Jens Paul Taubert

Gastgeber für Kretschmer war hier die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag). Armin Eichholz, Vorsitzender der Geschäftsführung, stellte das Unternehmen vor. „Bei uns arbeiten rund 2600 Mitarbeiter. Unser Beitrag für die direkte regionale Wertschöpfung beträgt etwa 400 Millionen Euro.“

Tagebauleiter Thorsten Wenke sagte, dass 1,6 Millionen Tonnen Braunkohle aus dem Abbaufeld Peres geholt werden sollen. Der Abraum werde zunächst südlich, hinter der neuen Bundesstraße 176, abgelagert, später dann am Rand des Feldes. Komplett aufgefüllt werde es jedoch nicht – ein neuer, weiterer See ist geplant. In das dritte Abbaufeld „Groitzscher Dreieck“ wolle die Mibrag 2028 einsteigen.

Blick in den Tagebau Vereinigtes Schleenhain

Blick in den Tagebau Vereinigtes Schleenhain.

Quelle: Jens Paul Taubert

Ministerpräsident Kretschmer machte keinen Hehl daraus, dass er zur Energiewende steht, aber nichts von einem abrupten Ende für die Braunkohle hält. „Natürlich ist ihre Gewinnung Landschaftsverbrauch, doch unsere Energieversorgung muss auch gesichert werden“, sagte er der LVZ. Direkt auf das benachbarte Dorf Pödelwitz angesprochen, unter dem auch Kohle liegt, hält er „einen ehrlichen Blick für notwendig“.

Er kenne das Problem aus seiner sorbischen Heimat. „Da wurden Orte abgesiedelt. Zehn, 20 Jahre wurde dort nichts mehr gemacht. Und dann soll das Dorf doch stehenbleiben. Man darf mit der Umsiedlung kein Spiel treiben.“

Er habe dort viele Gespräche geführt und viele Menschen fassungslos erlebt, weil die Umsiedlung doch nicht gekommen ist. „Es ist wichtig für den Strukturwandel, dass wir bis 2040 Zeit haben.“ Bis dahin läuft der Rahmenbetriebsplan für den hiesigen Tagebau. Und Mibrag-Chef Eichholz sprach davon, dass Mitte dieses Jahrhunderts die Braunkohle an ihr natürliches Ende komme.

„Auch in Mitteldeutschland sind die erschlossenen Lagerstätten in den 2040er-Jahren erschöpft, und ich sehe bis dahin keine vernünftige Alternative für die heimische Braunkohle.“ Pödelwitz selbst erwähnte er nicht. Aktuell gibt es keine Freigabe für eine Abbaggerung; ein Antrag werde wohl frühestens Ende 2019 gestellt, war einmal genannt worden.

Anschließend begab sich Kretschmer in die Tagesanlagen des Unternehmens. Beim Gespräch mit den Bergleuten waren die Medien nicht zugelassen. „Damit es für mich nicht so hart wird“, scherzte er. Zuvor gab er noch dem Betriebsratsvorsitzenden Volker Jahr die Hand.

Er habe ein gutes Verhältnis zu Arbeiterführern, erklärte der Ministerpräsident. „Wenn überall die Preise steigen, müssen langsam mal die Löhne steigen. Wenn es den Unternehmen gut geht, müssen auch die Arbeitnehmer etwas davon haben.“

Von Olaf Krenz

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