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Schalldeckel für Kanzel

Schalldeckel für Kanzel

Der morgige Sonntag ist ein besonderer Tag für Rötha. Zum einem wird die Rückkehr des Speisezimmers des Röthaer Schlosses gefeiert, und zum anderen weiht Pfarrer Christoph Krebs zum Gottesdienst in der Kirche St.

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Harmonisch fügt sich der Schalldeckel der Kanzel in den barocken Kirchenraum. Darüber freuen sich Uwe Herrman (Kirchvorstand), Gisela Kaiser (Schatzmeisterin des Fördervereins), Pfarrer Christoph Krebs, Stephan Eichhorn (Vorsitzender des Förderverein

Quelle: Jakob Richter

Rötha. Marien den Schalldeckel über der Kanzel ein. Vor der Weihe überzeugte sich die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig vorgestern, ob ihre Fördermittel in Höhe von 12 000 Euro sinnvoll angelegt sind. 

„Wir wollen die Fördermittel nicht nach den Gießkannenprinzip vergeben, sondern suchen die Projekte sorgfältig aus", sagte Stephan Seeger vom Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung. Die Stiftung spendete seit 2005 insgesamt 32 000 Euro für St. Marien. Dadurch konnten die Kanzel und die Betstühle restauriert werden. Von der Stiftung stammt auch die Hälfte der Mittel, die für den sternförmigen Kanzeldeckel benötigt wurden. „Ich bin glücklich, dass sich der Kanzeldeckel so harmonisch in den Kirchenraum einfügt", schwärmte Christine Steinbach, die ebenfalls im Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse für die Förderung des Projektes gestimmt hatte. Die Ausstattung der Kirche ist barock. Kanzel, Taufe, Patronatsloge, Empore und Gestühl stammen aus der Zeit um 1720. Zum Rollen brachte das Projekt 2010 der Förderverein für die Restaurierung der Marienkirche Rötha und ihrer Silbermannorgel. „Das Original kam 1961 in eine Werkstatt in Großdeuben. Zwei Jahre später war es verschwunden", erzählte der Vorsitzende des Fördervereins Stephan Eichhorn. „Es gab ein Foto", erinnerte sich Uwe Herrmann vom Kirchenvorstand, der Architekt ist. Er begleitete das Projekt. „Anhand des Bildes wurden fotogrammetrische Vermessungen durchgeführt. So konnte die Größe des Deckels ermittelt werden", erzählte er. Das Büro für Denkmalpflege Sabine Schneider und Manfred Küster übernahm die Planung. Holzrestaurator Eike Knaul aus Bernburg baute den Deckel schließlich nach. Die Farbgebung stammt von der Leisniger Firma Höhne und Steude. „Ich freue mich, dass ich am Sonntag erstmals auf der Kanzel die Predigt halten werde", sagte Pfarrer Christoph Krebs von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Rötha. Der Schalldeckel sei sehr wichtig, damit die Predigt im gesamten Kirchraum zu verstehen ist. „Bisher habe ich am Pult mittels einer Lautsprecheranlage gesprochen", so der Pfarrer. Am Sonntag wird es einen Familiengottesdienst geben. „Es ist ein Schulanfangsgottesdienst", erklärte Krebs und fügte an: „Ich bin dem Förderverein sehr dankbar, dass er sich für die Sanierung der Kirche einsetzt. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 gibt es eine enge Zusammenarbeit." Die Schatzmeisterin des Fördervereins, Gisela Kaiser, habe dafür gesorgt, dass die erforderlichen Gelder rechtzeitig zur Verfügung standen und die Abrechnung stimmte. Gegenwärtig werde die Patronatsloge saniert, so Krebs. „Eine Außentreppe, über die sie einst zu erreichen war, wurde 1844 wegen Baufälligkeit abgebrochen", ergänzte Eichhorn. Sie soll ebenfalls mit Hilfe von Spenden und Fördermitteln wieder entstehen. Nach den Vorstellungen von Walter Christian Steinbach, dem Vorsitzenden des Fördervereins Rötha „Gestern. Heute. Morgen", könnte die Herrschaftsloge Ausstellungszwecken dienen und eine museale Variante des historischen Speisezimmers von 1938 aus dem ehemaligen Schloss derer von Friesen beherbergen. „Diesen Gedanken tragen wir mit. Da das Schloss nicht mehr existiert, aber die Friesen’sche Loge wieder hergerichtet wird, ist das ein guter Platz für die Dauerausstellung des Friesen’schen Speisezimmers."

Cornelia Braun

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