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Schleppender Start nach Wintereinbruch

Schleppender Start nach Wintereinbruch

Um Gleitschuh zu fahren, war gestern früh auf der B95 zu viel Verkehr. Der Straßenbelag selbst hätte gepasst. Auf der ganzen Länge von der Autobahn 38 im Norden bis Langenleuba-Oberhain im Süden kamen die Autos nur schwer voran, wenn sie nicht im Stau standen.

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Auf glatter Straße ging es gestern auch in der Bornaer Sachsenallee in Richtung Leipzig nur im Schneckentempo vorwärts.

Quelle: Frank Prenzel

Borna. Dort steckten auch die Linienbusse fest. Die Polizei war am Morgen im Dauereinsatz, doch wo es krachte, ging es ohne Verletzte ab.

Der Start in die neue Woche geriet für alle, die gestern hinter dem Steuer saßen, zu einer großen Herausforderung. Die nicht jeder zu meistern verstand: Ab 4Uhr registrierte das Polizeirevier Borna Verkehrsunfälle im Zehn-Minuten-Takt. "Schwerpunkt war ganz klar die Bundesstraße 95. Aber in allen Fällen ging es zum Glück ohne Verletzte ab", resümierte Dienstgruppenführer Sven Schymik.

Die Unfallserie eröffnete ein PKW, der Richtung Rötha unterwegs war, hinter Böhlen aber von der Piste schusselte. Ab Abzweig Rötha krachte ein Wagen in die Leitplanke, am Abzweig Kitzscher ein anderer. Bald darauf rasselten nahe Rötha zwei weitere Wagen gegen die Planken, ein Duo folgte bei Espenhain unfreiwillig diesem Beispiel. Zwischen Deutzen und Neukieritzsch landete ein Auto im Graben, dasselbe Bild in Narsdorf an der Auffahrt auf die Bundesstraße 175. Auf der B95 zwischen Pflug und Langenleuba-Oberhain ging zeitweise nichts mehr, vermeldete der Verkehrsfunk.

Bei vielen Autofahrern lagen die Nerven blank. Vor allem bei jenen, die aus dem Süden in Richtung Leipzig wollten, doch in Eula und Kesselshain nicht durch den einspurigen Baustellen-Bereich kamen. Hier war ein Laster ins Rutschen gekommen und blockierte alles. "Da ging gar nichts mehr", sagte Schymik. Der Rückstau reichte auf der B95 bis weit Richtung Zedtlitz. Und weil am Bornaer Krankenhaus kaum einer auf die B95 auffahren konnte, war auch die B93 bis weit in die Stadt hinein dicht.

Dass sich derart hartnäckiges Eis auf den Fahrbahnen bildete, führte Hubertus Baumgarten, Chef der Straßenmeisterei Borna, auf die Natriumchlorid-Lösung zurück, das der Winterdienst verwende. "Bei minus sieben Grad stößt das an seine Grenzen", sagte er. Zwar seien die Fahrzeuge seit 3 Uhr auf Tour gewesen, doch weil die eine gewisse Wärme erzeugende Rollreibung des Verkehrs erst später einsetzte, sei es zu Überfrierungen gekommen. Aus Baumgartens Sicht aber keine Katastrophe: "Wir haben zwischen 6 und 22 Uhr die Befahrbarkeit zu gewährleisten. Und befahrbar sind die Straßen - wenn man umsichtig fährt." Schwieriger sei die Situation auf den Kreisstraßen, doch von dort höre er kaum Klagen; gerade im Kohrener Land stellten sich Autofahrer wohl besser auf den Winter ein.

"Das Eis aufzutauen ist ein langwieriger Prozess", bestätigte Hartmut Seidel von der Straßenmeisterei Zwenkau, die den Nordrand des Kreises und die Groitzscher Region bedient. Den Schnee von der Fahrbahn zu schieben, sei nicht möglich gewesen, da er festgefroren sei. Mit 50 Kilometern pro Stunde komme man aber auf den meisten Strecken durch, wenn nicht gerade "an einer Steigung ein LKW mit unpassender Bereifung hängt oder manche an den Ampeln am Berg Probleme haben, wieder anzufahren".

Dass einige Schüler gestern ihre Schulen in der Bornaer Region nicht pünktlich erreichten, war zwangsläufig. Weniger wegen des Eises, vielmehr wegen der Staus, sagt Markus Müller, Disponent des Busunternehmens ThüSac. Auf der Linie 276 von Borna in Richtung Kitzscher, Mölbis, Espenhain und zurück etwa habe es Verspätungen von bis zu einer Dreiviertelstunde gegeben. Im Stau stand auch der Bornaer Stadtverkehr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2013

Ekkehard Schulreich

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