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Borna Sana Klinik in Borna hat jetzt Thoraxchirurgie
Region Borna Sana Klinik in Borna hat jetzt Thoraxchirurgie
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09:00 24.11.2016
André Staacke (re.) hat sich vom leitenden Oberarzt Andreas Schilling (li.) eine angeborene Trichterbrust korrigieren lassen. Quelle: rk-photografie
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Borna

Die Sana Klinik in Borna gehört erst seit einigen Monaten zu den wenigen Kliniken in ganz Deutschland, die die Thoraxchirurgie anbieten, sich also auf Behandlungen von Erkrankungen im Brustkorb und der Lunge spezialisiert haben. Mittlerweile hat Andreas Schilling, leitender Oberarzt, die ersten Patienten mit einer sogenannten Trichterbrust erfolgreich operiert. Er bietet in der Klinik donnerstags eine Sprechstunde an.

„Unser Anliegen ist es, eine wohnortnahe Versorgung anzubieten, daher war die Motivation groß, die Thoraxchirurgie nach Borna zu holen“, sagt Oliver Winklmüller, Mitarbeiter der Unternehmenskommunikation des Sana Krankenhauses. Mit Schilling konnte ein Chirurg gewonnen werden, der seit Jahren auf dem Gebiet arbeitet und sich auf die Korrektur der Fehlbildung spezialisiert hat.

Mehrere Patienten, nicht nur aus dem Landkreis, sondern auch darüber hinaus, sind mittlerweile bei ihm vorstellig geworden. Unter anderem André Staacke. Der heute 27-Jährige aus Leipzig kam mit einer Trichterbrust zur Welt, die sich zunehmend mit Schwindel und Atemnot bemerkbar gemacht hat. Bei dieser vererbbaren Anomalie ist das Brustbein trichterförmig nach innen gerichtet, verengt den Brustraum und drückt auf das Herz.

Vor wenigen Wochen hat er die Fehlbildung am Sana Klinikum operativ korrigieren lassen. „Um das Optische ging es mir dabei nicht. Ich hatte Atembeschwerden und war immer weniger belastbar“, erzählt der gelernte KfZ-Mechatroniker. Schilling bestätigt, dass die Trichterbrust kein kosmetisches Problem ist, sondern gravierende Auswirkungen auf die Patienten habe. Denn je tiefer das Brustbein zur Wirbelsäule hin eingesunken sei, desto mehr drücke es auf das Herz, schränke den Lungenraum ein, führe zu Ohnmachten und Atemnot. „Und auch die Psyche ist nicht zu vergessen“, macht der leitende Oberarzt deutlich.

Eine angeborene Trichterbrust findet sich bei circa einem von 400 Neugeborenen. Dabei sind Jungen öfter betroffen als Mädels. Bei jedem dritten Betroffenen kann eine Behandlung notwendig werden. Wenn keine anderen Deformitäten des Brustkorbes vorliegen, hilft häufig eine operative Korrektur. Und die ist heute zunehmend mit einem minimalinvasiven Eingriff verbunden. Dabei wird ein Metallbügel aus Chromnickelstahl oder Titan (bei Allergikern) durch zwei kleine seitliche Schnitte am Brustkorb eingeführt. Eine Kamera hilft, die lebenswichtigen Organe zu umgehen und den Bügel unter dem Brustbein zu platzieren. Anschließend wird der Bügel an den Rippen fixiert, er hebt das Brustbein an und verbleibt etwa zwei bis drei Jahre im Brustkorb. „Die Operation zeigt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis Ende zwanzig die besten Ergebnisse“, erklärt Schilling. Der Eingriff selbst dauert in etwa eine Stunde, die anschließende Schmerzbehandlung erfolge für die ersten Tage nach der OP mithilfe eines Katheters der die schmerzempfindlichen Nerven aus dem Rückenmark blockiert und danach über Tropfen oder Tabletten. Die Patienten bekommen zudem eine Implantatkarte. „Die erste Frage von vielen ist, ob sie denn überhaupt mit dem Bügel durch die Flughafenkontrollen kommen“, sagt der Oberarzt.

Bereits drei Monate nach der Operation, die nur kleine Narben hinterlässt, können die Patienten auch wieder aktiv Sport treiben. Von Kontaktsportarten rät Schilling jedoch ab, Radfahren und Schwimmen hingegen seien problemlos möglich. Lediglich die Drehung des Oberkörpers sollten die Patienten vermeiden. Außerdem sei die Physiotherapie unerlässlich, „viele Menschen mit einer Trichterbrust gewöhnen sich eine schonende Haltung an“, begründet er. Der zweite Eingriff, bei dem der Bügel wieder entfernt wird, ist dann nur noch eine kleine OP und macht in der Regel auch keine Schmerzen. Bis dahin hat das Brustbein die richtige Haltung sozusagen angenommen.

Bei Staacke dauert das zwar noch bis Anfang 2018, doch er ist froh, seit langem wieder Sport treiben zu können, „ohne Pause machen zu müssen, weil das Herz nicht mitmacht“.

Von Julia Tonne

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