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Schillerfest in Kahnsdorf: Führung, Konzert und Kaffee locken zahlreiche Besucher an

Zehnte Auflage Schillerfest in Kahnsdorf: Führung, Konzert und Kaffee locken zahlreiche Besucher an

Ein umfangreiches Kulturprogramm gab es am Wochenende bei der zehnten Auflage des Schillerfestes in Kahnsdorf. Zahlreiche Besucher kamen.

Beim Rundgang durch den Ort mit Gästeführerin Sabine Raabe (vorn links) tauchen die Besucher in die Kahnsdorfer Geschichte ein.

Quelle: René Beuckert

Kahnsdorf. Ein umfangreiches Kulturprogramm gab es am Wochenende bei der zehnten Auflage des Schillerfestes in Kahnsdorf. Das Herrenhaus nebst Teichanlage und der geführte Rundgang durch den Ort zogen die Besucher ebenso magisch an wie die Buchlesung im Schillerkaffee sowie die Aufführungen der Schillerstücke mit den „Fischelanden Gaffeedanden“. Dabei bildete die Sommerabendmusik, „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ mit dem Ensemble Kolorit den Abschluss.

Organisiert wird das Schillerfest vom Heimatverein des Bornaer Landes. Hans-Jürgen Ketzer vom Verein eröffnete am Sonnabend pünktlich 14 Uhr den Veranstaltungsreigen. Die eigentliche Eröffnung hatte bereits am Vorabend stattgefunden, als ein Festvortrag zum Thema „Fluchtwege-Schillers Heimat“ geschichtliche Einblicke bot. Ein Konzert mit Romantika und das Podiumsgespräch, „Kahnsdorfer Perspektiven“ zum Thema „Kultur als Tourismusfaktor im Neuseenland“ rundeten die Veranstaltung ab. Das rege Besucherinteresse am Freitagabend, habe ihm das Bedürfnis nach Kultur und Tourismus auf dem Land bestätigt, so Ketzer.

„Als wir vor zehn Jahren die erste Veranstaltung dieser Art durchgeführt haben, war das Herrenhaus noch nicht herausgeputzt, und auch das Umfeld lag im Dornröschenschlaf“, erinnert sich Ketzer. Für ihn sei es interessant zu sehen, wie sich alles Jahr für Jahr verändert hat und dabei immer mehr Besucher angelockt werden.

Gästeführerin Sabine Raabe begrüßte die Besucher im historischen Gewand, und gab ihnen Einblicke in die Geschichte des Herrenhauses und des Ortes. Am Eingang zum Schillerpark, gleich neben dem Teich auf der Rückseite des Herrenhauses, wartete eine weitere Überraschung auf die Besucher. Auch hier wurde die Zeit zurückgedreht. Wie zu Schillers Zeiten boten Kinder in der Kleidung der Schillerzeit kulinarische Kostproben zu „Kabale und Liebe“ oder versuchten, mit Pfeil und Bogen, ganz wie Wilhelm Tell, den Apfel zu treffen. Auch im Origami konnten sich die Parkbesucher erproben. Die Leiterin des Freizeitzentrums Borna, Antje Steinhard, erlkärte, die Kinder seien von diesem Projekt begeistert gewesen.

Emily Nitzsche fühlte sich wohl in ihrem Kostüm. „Es ist schön den Leuten, ein Stück Geschichte mit auf den Weg zu geben.“ Lydia Fischer ging ganz in ihrer Rolle als Wilhelm Tell auf. „Mit Pfeil und Bogen umzugehen und den Apfel tatsächlich zu treffen, ist gar nicht so einfach“, sagte sie. Zum Glück musste ihr „Sohn“ den Apfel nicht auf dem Haupt tragen. Stattdessen lag er auf einem Pfahl.

Geschäftsführerin Sigrun Kaspar vom Heimatverein des Bornaer Landes hob die Bedeutung des Festes hervor, das sich gut entwickelt habe. „Die Besucher kommen nicht nur aus der Region, vielmehr nehmen auch Leute aus weiter entfernteren Orten die Veranstaltung in Kahnsdorfer wahr.“

Zur zweistündigen Führung durch Kahnsdorf gehörte auch ein Besuch der Kirche. „Der Erntedankkranz an der Wand soll auf die ländliche Tradition verweisen, wo zu jener Zeit nach der Ernte eine Krone aus Getreide geflochten wurde. Diese Technik ist heute nicht mehr vielen bekannt und wird nur noch zur Traditionspflege auf einigen Dörfern bewahrt“, erläuterte Gästeführerin Raabe.

Siegfried Fuchs aus Wyhra wollte sich die Veranstaltung in Kahnsdorfer nicht entgehen lassen. Er zeigte sich vom Engagement des Heimatvereins angenehm überrascht.

Eine Matinee des Orchesters Holzhausen und die Aufführung des Duo „con emotione“ beschloss am Sonntag das Schillerfest.

Von René Beuckert

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