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Sanierung des Wasserturms in Rötha beginnt – mit Verspätung

Bau Sanierung des Wasserturms in Rötha beginnt – mit Verspätung

Die Sanierung des Wasserturms in Rötha begann mit mehreren Monaten Verspätung. Seit August stehen die Gerüste. Auftraggeber ist der Zweckverband für Wasser und Abwasser Bornaer Land, der in die bauliche und technische Sanierung des Turmes rund eine Million Euro investiert. Der reichlich hundert Jahre alte Bau wird weiter genutzt

30 Meter über der Stadt wird einer von zwei Behältern im Wasserturm Rötha abgebrochen. Ein Arbeiter fährt eine Schubkarre mit Schutt in den Aufzug.
 
 

Quelle: André Neumann

Rötha.  Diese Arbeit sieht aus, als sei es eine Schinderei und hat etwas von Sisyphus. Mit dem Unterschied, dass hier nichts hoch geschafft wird, sondern herunter. In rund 30 Meter Höhe reicht ein Arbeiter mit Betonbruch gefüllte Eimer aus einem oberen Türchen des Röthaer Wasserturms heraus. Im oberen Teil des Turms brechen er und ein Kollege den inneren von zwei Wasserbehältern ab. Sie wuchten die schweren Eimer auf einer kleinen Leiter zum Türchen empor, dort nimmt Rad Sonyi sie ab, kippt sie auf der oberen Plattform des Baugerüstes in Schubkarren und bringt immer zwei davon mit dem kleinen Bauaufzug nach unten. Rund 13 Kubikmeter Schutt würden auf diese Weise bewegt.

Die drei Arbeiter, von denen keiner deutsch spricht, gehören zur Firma Caruso aus Großpösna. Der Abbruchspezialist ist bei der Sanierung des Wasserturms einer der Subunternehmer des Bornaer Bauunternehmens Florack. Auftraggeber ist der Zweckverband für Wasser und Abwasser Bornaer Land (ZBL), der in die bauliche und technische Sanierung des Turmes rund eine Million Euro investiert.

Auf der Baustelle herrscht von Anfang an Verspätung. „Mauersegler und Ameisenlöwen verzögerten den Beginn“, sagt Bauleiter Kai Fischer. Deswegen wurden die Gerüste nicht schon im Mai oder Juni aufgebaut, sondern erst Anfang August. Angesichts dessen klingt Fischers Ansage sehr ehrgeizig: „Wir versuchen, den Zeitplan zu schaffen, damit wir nicht in den Winter hineinkommen.“

Nach dem Abriss des inneren Wasserbehälters im Oberstübchen des Turmes wird der äußere später innen neu beschichtet. Früher habe man zur Sicherheit zwei Behälter eingebaut, sagt der Technische Leiter beim ZBL Matthias Renger. Heute sei das nicht mehr nötig.

Der gesamte Turm wird innen und außen einer kompletten Verschönerungskur einschließlich Reparaturen unterzogen. Außerdem werden die beiden Rohre, die vom unterirdischen Wassernetz nach oben führen, einschließlich aller Anschlüsse erneuert. Ebenso die Druckerhöhungsstation. Die musste gebaut werden, weil der Turm, der ursprünglich frei auf der Anhöhe stand, für die neuen Wohnblöcke um ihn herum nicht hoch genug war. Während der Bauzeit sorgt eine provisorische Station vor dem Wasserturm dafür, dass der Wasserstrahl auch in den oberen Etagen stark genug aus dem Hahn läuft.

Gut hundert Jahre ist der Turm alt, gebaut wurde er in den Jahren 1912/13. Der Innenraum, in dem sich an den Wänden Betontreppen hinaufschlängeln, wird sandgestrahlt, neu geputzt und bei Bedarf ausgebessert. Außen wird die gelbe Klinkerfassade gereinigt und wo nötig ausgebessert. Auch das runde Kuppeldach werden Bauleute sich vornehmen. Es bekommt eine neue Dacheindeckung, wahrscheinlich aus Blech statt der jetzigen Bitumenschindeln. Was noch nicht genau feststeht. Ganz oben schaut ein kleines Türmchen, genannt Laterne, aus dem Dach, auf dem als Windfahne der Ritter mit dem Lindwurm aus dem Röthaer Stadtwappen prangt. Auch was aus dem Türmchen wird, sei noch nicht entschieden, sagt Fischer. Wie ohnehin noch einige Festlegungen zum Denkmalschutz ausstehen würden.

Ob der Wasserturm saniert wird, war innerhalb des ZBL durchaus umstritten, vor allem die Frage, ob er weiter genutzt werden soll. Letztlich setzten sich die Befürworter durch. Für Bauleiter Kai Fischer ist es der erste Wasserturm. „Das ist mal was anderes und sehr interessant“, sagt er.

Von André Neumann

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