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Borna Sächsischer Karnevalsorden in Gold für den „Sixer“ aus Pegau
Region Borna Sächsischer Karnevalsorden in Gold für den „Sixer“ aus Pegau
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00:18 27.02.2017
Wolfgang Six mit seinem Goldorden des Verbandes Sächsischer Carneval. Quelle: Kathrin Haase
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Pegau

Wolfgang Six dürfte in Pegau der Mann mit den ausgefallensten Spitznamen und der größten Verwandlungskunst sein. Der Karneval macht’s möglich. Der Sixer, wie er von Freunden liebevoll gerufen wird, ist gerade dem Faschingsvolk als Hexe Peg-Gau-Gau, als Rathausdiener Nieselpriem, Wachmann Krause, Plakate Paul, Harry Spotter, Sixtus Bräu oder als Pflaster Ede ein Begriff. Viele Jahre schlüpfte das Karnevals-Urgestein für die Bütt in unterschiedliche Rollen und legte mit spitzer Feder, einem lockeren Mundwerk und dem Schalk im Nacken den Daumen auf die Wunde.

Große Reden hält Wolfgang Six heute nur noch selten, höchstens bei privaten Geburtstagsfeiern und Hochzeitsjubiläen, doch in der Dekogruppe des Pegauer Karnevalklubs sowie im Elferrat ist der 75-Jährige nach wie vor aktiv. Erst vor wenigen Tagen ist er für seine Verdienste für das karnevalistische Brauchtum vom Verband Sächsischer Carneval mit dem Goldorden ausgezeichnet worden. Seit nunmehr fünf Jahrzehnten gehört der Pegauer dem Karnevalklub an und mittlerweile füllen seine Büttenreden zwei Aktenordner, die er zusammen mit anderen Utensilien wie dem Orden des Bundes deutscher Karneval in Silber zu Hause aufbewahrt.

Wie die Jungfrau zum Kinde war Wolfgang Six als junger Mann zum Karneval gekommen. „Wir haben damals am Kirchplatz 12 gewohnt, unter dem selben Dach wie der erste Alterspräsident Karl-Heinz Schenk. Er konnte wunderbare Lieder singen und das hat mich quasi zum Mittäter des närrischen Treibens in Pegau gemacht.“ Im Dekoteam mit Horst Rösel, Günther Bothin, Fritz Schumacher und Tylo Peter fand der Diplom-Ingenieur für Verfahrenstechnik schnell Gleichgesinnte und entwickelte für sich den Leitspruch: „So wie wir heute lachen, werden wir morgen arbeiten.“ Zusammen mit seiner Frau stellte er in der sechsten Saison das Prinzenpaar dar und schon in der folgenden Saison gab er seinen Einstand als Büttenredner.

Mit großer Vorliebe erarbeitete Six in den Jahren darauf Entwürfe zu Orden, Plakaten und Biergläsern, formulierte Büttenreden und die Laudationen für Klubmitglieder. In seine Reime streute er gerne kleine Gemeinheiten im Stile eines Heinz Erhardt oder Otto Reutter und zog dabei die große Politik genauso durch den Kakao wie die angespannte Beziehung zur Nachbarstadt Groitzsch. Auf Missstände hinweisen, den Herrschenden die Meinung sagen und zum Nachdenken anregen, das waren seine Hauptanliegen. Und alles mit einem guten Schuss Humor.

„Manchmal habe ich kurz vorm Auftritt noch schnell was geändert, wenn es einen aktuellen Anlass gab“, erinnert sich der 75-Jährige. Doch großartig geübt oder auswendig gelernt hat er seine Texte nie. „Auf der Bühne habe ich sie immer das erste Mal vorgelesen.“ Auch zu DDR-Zeiten brauchte der Mann mit der spitzen Feder seine Reden niemals vorzulegen. „Bei mir wurde nichts zensiert. Im Gegenteil: Oft fand die Pegausterung keine Grenzen...“

Der Karneval hat im Leben des zweifachen Vaters und sechsfachen Großvaters eine tiefe Zufriedenheit, Freude und auch Dankbarkeit hinterlassen. Mittlerweile spielen sein Sohn Oliver und ein Enkel in der Musikformation Elsterbeat mit, Enkelin Anne-Marie tanzt in der Funkengarde und Enkel David Alexander war in der zurückliegenden Saison der Kinderprinz. Das Fazit von Wolfgang Six nach 50 Jahren gelebter Karneval: „Es ist nicht leicht, doch schön ein Narr zu sein.“

Von Kathrin Haase

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