Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Schauen, anfassen, staunen – Tag der offenen Töpfereien zieht wieder viele Besucher an
Region Borna Schauen, anfassen, staunen – Tag der offenen Töpfereien zieht wieder viele Besucher an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 15.03.2018
Offene Töpferei Gundula Müller: Carsten Müller unterstützt die siebenjährige Helene bei der Arbeit am Osterkörbchen.
Anzeige
Frohburg/Kohren-Sahlis

Einmal an der Töpferscheibe eine Vase erschaffen? Einmal nach Herzenslust kneten und den Ideen freien Lauf lassen? Fachsimpeln mit den Leuten vom Handwerk? Ein einzigartiges Schmuckstück für die eigenen vier Wände erstehen? Kein Problem: Gelegenheiten dafür gab es am Sonnabend in Töpfereien von der See bis zu den Alpen. Zum 13. Mal konnten sich Neugierige beim Tag der offenen Töpferei mit der uralten Handwerkskunst vertraut machen. Das Motto: schauen, anfassen, staunen.

In Kohren-Sahlis war auch die Töpferei Gundula Müller mit dabei. Dort schaute die Potsdamerin Christine Kühn vorbei: „Ich besuche jedes Jahr zum Tag der offenen Töpferei eine andere Region“, berichtete sie. „In diesem Jahr machen ja wirklich alle Bundesländer mit, es gibt keine weißen Flecken mehr.“ Nun nutzte sie die Gelegenheit, mal wieder die Profis zu besuchen. Christine Kühn hat daheim eine eigene Töpferscheibe samt Brennofen. „Doch ich finde es spannend, auf diese Weise nette Leute und wunderschöne Gegenden kennenzulernen. Es gibt ja so viele Orte, in die ich sonst nie hinkommen würde.“ Die Töpfereien seien da gewissermaßen die Türöffner.

Kohren-Sahlis, offene Töpferei Gundula Müller: Carsten Müller unterstützt die siebenjährige Helene bei der Arbeit am Osterkörbchen. Quelle: Bert Endruszeit

Hausherrin Gundula Müller konnte sich am Sonnabend über zahlreiche Töpfertouristen freuen. „Es gibt viele Leute, die auf die Landkarte schauen und dann ganz gezielt zu uns kommen.“ Gerade Werkstätten, die sonst wenig Publikumsverkehr hätten, könnten die Besucher so kennenlernen. „Und es ist immer sehr gemütlich, es gibt Kaffee und Kuchen und viele sehr redselige Leute“, fand Christine Kühn. Für die Physiotherapeutin hat so ein Tag der offenen Tür auch noch einen ganz anderen Wert: „Auf diese Weise lässt sich auch ganz praktisch die Bedeutung des Handwerks vermitteln.“

Neben den großen Besuchern kamen natürlich auch die kleinen auf ihre Kosten, schließlich ist das Gestalten mit Ton für fast alle Altersgruppen geeignet. Denn das Kneten steht bei Kindern immer hoch im Kurs. Die siebenjährige Helene nutzte die Gelegenheit, ein kleines Osterkörbchen zu gestalten. Für sie war das Töpfern eine Premiere. Mit viel Geduld und großem Geschick brachte sie äußerst filigrane Verzierungen an. Keine Frage, dass das Ergebnis ein ganz besonderes Schmuckstück sein wird. „Eine Woche vor Ostern kann das Körbchen dann fertig gebrannt bei uns abgeholt werden“, erklärte Töpfer Carsten Müller, der die kleinen Gäste bei der Gestaltung unterstützte.

In der Kohren-Sahliser Töpferei Arnold wurde Mitarbeiterin Janine Fiebig bei der Arbeit an der Töpferscheibe genau beobachtet. „Kein Problem für mich, ich bin es gewohnt, hier auch mal vor Publikum zu arbeiten.“ Und da wird auch mal herzlich gelacht. So bei einer sechsköpfigen Freundesgruppe aus Borna, Bad Lausick und Leipzig. „Wir treffen uns alle drei Monate zu einer großen Tour und erkunden die Gegend“, verrät Katja Müller. Und das gehe schon seit zehn Jahren so. „Unsere gemeinsame Verbindung ist die Musik“, so Ramona Noll. „Wir sind alle in der Leipziger Guggemusik-Truppe namens Gwärschläschor aktiv. So entstand dann eine richtige Freundschaft.“ Eine Töpferei schaute sich die lustige Freundesgruppe nicht zum ersten Mal an, gesetzt ist aber bei jeder Tour immer das gemeinsame Kochen. „Eine Familie muss an die Töpfe“, verriet Holger Pausch. „Solche Ausflüge machen uns immer richtig viel Spaß, wir lernen Sehenswürdigkeiten kennen, von denen man vorher noch nie gehört hat.“ Eine feste Größe sei mittlerweile auch der „Thüringen-Tag“, denn gleich drei Leute aus der Gruppe stammen von dort. „Und da dreht sich dann vieles um kulinarische Dinge.“

Von Bert Endruszeit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ab 1. April muss auch der Landkreis Leipzig die dann in Sachsen geltende Wohnsitzauflage für anerkannte Asylbewerber umsetzen. Landrat Henry Graichen (CDU) befürchtet dadurch einen hohen Verwaltungsaufwand und negative Folgen für die Integration.

13.03.2018

Am Freitagnachmittag brannten rund 100 Strohballen in der Elsteraue bei Pegau. Menschen und Gebäude waren nicht gefährdet. Der Löscheinsatz der Feuerwehr dauerte mehr als vier Stunden.

12.03.2018

Neue Heizung, neuer Brandschutz: Dieser Wochen wird die Bornaer Kita Grashüpfer umfangreich saniert. Das alles geschieht bei laufendem Betrieb – und geht mit innerhäuslichen Umzügen einher.

13.03.2018
Anzeige