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Borna Satirische Sensation: Pfeffermühle spielt in Hainichen
Region Borna Satirische Sensation: Pfeffermühle spielt in Hainichen
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00:38 29.04.2018
Die Leipziger Pfeffermühle kommt am Freitag nach Hainichen: Burkard Damrau (l.) und Dieter Richter spielen „Da capo“. Quelle: Pfeffermühle
Kitzscher/Hainichen

Ist es eine Sensation oder liegt in der Sache selbst schon ein bisschen Satire? Das älteste Kabarett der Stadt Leipzig, die Pfeffermühle, kommt zu einem Gastspiel in den zur Stadt Kitzscher gehörenden Ort Hainichen mit nicht einmal 500 Einwohnern. Und mit einem Saal, dem man, nun ja, sein Alter ansieht, und den Chef-Pfeffermüller Dieter Richter bei seinem ersten Besuch in dem Ort erstmal gar nicht gefunden hat. „Der Saal gefällt mir gar nicht“, gibt Richter unumwunden zu verstehen. Trotzdem kommt er mit seinem Bühnenkollegen Burkhard Damrau und mit Pianist Marcus Ludwig am Freitag gern in die Provinz. Denn wie der Saal aussieht, sei nicht entscheidend, sagt Richter: „Entscheidend ist, dass da Leute zusammenkommen.“

Kabarett bekommt in Borna einen Korb

Trotzdem wäre die Pfeffermühle bei ihrer Suche nach einem neuen Gastspielort wohl kaum auf Hainichen. Selbst dann nicht, wenn der Eindruck von Dieter Richter stimmen sollte, der sagt: „Borna will uns nicht.“ Aber es gibt eine Geschichte, die das Leipziger Kabarett seit ein paar Monaten mit Hanichen verbindet. Die beginnt mit Wolf Hentschel, 73 Jahre, viele Jahre Lehrer in Kitzscher, später Schulamtsleiter und Mitarbeiter der staatlichen Schulbehörde und heute Ortschronist von Hainichen.

Familie Hentschel hat in der Nähe von Bonn einen Neffen, welcher schon mit 15 Jahren sein Abitur gemacht hat. Er schreibt Theater- und Kabarettstücke, möchte nicht studieren, sondern möglichst schnell auf die Bühne.

Die Spur eines Neffen führt nach Hainichen

Bernard Paschke spielt in der Pfeffermühle und gastiert in Hainichen. Quelle: privat

Der junge Mann, Bernard Paschke, ergatterte im vorigen Jahr einen Praktikumsplatz bei der Pfeffermühle. Praktischerweise konnte er vorübergehend bei seinen Verwandten in Hainichen wohnen. Hier entstand am Abendbrottisch die Idee, er könne doch mal in Hanichen auftreten.

Wolf Hentschel sprach mit Bernd Pitzschel vom Faschingsverein, der die Vermietung des Saales in der Hand hat. So erlebten am 23. Februar rund 100 Hainichener den Neffen ihres Ortschronisten auf der Bühne. Und weil der Pfeffermühlen-Chef gern sehen wollte, wie der Praktikant sich auf der Bühne so schlägt, saß Dieter Richter auch mit im Publikum. Wo wiederum Wolf Hentschel ihn hinterher ansprach und fragte, ob die Pfeffermühle nicht auch mal in Hainichen spielen wolle.

Paschke gehört seit 1. April zum Ensemble

Richter mag sich gedacht haben: Wenn das Licht ausgeht und die Scheinwerfer auf die Bühne strahlen, spielt das Ringsherum keine Rolle mehr. Warum also nicht eines der 250 Gastspiele im Jahr in Hainichen geben? Und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Der Neffe gehört seit dem 1. April zum Ensemble der Pfeffermühle und soll im Herbst, wenn er 18 Jahre alt wird, erstmals als Profi auf der Bühne stehen. Und in Hanichen zeigen Richter und Damrau, begleitet von Marcus Ludwig am Klavier, an diesem Freitag mit dem Programm „Da capo“ das Beste aus früheren und aktuellen Programmen.

Die drei können darauf hoffen, noch mehr Zuschauer zu haben, als ihr Praktikant. Bernd Pitzschel hat schon eine Woche vorher mehr als 100 Karten verkauft. Platz ist im Hainichener Saal für 150 bis 160 Gäste, fast so viele, wie in der Pfeffermühle selbst. Die Veranstaltung in Hainichen in der Oelzschauer Straße 37 beginnt 19.30, Einlass ist ab 19 Uhr.

Von André Neumann

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