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Schaufenster voller Kunst: Bildhauer-Paar zeigt „Machart“ in der Pegauer Altstadt

Kunst Schaufenster voller Kunst: Bildhauer-Paar zeigt „Machart“ in der Pegauer Altstadt

Sebastian Harbort und Jiang Bian-Harbort haben in Pegau einen Kunstraum eröffnet. Das Künstler-Paar präsentiert dort nicht nur seine Kunstwerke aus Holz, Metall und Keramik. Vornehmlich bietet es dort Workshops für interessierte Laien an. Mit Machart stoßen sie außerdem ein künstlerisches Fenster in die Stadt auf.

Im Kunstraum von Pegau treffen sich Laien zum Gespräch.

Quelle: Thomas Kube

Pegau. Kraft und Ruhe ausstrahlende Tierskulpturen aus Eiche und kleine figürliche Bronzen, großformatige Blüten und minimalistische Schmuckstücke aus Keramik, mit der Kettensäge gefertigte urige Holzschnitte und zarte chinesische Malerei: Der Kunstraum „Machart“ in der Pegauer Altstadt zeigt die Vielfalt künstlerischer Formensprache. Jiang Bian-Harbort und Sebastian Harbort luden am Vorabend des vierten Advents in den Laden in der Breitstraße, einst angestammtes Geschäft für Lampen und Elektrotechnik, der ihnen nun als Ort des Austauschs und als Fenster zur Stadt dient. Einer Stadt, die sich Kunst gegenüber seit Jahren offen zeigt, namentlich der Bildhauerei und ihren Pleinairs, deren Ergebnisse in den Straßen präsent sind. Zum Stadtfest im Sommer eröffneten beide ihren Kunstraum, den sie ausdrücklich nicht als Galerie, als etwas Elitäres verstanden wissen möchten – und verzeichnen seither wachsendes Interesse. Das zeigte auch die Besucherresonanz am Sonnabend.

„Die Stadt sieht es gern, dass Kunst und Kultur sichtbar werden“, sagt Sebastian Harbort. Die Idee, verwaiste Schaufenster so neu zu beleben, findet er charmant; „Machart“ ist der unverwechselbare Beitrag, den er und seine Frau Jiang gern leisten. Seit einigen Jahren haben sie im Ortsteil Kitzen ihr Atelier. Hier arbeiten sie nicht nur selbst; hier bieten sie auch Kurse an. Das ehemalige Geschäft in der Breitstraße ist für sie eine Brücke in die Stadt-Gesellschaft: „Wir sehen es als einen Kunst-Raum, der offen ist für alle.“ Nicht nur für Kreativität und für Kunstgenuss. Der 40-Jährige kann sich hier auch „einen runden Tisch, wo man über Kunst und Kultur spricht, nicht nur über Politik“, vorstellen. Jiang Bian-Harbort (40) spürt, „der Bedarf ist da, gerade auch bei Jüngeren, die kommen durchaus auch raus aus ihrer Smartphone-Welt“. Etwa, um sich in Kursen mit Bildhauerei und Keramik, demnächst vielleicht auch mit Druckgrafik zu beschäftigen. Kurse, die beide in Kitzen etabliert haben, die sie zum Teil nun in Pegau aufbauen möchten.

Das Skulpturale ist für beide eine künstlerische Klammer: Bian-Harbort, in China aufgewachsen, wo sie Design und visuelle Kommunikation studierte, fügte in Dresden Studien der Kunstgeschichte und der Bildhauerei an, war Meisterschülerin. Heute arbeitet sie freischaffend. Sebastian Harbort, Stuckateur in der Denkmalpflege, studierte – ebenfalls an der Elbe – Theaterplastik; neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist der Theaterplastiker an der Oper Leipzig engagiert. In der alten Schule in Kitzen, in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche romanischen Ursprungs, fanden sie einen gemeinsamen Lebens- und Arbeitsort.

„Die künstlerischen Einfälle begeistern mich. Selbst kreativ zu sein, macht mir Freude“, sagte Simone Schelle aus Kitzen, die bereits einen Keramikkurs absolvierte und der der Kunstraum in Pegau gefällt: „Da solle kein Weg dran vorbei führen. Hier gibt es sicherlich mehr Publikum als in Kitzen.“ Dass Kunst die Stadt bereichert, davon ist Peter Bringer überzeugt. Der Mann, der nach der Wende ein Vierteljahrhundert Bürgermeister war, ließ sich am Sonnabend natürlich sehen: „Kunst gehört zum Leben einfach dazu.“ Inadoris Kretzschmar freute sich vor allem darüber, dass in das Geschäft, das ihre Familie betrieb, jetzt auf so erfrischende Weise neues Leben eingezogen ist: „Wenn man von draußen durch die Schaufenster guckt, ist das doch ein schöner Anblick.“ Den Schritt über die Schwelle ins Innere zu tun, dazu möchten beide Künstler ermuntern. Reguläre Öffnungszeiten gibt es allerdings nicht; die einzuhalten, wäre nicht zu schaffen. Schließlich müssen sie vor allem eines: tätig sein.

www. bian-harbort.com

www.sebastianharbort.de

Von Ekkehard Schulreich

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