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Borna Sana übernimmt Bornas Klinik
Region Borna Sana übernimmt Bornas Klinik
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14:09 19.05.2015
Belegschaftsversammlung in der Bornaer Klinik: Gerald Meder und Stefanie Ludwig informierten die Mitarbeiter. Quelle: Oliver Winklmüller

Die 900 Mitarbeiter in Zwenkau und Borna wurden am Donnerstag informiert. Der Verkauf an einen der größten deutschen Krankenhaus-Betreiber erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. Ein Novum: Als Minderheitsgesellschafter engagiert sich darüber hinaus ein Netzwerk aus niedergelassenen und Klinikärzten der Region. Über den Kaufpreis haben die Partner Stillschweigen vereinbart.

Den laufenden Betrieb beider Kliniken qualifiziert fortführen, sie aus dem Helios-Netzwerk herausnehmen und eigenständig organisieren, einen patenten wie potenten Käufer finden - diese drei Kernaufgaben benannte der geschäftsführende Direktor der HCM SE, Gerald Meder, Anfang Februar. Damals hatte HCM die Häuser in Borna und Zwenkau übernommen, um eine milliardenschwere Übernahme von mehr als 40 Rhön-Kliniken durch den Helios-Konzern zu ermöglichen. Die Bundeskartellbehörde hatte den Schritt zur Bedingung gemacht.

"Wir haben unsere Aufgaben erfüllt", sagte Meder vorgestern Nachmittag im Gespräch mit der LVZ. Dass HCM nur Übergangsgesellschafter sein würde, daraus hatte er nie einen Hehl gemacht. Wenn Sana ab 1. Januar 2015 wie geplant in der Kliniken Leipziger Land GmbH die Anteile übernehme, ende seine Mission. "Der Betrieb hat unter dem Trägerwechsel nicht gelitten. In einigen Bereichen haben wir unsere Leistungen sogar steigern können."

Mit hohen Erwartungen, aber auch gemischten Gefühlen vernahmen die Belegschaften in Borna und Zwenkau die Kunde. Die Sana Kliniken AG mit Sitz in München betreibt deutschlandweit 49 Krankenhäuser. Sie zählt knapp 29 000 Mitarbeiter, die jährlich 1,8 Millionen Patienten versorgen. In Sachsen ist der Konzern mit einem eigenen Haus nur in Dresden präsent. Die Kliniken konzentrieren sich auf Süd- und Norddeutschland. Ein Umstand, der Meder zuversichtlich stimmt mit Blick auf die Kartellamtsentscheidung: "Ich rechne deshalb nicht mit Schwierigkeiten." Der Gesellschafter-Wechsel habe keine Auswirkung auf die Beschäftigten und auch nicht auf deren Entlohnung, so Meder: "Die Arbeitsverträge bestehen mit den Kliniken Leipziger Land. Daran hat sich nichts geändert, und daran ändert sich nichts." Die 80 Beschäftigten jener Helios-Dienstleister, die sich um Reinigung, Essenversorgung und Logistik kümmerten, würden in vergleichbare Gesellschaften der Sana übernommen: "Dazu gibt es eine schriftliche Vereinbarung."

Die künftigen Eigentümer wollen sich am 14. Oktober auf Belegschaftsversammlungen in Borna und Zwenkau vorstellen. "Wir freuen uns sehr über die neuen Familienmitglieder. Wir werden alles daran setzen, die exzellente Entwicklung der Kliniken Leipziger Land fortzusetzen", äußerte der Sana-Vorstandsvorsitzende Michael Philippi. Am Bieterverfahren hatten sich 20 Unternehmen beteiligt; mit vier von ihnen wurde am Ende intensiv verhandelt.

Unter der Abkopplung von Helios hätten die beiden Kliniken mitnichten gelitten, sagte Geschäftsführerin Stefanie Ludwig. Der Juni sei der "leistungsstärkste Monat in der Historie unseres Hauses" gewesen, und erstmals könne man bei den Geburten in diesem Jahr die 1000er-Marke überspringen. "Das zeigt, dass das Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit ungebrochen ist. Auf Sana wartet ein gut aufgestelltes und motiviertes Team."

Das Geriatriezentrum Zwenkau wird auch künftig durch die Heliosgruppe betrieben. Die Kliniken Leipziger Land beziehen hier weiter Leistungen. Meder: "Therapeutisch ist es aus einem Guss, aber es gibt zwei Träger."

Von Seiten des Landkreises steht dem Verkauf nichts im Wege. Nach einem Beschluss des Kreistages, der Mittwochabend gefasst wurde, verzichtet der Kreis auf das ihm zustehende Vorkaufsrecht an den Grundstücken, auf denen die Kliniken in Borna und Zwenkau stehen. Die insgesamt 16 Flurstücke sind noch im Eigentum der Helios Kliniken GmbH, die Erbbaurechte haben eine Restlaufzeit von 85 Jahren. Helios möchte die Grundstücke an die KLL oder an den künftigen Krankenhausbetreiber veräußern. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.10.2014
Ekkehard Schulreich

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