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Borna Schloss Thierbach: Kein Dach mehr und jede Menge Müll im Park
Region Borna Schloss Thierbach: Kein Dach mehr und jede Menge Müll im Park
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00:34 02.03.2018
Die Ruine des einstigen Schlosses Thierbach ist jetzt im Winter durch die kahlen Bäume hindurch gut zu sehen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kitzscher/Thierbach

Jetzt im Winter, wenn die Bäume kahl sind, ist das Elend am südlichen Rand von Thierbach wieder ziemlich deutlich zu sehen. Verfall und Vermüllung scheinen sich am Schloss im einstigen Rittergutspark ein Wettrennen zu liefern. Und das seit Jahren. Denn der Eigentümer des Anwesens, der Leipziger Unternehmer Reinhard Rade, sieht derzeit keine Möglichkeiten, aus dem Grundstück und den Resten des 1888 erbauten, einst prächtigen Gebäudes, etwas zu machen.

Verfall und Vermüllung scheinen sich am Schloss im einstigen Rittergutspark in Thierbach ein Wettrennen zu liefern. Und das bereits seit Jahren.

Eigentümer: „Es rechnet sich alles nicht so richtig“

„Wir haben Verschiedenes versucht. Es rechnet sich alles nicht so richtig“, sagte er auf Anfrage der LVZ. Rade hatte das Gelände um die Jahrtausendwende von der LMBV gekauft. Auf Fotos von damals waren immerhin noch ein paar Fenster zu erkennen, wo heute nur noch leere Höhlungen sind. Getan hat sich seitdem nichts. Der Verfall schreitet voran, längst gibt es auf dem Haupthaus des Schlosses kein Stück intaktes Dach mehr.

Unschöner Nebeneffekt: Das Gelände rund um das Schloss und das später errichtete Wohnhaus wird als Müllablageplatz genutzt. Abfall jeglicher Art türmt sich auch in den Garagen, die auf dem Gelände stehen, und in dem ebenfalls ruinösen Wohnhaus zwischen Park und Sportplatz.

Auf Fördermittel gesetzt

Glaubt man Rade, so soll damals eine Million D-Mark an Fördermitteln für die Stabilisierung des Gebäudes zur Verfügung gestanden haben. Angeblich sei das Geld, auf das Rade offenbar gezählt hatte, nach dem Hochwasser 2002 aber anderweitig ausgegeben worden.

Das noch weitgehend intakte Schloss Thierbach in einer früheren Ansicht. Quelle: privat

Zwischenzeitlich sollen unter anderem eine Schönheitsfarm und ein Schulungszentrum im Gespräch gewesen sein. Und sogar ein Künstler aus England habe sich für das Schloss interessiert, der Installationen aus Maschinenteilen errichten wollte.

Rade schätzt, dass ein Wiederaufbau des Schlosses als Wohngebäude mindestens zwei Millionen Euro kosten würde. Damit käme man auf 3000 Euro je Quadratmeter, und dafür finde man derzeit keinen Investor. Und für wohlhabende Privatinvestoren, die sich ein Schloss kaufen und aufbauen, sei die Gegend um Thierbach noch nicht attraktiv genug.

Kommune kann nur zuschauen

Die Stadt Kitzscher kann derweil nur zuschauen. „Uns sind die Hände gebunden“, sagt Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler), der sich über die Situation ärgert und nicht viel auf die angeblichen Bemühungen des aktuellen Eigentümers gibt. Um Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, hat die Stadt deshalb schon einmal eine Zwangsversteigerung angestrengt.

„Dann hätte es vielleicht einen neuen Eigentümer gegeben, der die Mittel hat, etwas daraus zu machen“, erläutert Schramm seine Überlegung. Doch Rade hat die Zwangsversteigerung durch Begleichung seiner Außenstände abgewendet. „Wir hatten lange eine Auseinandersetzung über die Höhe der Grundsteuer“, bestätigt der Unternehmer indirekt den Vorgang. „Wir haben uns geeinigt.“

Also bleibt nichts als Abwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Ab dem nächsten Frühjahr werden die austreibenden Blätter der Bäume und Sträucher im Park den Schandfleck wieder für eine Weile verdecken.

Von André Neumann

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