Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna "Schiff ahoi" ins Neuseenland
Region Borna "Schiff ahoi" ins Neuseenland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:43 14.03.2012
Anzeige

. In diesem Jahr will das vierköpfige Unternehmen von Geschäftsführer Andreas Hipp neben Rundfahrten und Chartergeschäft zum ersten Mal auch einen Fährbetrieb anbieten.

Bis zu seinem Flutungsende 2014 steigt der Zwenkauer See jährlich vier bis viereinhalb Meter an, erreicht am Ende einen Stand von 113,5 Meter über Normalnull. Und die „Santa Barbara", das Fahrgastschiff der Reederei Zwenkau mit einer Kapazität von 150 Sitzplätzen, steigt immer mit. Seit mittlerweile vier Jahren dreht der dieselbetriebene Koloss auf dem größten Gewässer im Leipziger Südraum seine Runden. Möglich macht das eine Sonder-Nutzungsgenehmigung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltung (LMBV) und der Stadt Zwenkau, denn solange die Flutung nicht abgeschlossen ist, steht der See noch unter Bergrecht. Bis 1999 war hier Tagebaubetrieb. Andere Schiffe oder Paddler haben damit gegenwärtig keine Chance, Wind und Wellen auszunutzen.

Andreas Hipp ist seit Gründung der Reederei 2008 kaufmännischer Geschäftsführer des Vier-Mann-Unternehmens mit Sitz in Leipzig-Plagwitz. „Unsere Arbeit ist eine Hommage an den Standort Zwenkau", erzählt der gelernte Bauingenieur und Elektromonteur, der aus Groitzsch stammt und zu der Region eine ganz besondere Bindung verspürt. Europaweit suchte die Reederei nach einem geeigneten Schiff, auch in den Niederlanden und am Rhein, stieß dann jedoch in Mecklenburg auf das ausrangierte Fahrgastschiff „Walküre". Es war Liebe auf den ersten Blick. „Wir haben es auf einen LKW verladen und hierher holen lassen", erinnert sich der Geschäftsführer, „das war eine logistische Meisterleistung." Schnell wurde die fast 27 Meter lange und 4,85 Meter breite „Walküre" in „Santa Barbara" umgetauft – zu Ehren von Barbara, der Schutzpatronin der Berg-, Hütten- und Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker und Architekten. Die Schiffstaufe nahm seinerzeit die Frau des damaligen Zwenkauer Bürgermeisters, Gisela Ehme, vor. Herbert Ehme selbst ist heute noch Ehrenkapitän und hält hin und wieder Vorlesungen auf dem Schiffsdeck oder erzählt Anekdoten aus seiner Amtszeit.

Im Jahr 2012 bricht für die „Santa Barbara" das fünfte Jahr auf dem Zwenkauer See an. Gefragt sind vor allem die anderthalbstündigen Rundfahrten sowie das Chartergeschäft. Firmen und Privatpersonen buchen das Schiff dann für Spezialausflüge, wobei sich Kapitän Swidbert Scholz nicht nur als „Lokführer", sondern auch als begnadeter Unterhalter präsentiert. „Er erzählt von der Vergangenheit des Sees und berichtet kleine Geschichten am Rande. Das muss man erst mal können", lobt Andreas Hipp seinen Steuermann und denkt schon ein paar Schritte weiter. Wenn in wenigen Jahren die neue Schleuse zum Cospudener See in Betrieb geht, eröffnen sich auch für die „Santa Barbara" neue Einsatzmöglichkeiten. Der Kanalverbund sei enorm wichtig für diese Region und ein Quell für neue Ideen, um Touristen anzulocken, findet der Geschäftsführer. „Viele kleine Dinge machen auch etwas Großes aus."

Knapp über 15 000 Passagiere wurden vergangenes Jahr auf der „Barbara" aufgenommen, die Zuwachsrate liegt bei 15 bis 20 Prozent. Reisegesellschaften aus dem Erzgebirge und Dresden haben den See – der seiner Größe nach zu den Top 50 in Deutschland gehört – genauso entdeckt wie Leipziger oder Familien aus dem Südraum. Ab diesem Jahr bietet die Reederei in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband „Neue Harth" und der Stadt Zwenkau einen Fährbetrieb an. „Das ist Tourismus", freut sich Andreas Hipp auf die neue Aufgabe, „wir müssen unseren Gästen immer etwas Neues anbieten. Sie sollen sehen, was sich hier tut, wie sich der Südraum vernetzt und entwickelt. Erst vor Kurzem hat am Ostufer, am Elster-Saale-Radweg ein Zitzschener ein Imbissgeschäft aufgemacht. Das ist schon ein fester Haltepunkt für Fernradfahrer geworden. Solche kleinen Pflänzchen muss man nutzen."

Für den neuen Fährbetrieb muss die „Santa Barbara" leicht umgebaut werden: auf dem Achterdeck entstehen Fahrrad-Stellplätze sowie ein behindertengerechter Zugang für Rollstuhlfahrer. „Unser neues Angebot dürfte gerade für Radfahrer und Spaziergänger attraktiv sein. Immerhin beträgt eine Runde um den See 25 Kilometer. Wem das zu lang wird, der kann sich auf halber Strecke übersetzen lassen", erklärt Hipp.

Kathrin Haase

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:php3FwjCR20120313192026.jpg]
Borna. Die gute Nachricht lautet: das Leipziger Symphonieorchester (LSO)wird auch weiterhin regelmäßig im Stadtkulturhaus Konzerte geben.

13.03.2012

Dem sächsischen Zollamt ist offenbar ein Schlag gegen einen Drogendealerring im Landkreis Leipzig gelungen. Die Staatsanwaltschaften Leipzig und Dresden haben zwei mutmaßliche Drogenhändler in Untersuchungshaft gebracht, die an der tschechischen Grenze mit mehr als einem halben Kilogramm der hochkonzentrierten und ebenso gefährlichen synthetischen Modedroge „Crystal" erwischt wurden.

13.03.2012

Der Höhenflug der Bornaer Volleyballerinnen hält an. Beim SV Textima Süd Chemnitz baute der SV Einheit seine Erfolgsserie mit dem 0:3 (22:25, 19:25, 11:25) auf sechs Siege in Folge aus.

12.03.2012
Anzeige