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Borna Schloss-Wettbewerb in Rötha
Region Borna Schloss-Wettbewerb in Rötha
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05:01 22.04.2018
Das "Verbündetenzimmer" im Schloss Rötha in einer Version vor 1938. Es wurde mehrfach umgestaltet. Fotos: Quelle: Archiv Heinrich von FriesenBurgmuseum Gnandstein

"Ende Mai liegen hoffentlich sechs Entwürfe vor", sagte Wolfgang Hocquél, Geschäftsführer der Kulturstiftung Leipzig, bei einer Vortragsveranstaltung am Mittwochabend in der Alten Nikolaischule in Leipzig.

Es ist ein Mosaikstein des Projekts "Rötha 1813", das federführend vom Förderverein Rötha "Gestern. Heute. Morgen" und dessen Vorsitzenden Walter Christian Steinbach - Präsident der Landesdirektion Leipzig a. D. - gestaltet wird. Problem: Es gibt in Rötha keinen geeigneten Raum, um das aus dem 1969 gesprengten Schloss geborgene wertvolle Inventar zu zeigen. Ein neu zu schaffender Museumspavillon soll Möbel und andere Einrichtungsgegenstände präsentieren, die vom damaligen Institut für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Dresden, vor der Sprengung gerettet wurden.

Vieles mehr soll nach Rötha zurückkehren. "Der Freiherr von Friesen möchte noch vieles dazugeben, um in Rötha eine Erinnerungsstätte an das Adelsgeschlecht und die erfolgreiche Besitzherrschaft zu schaffen", sagte Kunsthistorikerin Sabine Schneider. Konkret geht es um den erhaltenen Bestand aus der Friesenschen Adelsbibliothek im Schloss von derzeit etwa 5000 Büchern. Auch eine wertvolle Gemäldesammlung, darunter drei große frühbarocke Plafondgemälde, die einst die Decke des Festsaals im Schloss zierten, soll im 300 Quadratmeter großen Pavillon eine neue Heimstatt erhalten. Ebenso historische Möbel und weitere Exponate. Und natürlich das sogenannte Speisezimmer in der Museumsvariante von 1938.

Überlieferungen zufolge sollen die alliierten Monarchen Zar Alexander I. von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und der preußische König Friedrich Wilhelm III., die zur Völkerschlacht zwischen dem 16. und 19. Oktober 1813 ihr Hauptquartier im Schloss bezogen hatten, im Speisezimmer den entscheidenden Kriegsrat im Kampf gegen Napoleon abgehalten haben. Im Ergebnis einer aufwendigen Untersuchung, mit der Kunsthistorikerin Schneider im Auftrag des Fördervereins beauftragt war, muss das angezweifelt werden. Recherchen im Staatsarchiv Leipzig belegen, dass die Einrichtung des Zimmers 1813 völlig anders beschrieben wurde als der später geborgene Bestand. Untersuchungen von Restauratorin Birgit Spiess bestätigten, dass ein Teil der Möbel jüngeren Datums ist. Schneider: "Der Name Verbündetenzimmer ist in der Nachkriegszeit entstanden und wurde auf der Burg Gnandstein weiter tradiert." Dort waren Mobilar und Ausstattung von 1972 bis 2004 gezeigt worden. Nach der Restitution an den Freiherrn kehrt es nach Rötha zurück. Eine erste Ausstellung wird am 8. September in der Patronatsloge in St. Marien eröffnet.

Einsendeschluss für den mit einem Preisgeld dotierten Architekturwettbewerb ist der 23. Mai. Eine Jury wird die Entwürfe von insgesamt sechs Büros im Juni bewerten. Er könne "sich nicht an Vergleichbares erinnern", sagte Hocquél.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.03.2013

Saskia Grätz

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