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Sachsens Schätze liegen unter dem Acker

Museum der Stadt Borna Sachsens Schätze liegen unter dem Acker

Landwirtschaftliche Nutzflächen in Sachsen verbergen was in ihnen stecken kann: Historische Funde, die zurückreichen bis in die Steinzeit. Die Wanderausstellung „Sachsens Geschichte unterm Acker“ gastiert bis 20. November im Museum in Borna.

Ausstellungseröffnung in Borna.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Zu einer spannenden Reise unter die Erdoberfläche von Sachsens Äckern lädt seit Mittwoch das Stadtmuseum Borna. Bis zum 20. November wird dort die Wanderausstellung „Sachsens Geschichte unterm Acker“ gezeigt. „Sachsens Erdreich ist voll von archäologischen Denkmälern“, sagt Thomas Westphalen vom Landesamt für Archäologie Sachsen. „Die ältesten Funde stammen aus der Zeit 250 000 vor Christus“, erläutert Thomas Freitag vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bei der Ausstellungseröffnung.

„Im Gegensatz dazu gibt es erst seit 1000 Jahren schriftliche Überlieferungen. Alles andere liegt im Dunkeln – im Boden unter unseren Füßen.“ Die Bedeutung der Bodenschätze“ sei auch deswegen so groß, weil sie eine wahre Fundgrube der Geschichte sind. Gefäße aus der Bronzezeit, Grabhügel oder Geldstücke – all diese Dinge geben Antworten auf Fragen nach der Lebensweise, sowie Handelsbeziehungen der Menschen in einer Zeit vor der Schriftlichkeit. „Wir wollen mit dieser Ausstellung auch zeigen, dass die Geschichte Sachsens nicht nur in den Staats-, Landes- und Stadtarchiven liegt“, so Westphalen. „Sondern bis in die Steinzeit zurückreicht.“

An vier Medienstationen und auf Plakaten können die Besucher in die Geschichte der Archäologie eintauchen. Was wurde entdeckt, aus welcher Zeit stammen die Hinterlassenschaften und unter welchen Umständen? Um die historischen Funde möglichst wenig zu beanspruchen, werden bei den Ausgrabungen alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft. „Das Landesamt für Archäologie ist eine Denkmalschutzbehörde. Wir setzten nicht den Spaten an.“ So werden zum Beispiel Luftbilder gemacht, um alte Grabfelder zu erkennen oder mit Hilfe der Geophysik Unregelmäßigkeiten im Boden aufgespürt. Auf diese Weise können Rückschlüsse, etwa auf alte Siedlungsgebiete, gezogen werden.

Ein weiteres Anliegen der Ausstellung ist, auf die Gefahren für Bodendenkmäler, durch die Bearbeitung des Bodens hinzuweisen. “Durch mechanische Beanspruchung – etwa einen Pflug – können unentdeckte Funde beschädigt werden“, erklärt Westphalen. So können etwa Grabhügel eingeebnet werden, Durch Wasser und Wind wird der Boden abgetragen und die Denkmäler freigelegt. Um dies zu veranschaulichen ist im Museum in Borna eine Blockbergung ausgestellt. Hierzu wurde ein Urnengrab aus einem Acker in der Gemeinde Boxberg geborgen und für die Ausstellung präpariert. Deutlich erkennt man die Furchen, die der Pflug des Bauern bis hinunter in den Sandboden gezogen hat, in dem historische Funde – in diesem Fall Scherben – schlummern. Aber die Landwirtschaft ist nicht nur eine Gefahr für die Archäologie. Durch pfluglose Bodenbearbeitung können Denkmäler in grade einmal 25 Zentimeter Tiefe geschützt werden. Grünflächen oder mehrjährige Brachen sind weitere Möglichkeiten des Schutzes.

Andere Exponate werden im Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz ausgestellt. „Das erreichen Sie ganz leicht über die Autobahn – bei deren Bau wir übrigens auch auf einige archäologische Funde gestoßen sind“, sagt Westphalen mit einem Augenzwinkern.

Die Wanderausstellung „Sachsens Geschichte unterm Acker ist bis einschließlich 20. November im Museum der Stadt Borna zu sehen. Danach macht sie unter anderem Station in Hoyerswerda, Kamenz, Bad Schandau und Berlin.

Von Tatjana Kulpa

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