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Borna Scheues Dschungeltier in Groitzsch: Auf Spurensuche nach Marc Terenzi
Region Borna Scheues Dschungeltier in Groitzsch: Auf Spurensuche nach Marc Terenzi
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08:00 31.12.2016
Marc Terenzi auf dem Groitzscher Marktplatz – zu schön um wahr zu sein (Montage: LVZ). Doch der bekannte Sänger und Schauspieler soll schon an anderer Stelle in der Stadt seine Fußstapfen hinterlassen haben. Quelle: Andreas Döring, Mathis Wienand (Getty Images)
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Groitzsch

Im Dschungel leben seltene Tiere. Schön und wild zugleich wie der Blaue Pfeilgiftfrosch, das Faultier oder die süßen Plumploris. Aber es gibt noch Biotope auf dieser Welt, Groß- und Kleinstadtdschungel zum Beispiel, in denen so manche Spezies unbeobachtet an der Wissenschaft vorbeikommt.

Der gemeine Groitzscher ist ein robuster Kleinstadt-Indianer, und mehr oder weniger ethnologisch erforscht. Doch es mehren sich seit einem halben Jahr die Gerüchte um einen besonders scheuen Neuzugang mit dunklen Haaren und Rehaugen, der mal hier, mal da in der Stadt gesehen wird: Marc Terenzi, 38, US-amerikanischer Popsänger, Schauspieler, Model, Stripper, Veranstalter von Horror-Events – bekannt auch als der smarte Ex-Mann von Soulsängerin Sarah Connor, mit der er zwei Kinder hat. Ein C-Promi an der Schnauder, wo man dreiviertel statt „viertel vor“ sagt und seine „Bemme im Gaffee eindiddscht“?

Da kann nur eine Frau dahinter stecken, kombiniert der kluge Schusterstädter und erzählt hinter vorgehaltener Hand von einer einheimischen Geschäftsfrau, blond und wohlgestaltet, die ihn hier hergelockt haben soll. Doch die Spurensuche nach Marc Terenzi ist mühsam und aufwendig wie nach dem Yeti im tibetischen Hochland oder dem schottischen Nessie. Nichts Genaues weiß man nicht, und es gibt nur wenige belastbare Fotos – MT in einem ortsbekannten Musikhaus, MT mit der Schönen auf Partyfotos – die Rückschlüsse auf seine Groitzscher Fußstapfen zulassen. Darüber hinaus soll er im Azur am Schützenplatz seine Muckis trainieren. Aber Augenzeugenberichte? Fehlanzeige! Gesprächige Nachbarn? Nitschewo! Eingeweihte Freunde? Überall nur eisiges Schweigen und Köpfe senken!

Geht der Mann nicht mal beim Bäcker einkaufen oder auf einen Absacker ins „Weiße Roß“? Steht er in keinem Halteverbot? Null Bock auf eine Abendvorstellung bei Enno im Kino? Offenbar, denn nirgendwo gibt es verwertbare Spuren nach dem bunten Vogel. Marc Terenzi ist ein Phantom in Groitzsch, nichts als müde Hinweise und Getuschel. Wenigstens der Carnevalclub GCC hat dem Sänger in seinem aktuellen Programm eine Mini-Passage gewidmet.

Zurück zum australischen Regenwald. Im RTL-Dschungelcamp soll Marc Terenzi ab Mitte Januar auf Tauchstation ge-hen, unter anderem mit Ex-Fußballprofi Thomas Häßler, der Leipziger Maklerin Hanka Rackwitz, Schauspielerin Nastassja Kinski, Neue-Deutsche-Welle-Sängerin Fräulein Menke und, jetzt wirds delikat: Model und Ex-Terenzi-Geliebte Gina-Lisa Lohfink. Vielleicht plaudert er dann ja in einem Anflug von Sentimentalität von seinem Zweitwohnsitz in Groitzsch, schwärmt vom nächtlich angestrahlten Wasserturm, von der Männersauna im Azur, der Burgruine und dem Karnevalzauber. Millionen Menschen werden ihm an den Lippen kleben und sich denken: Meine Güte, das Groitzsch muss ja eine tolle Stadt sein...

Von Kathrin Haase

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