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Borna Schleiereulen: Ringe für die Jäger der Nacht in Hagenest und Nenkersdorf
Region Borna Schleiereulen: Ringe für die Jäger der Nacht in Hagenest und Nenkersdorf
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19:00 23.06.2016
Hoch das Bein. Auch das kleinste Geschwisterchen der Nenkersdorfer Schleiereulen-Brut bekommt einen Ring. Quelle: Olaf Becher
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Regis-Breitingen/Frohburg

Auch wenn sie zumeist nur nachts aktiv sind, scheinen sich die Schleiereulen in der Bornaer Region zunehmend wohl zu fühlen. An über 10 Standorten sind für diese geschützten Vögel besetzte Brutstätten bekannt. Neben Hagenest, Ramsdorf (beide Stadt Regis-Breitingen) und Hemmendorf (Stadt Groitzsch) sorgen Paare gleichfalls in allen vom Naturschutzbund (NABU) umgebauten Trafohäusern für Nachwuchs. Die Hagenester Kinderstube bekam vor Kurzem Besuch von Dietmar Heyder. Der Ornithologe aus Markranstädt versah die vier kleinen Eulen mit einem Aluminiumring, der sie über den eingestanzten Zifferncode fortan unverwechselbar macht. „Über die Ringe haben wir schon Nachweise von älteren Schleiereulen unseres Hofes, die sich im näheren Umkreis bis nach Kohren-Sahlis und Gnandstein wieder angesiedelt haben“, erklärte Gunter Straßburger vom gleichnamigen Landwirtschaftsbetrieb. Bereits seit über 17 Jahren brüten in seiner offenen Feldscheune die Eulen mit ihrem markanten, herzförmigen Gesicht. „Die Jungvögel sind jetzt zwischen vier bis fünf Wochen alt und entsprechend entwickelt. Das ausgewogene Klima kam in diesem Jahr den Tieren zugute und zudem ist die Nahrungssituation wieder recht optimal“, freute sich Andreas Fischer von der Groitzscher Regionalgruppe Südraum im NABU. Erstmals beringte Heyder diesmal auch sechs Eulenkinder im Frohburger Ortsteil Nenkersdorf. Hier kümmern sich Gisela und Peter Kunze um die Jäger der Nacht. Vor etwa 15 Jahren bemerkte das Ehepaar die Tiere in einer offenen Scheune am Feldrand. Sogleich bauten sie in Eigeninitiative einen Brutkasten, den beide mit Zustimmung des Eigentümers dort befestigten. „Der Kasten wurde sofort angenommen. Jedes Jahr konnten wir kleine Schleiereulen ausfliegen sehen“, erzählen die Rentner. Durch die Zeitungsberichte der LVZ über die Beringungen an anderen Orten nahmen die Kunzes jetzt Kontakt mit Dietmar Heyder auf, um die Nenkersdorfer Vögel ebenfalls markieren zu lassen. Der Beringer war erstaunt und erfreut zugleich über die uneigennützigen Bemühungen der Familie. Allen Eulen bescheinigte er einen guten Zustand, wenngleich die Jüngste es nicht leicht gegenüber ihren fünf größeren Geschwistern haben wird. Doch sollten die Bedingungen weiter so günstig bleiben, kann es sogar noch zu einer zweiten Jahresbrut kommen.

Von Olaf Becher

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