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Borna Schleiereule in Michelwitz hat Nachwuchs
Region Borna Schleiereule in Michelwitz hat Nachwuchs
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20:00 23.07.2018
Erstmals beringten Dietmar Heyder (r.) und Andreas Fischer im Turm der Kirche Michelwitz die Schleiereulenkinder. Derzeit wachsen hier vier kleine Federknäule heran. Quelle: Olaf Becher
Groitzsch/Michelwitz

Im alten Turm der Michelwitzer Dorfkirche ist es doch nicht so einsam, wie es von außen vielleicht den Eindruck macht. Seit einigen Jahren haben sich in dem historischen Gemäuer mit der Schleiereule – als wohl bekannteste Eulenart in der Region – gefiederte Untermieter eingenistet.

Dafür wurde extra ein Brutkasten für die stillen Jäger der Nacht installiert, der sich nur knapp drei Meter unterhalb der beiden Glocken befindet. In den letzten Wochen hat dort ein Pärchen erfolgreich gebrütet und zieht nun vier Jungvögel auf.

Es ist in diesem Jahr die bisher einzige bekannte Brut im Bornaer Raum, weiß Ornithologe Andreas Fischer von der Groitzscher Regionalgruppe „Südraum“ im Naturschutzbund (NABU). Alle anderen, regelmäßig kontrollierten Nester wie in Borna, Ramsdorf, Hohendorf, Hagenest oder Hemmendorf blieben diesmal leer.

„Bestandsschwankungen sind bei den Eulen normal, aber dieses Mal ist es nach einigen guten Jahren besonders schlecht“, erklärt Fischer. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. So spielt der Verlauf des Winters ebenso eine Rolle, wie das unterschiedliche Nahrungsangebot. Ist das vorwiegend aus Mäusen und anderen Kleinnagern bestehende Beutespektrum zu gering, verzichten viele Schleiereulen einfach auf die Brut. Auch fehlen immer mehr offene Feldscheunen, in die sich die Vögel in kalten Wintern zurückziehen können.

Die vier kleinen Michelwitzer Federknäule wurden bisher von den Alttieren trotz der langen Trockenphasen ganz gut versorgt. Etwa fünf bis sechs Wochen alt, wechseln die Jungvögel mit dem markanten herzförmigen Gesicht gerade ihr Daunenkleid in das spätere Gefieder. Genau die richtige Zeit, um ihnen auch den Personalausweis in Form von kleinen Metallringen anzulegen.

Gemeinsam mit dem Markranstädter Beringer Dietmar Heyder vollzog Andreas Fischer diese Prozedur. Über einen eingravierten Zifferncode sind die Vögel nun bei der Beringungszentrale Hiddensee registriert. Durch spätere Wiederfunde können somit Aussagen über das Zugverhalten, das Alter und die Herkunft der Tiere gemacht werden. Sind die Nestlinge in wenigen Wochen flügge und verlassen die Kinderstube, könnte bei entsprechender Witterung und Nahrungsangebot sogar noch eine zweite Brut folgen.

Von Olaf Becher

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