Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
"Schiff ahoi" ins Neuseenland

"Schiff ahoi" ins Neuseenland

Zwenkau. Im Tourismusbild des Leipziger Neuseenlandes ist der Zwenkauer See mit Abstand das größte Mosaiksteinchen. Für die Reederei Zwenkau GmbH als Betreiber des Fahrgastschiffes „Santa Barbara" ist der 9,7 Quadratkilometer große „Riese" ein Quell für immer neue Ideen.

. In diesem Jahr will das vierköpfige Unternehmen von Geschäftsführer Andreas Hipp neben Rundfahrten und Chartergeschäft zum ersten Mal auch einen Fährbetrieb anbieten.

Bis zu seinem Flutungsende 2014 steigt der Zwenkauer See jährlich vier bis viereinhalb Meter an, erreicht am Ende einen Stand von 113,5 Meter über Normalnull. Und die „Santa Barbara", das Fahrgastschiff der Reederei Zwenkau mit einer Kapazität von 150 Sitzplätzen, steigt immer mit. Seit mittlerweile vier Jahren dreht der dieselbetriebene Koloss auf dem größten Gewässer im Leipziger Südraum seine Runden. Möglich macht das eine Sonder-Nutzungsgenehmigung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltung (LMBV) und der Stadt Zwenkau, denn solange die Flutung nicht abgeschlossen ist, steht der See noch unter Bergrecht. Bis 1999 war hier Tagebaubetrieb. Andere Schiffe oder Paddler haben damit gegenwärtig keine Chance, Wind und Wellen auszunutzen.

Andreas Hipp ist seit Gründung der Reederei 2008 kaufmännischer Geschäftsführer des Vier-Mann-Unternehmens mit Sitz in Leipzig-Plagwitz. „Unsere Arbeit ist eine Hommage an den Standort Zwenkau", erzählt der gelernte Bauingenieur und Elektromonteur, der aus Groitzsch stammt und zu der Region eine ganz besondere Bindung verspürt. Europaweit suchte die Reederei nach einem geeigneten Schiff, auch in den Niederlanden und am Rhein, stieß dann jedoch in Mecklenburg auf das ausrangierte Fahrgastschiff „Walküre". Es war Liebe auf den ersten Blick. „Wir haben es auf einen LKW verladen und hierher holen lassen", erinnert sich der Geschäftsführer, „das war eine logistische Meisterleistung." Schnell wurde die fast 27 Meter lange und 4,85 Meter breite „Walküre" in „Santa Barbara" umgetauft – zu Ehren von Barbara, der Schutzpatronin der Berg-, Hütten- und Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker und Architekten. Die Schiffstaufe nahm seinerzeit die Frau des damaligen Zwenkauer Bürgermeisters, Gisela Ehme, vor. Herbert Ehme selbst ist heute noch Ehrenkapitän und hält hin und wieder Vorlesungen auf dem Schiffsdeck oder erzählt Anekdoten aus seiner Amtszeit.

Im Jahr 2012 bricht für die „Santa Barbara" das fünfte Jahr auf dem Zwenkauer See an. Gefragt sind vor allem die anderthalbstündigen Rundfahrten sowie das Chartergeschäft. Firmen und Privatpersonen buchen das Schiff dann für Spezialausflüge, wobei sich Kapitän Swidbert Scholz nicht nur als „Lokführer", sondern auch als begnadeter Unterhalter präsentiert. „Er erzählt von der Vergangenheit des Sees und berichtet kleine Geschichten am Rande. Das muss man erst mal können", lobt Andreas Hipp seinen Steuermann und denkt schon ein paar Schritte weiter. Wenn in wenigen Jahren die neue Schleuse zum Cospudener See in Betrieb geht, eröffnen sich auch für die „Santa Barbara" neue Einsatzmöglichkeiten. Der Kanalverbund sei enorm wichtig für diese Region und ein Quell für neue Ideen, um Touristen anzulocken, findet der Geschäftsführer. „Viele kleine Dinge machen auch etwas Großes aus."

Knapp über 15 000 Passagiere wurden vergangenes Jahr auf der „Barbara" aufgenommen, die Zuwachsrate liegt bei 15 bis 20 Prozent. Reisegesellschaften aus dem Erzgebirge und Dresden haben den See – der seiner Größe nach zu den Top 50 in Deutschland gehört – genauso entdeckt wie Leipziger oder Familien aus dem Südraum. Ab diesem Jahr bietet die Reederei in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband „Neue Harth" und der Stadt Zwenkau einen Fährbetrieb an. „Das ist Tourismus", freut sich Andreas Hipp auf die neue Aufgabe, „wir müssen unseren Gästen immer etwas Neues anbieten. Sie sollen sehen, was sich hier tut, wie sich der Südraum vernetzt und entwickelt. Erst vor Kurzem hat am Ostufer, am Elster-Saale-Radweg ein Zitzschener ein Imbissgeschäft aufgemacht. Das ist schon ein fester Haltepunkt für Fernradfahrer geworden. Solche kleinen Pflänzchen muss man nutzen."

Für den neuen Fährbetrieb muss die „Santa Barbara" leicht umgebaut werden: auf dem Achterdeck entstehen Fahrrad-Stellplätze sowie ein behindertengerechter Zugang für Rollstuhlfahrer. „Unser neues Angebot dürfte gerade für Radfahrer und Spaziergänger attraktiv sein. Immerhin beträgt eine Runde um den See 25 Kilometer. Wem das zu lang wird, der kann sich auf halber Strecke übersetzen lassen", erklärt Hipp.

Kathrin Haase

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

19.08.2017 - 19:07 Uhr

Nach dem 0:3 gegen die Kickers Markkleeberg haben die Muldestädter wieder in die Erfolgsspur gefunden. Sie besiegten Aufsteiger Lipsia Eutritzsch deutlich mit 4:0. 

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr