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Borna Sammler können auf pilzreichen September hoffen – Entwarnung nach Uran-Fund
Region Borna Sammler können auf pilzreichen September hoffen – Entwarnung nach Uran-Fund
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17:28 19.07.2016
Der mit Pilzen, darunter vielen Pfifferlingen, gefüllte Korb erfreut das Herz der Sammler. Eine Kontamination des Bodens müssen sie auch nach dem Uran-Fund im Erzgebirge nicht fürchten. Noch aber fällt der Fund in der Region nicht reichlich aus.  Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

 Wie sicher sind die Böden im Landkreis? Diese Frage dürften sich jetzt zahlreiche Naturfreunde und insbesondere Pilzsammler der Region stellen. Im Erzgebirge hatten einige Sammler bei der Suche nach den Leckereien einen Behälter mit der Aufschrift „Uran“ entdeckt – und damit einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Zwar konnte zügig Entwarnung gegeben werden, die Strahlung des Gefäßes war verschwindend gering. Dennoch, der Schock sitzt tief – nicht nur im Erzgebirge.

Für den Landkreis kann indes Entwarnung gegeben werden. „Kontamination, wie sie etwa nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erwartet wurde, spielt im Kreis keine Rolle“, beschwichtigt Jürgen Hesse. Der Kreispilzsachverständige ist gemeinsam mit 40 öffentlich bestellten und privaten Kollegen erste Anlaufstelle für Pilzsammler, die sich über die Gesundheitsrisiken ihrer Ausbeute unsicher sind. „Die Sammler können sich jederzeit telefonisch an uns wenden und nach Vereinbarung vorbeikommen. Wir prüfen dann die Pilze und geben Hinweise, falls giftige Exemplare darunter sind.“

Eine wichtige Hilfe, schließlich sind deutschlandweit rund 6.000 Pilzarten identifiziert – auch wenn natürlich nicht jeder Pilzberater alle Arten kennen kann, wie Hesse einschränkt. Wie viele davon schädlich sind, darüber ließe sich hingegen keine vollständig fundierte Aussage treffen. Denn: „Neben den eindeutig giftigen Exemplaren ist es natürlich immer möglich, dass ein Mensch auf bestimmte Sorten mit einer Unverträglichkeit oder Allergie reagiert.“

In seiner rund 20-jährigen Laufbahn hat Hesse dementsprechend schon einiges erlebt – und wusste in fast jeder Situation den passenden Rat. „Vor Kurzem besuchte mich eine Mutter mit ihrem Kleinkind, das auf einer Wiese ein paar Pilze gegessen hatte. Schnell war klar, dass kein Gift im Spiel war, sondern sich das Kind lediglich unwohl fühlte“, berichtet der 75-Jährige. Um auch noch die letzten Zweifel bei der besorgten Mutter auszuräumen, griff Hesse zur nächstgelegenen Lösung: „Ich habe einfach selbst ein paar der Pilze gegessen, um sie zu beruhigen“, schmunzelt er.

Auch mit Hinblick auf die im Spätsommer richtig startenden Pilzsaison hat der Experte einige Prognosen parat. „Derzeit ist die Ausbeute in den hiesigen Wäldern noch ein wenig mau“, gibt er an. Vor allem heiße Tage und kühle Nächte hinderten die Pilzpopulation noch am ganz großen Auftritt. Trotzdem gibt er sich optimistisch. „Wir haben schon die tollsten Überraschungen erlebt. Solange es warm und ein wenig feucht bleibt, steht einem pilzreichen September nichts im Wege“, ist sich Hesse sicher. Gute Aussichten also für alle, die mit Korb bewaffnet durch die Wälder streifen wollen.

Kontakt: Jürgen Hesse, Kössern, Telefon 0174/ 3 93 09 67

Übersicht der Pilzberater zum Download:

Aufstellung der Pilzberater Landkreis Leipzig.pdf (9,2 kB)

Von Bastian Fischer

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