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Schaufelradbagger sorgt für Staunen

Schaufelradbagger sorgt für Staunen

Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen begleiteten am Pfingstsonntag und Montag das Veranstaltungsdoppel beim 9.Schleppertreffen und Mühlentag im idyllischen Örtchen Wyhra.

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Der Schaufelradbagger des Bornaers Andreas Träger (hinten links, mit Mütze) sorgt für Staunen unter den Besuchern.

Quelle: Nicole RathgeScholz

Wyhra. 150 Teilnehmer sorgten mit ihren Oldtimer-Traktoren für Faszination unter den mehr als 2000 Besuchern.

"Wir sind das erste Mal hier", sagte Diana Reiß, die mit Mutter Edith und Sohn Felix aus Frohburg gekommen war. "Wir haben gestern bei der Durchfahrt überall Plakate mit Hinweisen auf das Fest gesehen und heute gleich das strahlende Wetter genutzt. Und wir finden es sehr schön und interessant. Auch mein Sohn ist total begeistert. Vor allem auch vom Schaufelradbagger, der in der Halle ausgestellt ist. Nächstes Jahr werden wir sicher wiederkommen."

Nicht nur dem kleinen Felix hatten es die großen und tuckernden Landmaschinen angetan. Die Steppkes Linda und Gustav aus Lauterbach durften auf einem Eigenbau vom Bad Lausicker Schlepperfreund Volkmar Gottschlich Platz nehmen und eine Runde übers Gelände mitfahren. Ein tolles Erlebnis für die Kleinen. "Ich bin seit fünf Jahren hier beim Schleppertreffen zu Pfingsten", sagte der Kurstädter. "Ich möchte gern die alte Technik und Kultur weiter vermitteln. Viele können sich gar nichts mehr drunter vorstellen, wie das damals zum Beispiel zu DDR-Zeiten war." Dabei rede er nicht von der großen Landwirtschaft. "Viele hatten kleine Äcker, und da haben sie sich eben aus Einzelteilen von PKW und Lastern einen Traktor zusammengebaut", erklärte Gottschlich.

Den Pokal für den besten Eigenbau musste der Lausicker allerdings Karl-Heinz Dittmar aus Wyhra überlassen. Und wie bereits 2012 konnte sich der Oldtimer-Traktorist Gunter Armstark aus Freital über den Ehrenpokal für den am weitest angereisten Traktor erfreuen. "Einen weiteren Pokal erhielt der Bornaer Kai Noeske", berichtete Barbara Artelt, die Vorsitzende vom gastgebenden Verein Mühlen und Technik Wyhra. "Er nahm diese Ehrung für den ältesten Schlepper, seinen Ackerschlepper IHC von 1926, entgegen."

Neben den zahlreichen alten Gefährten konnten die Besucher vielerlei Attraktionen erleben. So war es auch in diesem Jahr möglich, an der Neuholländermühle zu klettern. Die Vorführung von Bergungstechnik durch die Feuerwehr war ebenfalls ein Anziehungspunkt für die Gäste. Natürlich sorgte auch der Schlepperkorso durch Wyhra wieder für einen absoluten Augenschmaus. Während die Erwachsenen interessante Informationen über Mühlen- und Schleppertechnik erhielten, tobten sich die Sprösslinge auf der Hüpfburg aus und waren mit Begeisterung beim Basteln von Strohpuppen und Mammuts in der Kinderecke dabei.

Der Musikverein Neukieritzsch-Regis brachte am Sonntagnachmittag mit seinem Platzkonzert fröhliche Stimmung auf das Festgelände unter die Besucher. Die Männerchöre von Benndorf und Zedtlitz luden dann gestern Vormittag mit musikalischen Einlagen zum Frühschoppen ein. Die Schalmeienkapelle aus Großbothen trug ebenfalls zur musikalischen Unterhaltung der Mühlentagsbesucher bei.

Doch ob nun Gast oder Schlepperfreunde: Am Schaufelradbagger SRs 630/800, den Andreas Träger als Modell im Maßstab 1:20 gefertigt hatte, kam in der Ausstellungshalle niemand vorbei, ohne diesen Koloss mit Staunen zu bewundern. "Ich habe von 1998 bis 2009 an dem Bagger gebaut", sagte der Bornaer. "Ich war früher Schlosser für Tagebaugroßgeräte, und diese Giganten haben mich schon immer fasziniert." Als sein Sohn noch klein war, habe er einfach mal probiert, ob der Bagger auch nur mit einer Kette seine Arbeit verrichten kann. "Dass hat funktioniert. So kam eins zum anderen. Ich besorgte mir Pläne und Zeichnungen. Und nun steht er maßstabsgetreu hier."

Da das Fest in Wyhra wieder ein voller Erfolg war, soll es auch 2014 wieder Besucher aus nah und fern anlocken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2013

Nicole Rathge-Scholz

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