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Borna Sana Klinik hat ersten Notfall-Pfleger
Region Borna Sana Klinik hat ersten Notfall-Pfleger
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00:24 31.08.2018
Philipp Kirmse ist speziell ausgebildeter Notfallpfleger und auch Praxisanleiter. Quelle: Robin Kunz
Borna

Im Zentrum für Notfall- und Akutmedizin (ZNA) des Sana Klinikums Borna geht es oft genug um Minuten, wenn nicht gar um Sekunden. Eile ist geboten und gleichzeitig ein qualifizierter Blick auf die Patienten. Für letztere sind nicht mehr nur ausschließlich die Ärzte zuständig, sondern auch zunehmend speziell ausgebildete Fachpflegekräfte für Notfallpflege.

33-Jähriger ist erster Notfallpfleger

Philipp Kirmse hat als erster Krankenpfleger des Hauses diese besondere Fachweiterbildung absolviert. Seit 2010 arbeitet der 33-Jährige bereits in der ZNA, 2016 wurde er von der pflegerischen ZNA-Leitung für die zweijährige Weiterbildung delegiert, die nun ihren Abschluss gefunden hat.

Für die Ärzte und Patienten bringt das durchaus Vorteile. „Der Notfallpatient stellt eine hochkomplexe Pflegesituation dar, denn er kommt aus allen Altersgruppen, unterschiedlichen soziokulturellen Herkünften und weist unterschiedliche Schweregrade an physischen oder psychischen Erkrankungen auf“, macht die leitende Ärztin Constanze Schwarz deutlich.

Ganz spezielle Anforderungen

Das Handlungsfeld sei insbesondere durch das breite Behandlungsspektrum und durch die speziell auf Symptome und Bedürfnisse des Patienten ausgerichtete Arbeitsweise gekennzeichnet. Die Anforderungen seien zum Teil vollkommen andere als die auf den verschiedenen Stationen des Krankenhauses.

„Auf das ZNA-Pflegepersonal kommen meist in kurzer Zeit schnell variierende Situationen zu, ein nicht planbares Patientenaufkommen, sowie immer mehr Medizintechnik und Apparatemedizin“, macht Schwarz deutlich. Zunehmend versorgen Notaufnahmen auch Patienten, die sich durch niedergelassene Ärzte nicht zeitnah und adäquat behandelt fühlen.

Wissen wird systematisch vertieft

Kenntnisse in der Ersteinschätzung, Versorgung und Überwachung von Unfallopfern oder akut kritisch erkrankten Patienten haben sich die meisten Pflegekräfte bereits in der Vergangenheit angeeignet. Die Weiterbildung zur Notfallfachpflege vertiefe laut Schwarz jedoch erstmals systematisch das schon erworbene Wissen und ende mit einem Weiterbildungszeugnis, mit dem strukturierte Kompetenz und hohe Handlungssicherheit nachgewiesen werden können.

Gerade in Kliniken gibt es, betont Oliver Winklmüller von der Öffentlichkeitsarbeit des Hauses hochsensible Bereiche, die zunehmend pflegerisches Fachpersonal benötigen. „Die Spezialisierung beispielsweise im OP oder auf der Intensivstation ist so groß, dass die Grundausbildung an der Stelle nicht mehr reicht.“

Kirmse: „Das ist schon eine Herausforderung“

Zwei Jahre lang absolvierte Kirmse die Weiterbildung neben seiner Arbeit in der Zentralen Notaufnahme. Während er für die Theoriestunden nach Halle musste, erfolgte die praktische Ausbildung von insgesamt 1800 Hospitationsstunden sowohl beim Rettungsdienst, in externen Notaufnahmen der Kliniken Zwickau und Chemnitz, aber auch in der Sana Klinik Borna in den Bereichen ZNA, Anästhesie, Intensivmedizin und Herzkatheter. „Neben dem regulären Job ist das schon eine Herausforderung“, sagt Kirmse, „aber es hat sich gelohnt.“

Fachpfleger ist auch Ausbildungsleiter

Da der 33-Jährige nicht nur mittlerweile Fachpfleger, sondern auch noch Praxisanleiter ist, qualifiziert ihn das zum Ausbildungsleiter. Heißt: Er kann die Ausbildung zukünftiger Fachschwestern beziehungsweise -pfleger für Notfallmedizin selbst mitgestalten. Ab September bietet die Bornaer Sana Klinik einen sogenannten Anerkennungslehrgang mit 170 Stunden im hauseigenen Bildungszentrum an.

„Allerdings sind die angebotenen Kurse für die Jahre 2018/2019 schon jetzt ausgebucht“, sagt Pflegedienst- und Bildungszentrumsleiterin Cornelia Reichardt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft habe in ihrer Empfehlung zur Führung der Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger/in für Notfallpflege (DKG)“ Anerkennungsmöglichkeiten aufgrund der Berufserfahrung in der Notaufnahme unter bestimmen Voraussetzungen verabschiedet. Voraussetzung für diese Anerkennung seien neben Fortbildungslehrgängen und Prüfungen eine fünf- oder siebenjährige Berufserfahrung in der Notaufnahme.

Weiterbildung rechnet sich

Bis Ende nächsten Jahres soll die Hälfte der Schwestern und Pfleger des Zentrums für Notfall- und Akutmedizin Borna die zusätzliche Weiterbildung absolviert haben. Laut Schwarz rechnet sich die Fachweiterbildung trotz hoher Ausbildungskosten für die Krankenhäuser. „Fachpflegekräfte sind nicht nur eine große Bereicherung, sondern ein unbedingtes Muss in der Akut- und Notfallversorgung.“

Von Julia Tonne

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