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Schlamm erstickt 10 000 Forellen

Schlamm erstickt 10 000 Forellen

Fischereibetriebe leben naturgemäß mit dem Wasser und auch mit seinen Tücken. Doch so schlimm wie Anfang Juni hat es den in Deutzen angesiedelten Unternehmer Jürgen Etzold noch nie erwischt.

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So groß sollten die 10 000 Forellen bis Weihnachten werden, die als Folge des Hochwassers im Speicherbecken Borna verendet sind. Es ist nicht der einzige Verlust, den der Deutzener Fischereibetrieb von Jürgen Etzold verkraften muss.

Quelle: André Neumann

Deutzen. Allein im Speicherbecken Borna, der Adria, starben 10 000 kleine Forellen.

Von André Neumann

Es war der viele Schlamm, dem die gerade mal zwanzig Gramm schweren Fische, die seit März in den Netzgehege-Anlagen auf der Adria schwammen, hilflos ausgeliefert waren. Die Hochwasserwelle, sagt Etzold (55), war diesmal so voller Schlamm von den Feldern, wie noch nie. Der Schmutz verfängt sich in den Kiemen. Größere Fische kommen damit zurecht, die kleinen haben es diesmal nicht geschafft, sie sind erstickt, sagt Etzold traurig, der die toten Fische selbst entdeckt hat. "Das tut schon weh". Mit zehn Gramm Gewicht hatte der Unternehmer die Fische im März ausgesetzt, bis Weihnachten sollten sie verkaufsreif, das heißt mindestens 350 Gramm schwer sein. Erfahrungsgemäß, sagt Etzold, würden von 10 000 Satzforellen wenigsten 9000 heranwachsen. Somit entgehen seinem Geschäft mehr als drei Tonnen Forellen oder rund 24 000 Euro. Weil aber das Futter schon bereitliegt und vor allem, weil er die Kunden zufriedenstellen will, wird er jetzt wohl oder übel Satzforellen nachkaufen müssen.

Keinen Ersatz bekommt er voraussichtlich für mehrere Tonnen Karpfen, die das Hochwasser in Windischleuba und in Nobitz im Altenburger Land, wo Etzold Teiche gepachtet hat und bewirtschaftet, davongespült hat. In Windischleuba lief die Pleiße in die Teiche und spülte sie aus. Die Fische seien einfach weggeschwommen. "Hier rechne ich mit Totalverlust", sagt Etzold bitter und spricht von sechs Tonnen zwei- und dreijähriger Karpfen, die im Herbst abgefischt worden wären. Den Verlust beziffert er mit rund 20 000 Euro. In Nobitz vollzog sich ein ähnliches Szenario, auch dort herrsche jetzt "Totenstille im Teich", ähnlich wie im Teich am Lindenvorwerk. Doch während Satzforellen auch jetzt noch zu haben sind, wird er das Geschäft mit den Karpfen vergessen können. Wie schlimm es wirklich ist, werde sich im Herbst zeigen, wenn die Teiche abgelassen werden.

Erst dann wird man auch sehen, wie viel Schlamm das Hochwasser in die Teiche gebracht hat. Ein Problem, das laut Etzold vor allem die Eigentümer der Teiche hart treffen könnte.

Für seinen Betrieb bringt das Hochwasser noch einen weiteren ungünstigen Effekt. Zwei wichtige Wege zu seinem Fischverkauf in Deutzen, über den der größte Teil der Produktion an den Kunden gebracht wird, sind abgeschnitten: die Verbindung von der B 93 nach Regis-Breitingen und die Straße von Borna nach Deutzen. Über Letzteres regt sich Jürgen Etzold besonders auf: "Hier wurde für viel Geld ein Pumpwerk gebaut und die Straße angehoben. Ich überlege schon, ob ich einen Fährbetrieb aufmache, um meinen Umsatzverlust auszugleichen." Die seit über zwei Wochen andauernden Sperrungen würden das Geschäft um dreißig Prozent drücken. Denn seine Kunden wüssten zwar, dass der Fisch hier frisch und schmackhaft ist, "die Umleitung über Lobstädt oder Neukieritzsch fährt trotzdem nicht jeder."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2013

Neumann, André

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