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Borna Schlossteich in Rötha hat nun festes Ufer aus Steinen – Schlamm nicht weniger
Region Borna Schlossteich in Rötha hat nun festes Ufer aus Steinen – Schlamm nicht weniger
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00:40 14.04.2018
Die Sanierung des Schlossteiches in Rötha steht kurz vor dem Abschluss. Quelle: André Neumann
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Rötha

Wenn der Himmel blau ist und die Wintersonne scheint, dann zieht es selbst an einem Nachmittag mitten in der Woche einige Spaziergänger an den Röthaer Schlossteich. Und das, obwohl der gerade leer ist, eine von Flatterband und Metallzäunen umgebene Baustelle. Der Schlossteich wird saniert.

Wasserbausteine sollen bald überwachsen

Andreas Hertel umrundet den Teich mit seinem Langhaardackel täglich zweimal. „Ich bin gespannt wie das aussieht, wenn es fertig ist“, sagt der 56-Jährige, der angetan ist von der Befestigung des Ufers mit Wasserbausteinen. Dass die nicht allen gefallen, wissen sowohl Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) als auch Walter Christian Steinbach, der Vorsitzende des Fördervereins „Rötha – Gestern. Heute. Morgen“, welcher die Teichsanierung unterstützt und begleitet. Die Steine, schätzt Steinbach ein, werden später nur fünfzehn Zentimeter aus dem Wasser schauen und bald überwachsen sein. Aber sie seien sehr wichtig, um das Ufer zu schützen.

Spaziergänger am Schlossteich in Rötha. Quelle: André Neumann

Das habe nämlich in den vergangenen Jahrzehnten dem Wellenschlag, Wind und Wetter und der Buddelei der vielen Nutrias nachgegeben und sei abgebrochen und zurückgewichen. Die Teichfläche vergrößerte sich dadurch. Jetzt sei, sagt Steinbach, die alte Uferlinie weitgehend wieder hergestellt werden. Insofern habe es sich gelohnt, den Teich abzulassen.

Entschlammung liegt 25 Jahre zurück

Kaum gelungen ist dagegen, die bis zu einen Meter dicke Schlammschicht im Teich durch natürlichen Abbauprozess im trocken gelegten Teich zu verringern. Die letzte Entschlammung des Teiches liegt knapp 25 Jahre zurück, sagt der Bürgermeister. Für die erneute große Lösung fehlte jetzt schlichtweg das Geld.

Mit 10 000 Euro von der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, Leader-Fördermitteln, einem Anteil der Stadt und einer Spende des Fördervereins kam immerhin ein Budget von mehreren 10 000 Euro zusammen, das für die kleine Lösung reichte.

Der Wasserstand soll künftig rund dreißig Zentimeter niedriger sein, als zuvor, „damit er wieder der historischen Wasserhöhe entspricht“, wie es seitens des Röthaer Bauamtes heißt. Allerdings gibt es nun möglicherweise ein wasserwirtschaftliches Problem, weil über dem hohen Schlamm auf dem Boden nicht all zu viel Wasser im Teich stehen wird.

Teich darf bei hohen Temperaturen nicht „kippen“

„Wir müssen uns gerade im Sommer um einen ausreichenden Durchfluss kümmern“, sagt Stephan Eichhorn. Und auch Steinbach warnt davor, dass der Teich bei hohen Temperaturen „kippen“ könnte, wenn zwischen Einlauf und Ablauf nicht genug Wasser der Kleinen Pleiße fließen kann. Deswegen steht für ihn fest: Das Problem des Schlamms muss irgendwann angegangen werden.

Nicht gedeckt vom verfügbaren Budget ist das ziemlich ramponierte Schloss-Modell auf der Insel im Teich. „Das kann so natürlich nicht bleiben“, sagt Steinbach, für dessen Verein die Sanierung des Schlossteiches nur ein, wenn auch wesentlicher Baustein auf dem Weg zum 350. Geburtstag des Schlossparkes im Jahr 2020 ist. Man habe eine Firma gefunden, die die Schloss-Fassade maßstabsgetreu auf Aluminium drucken würde. „Jetzt müssen wir sehen, wie wir das finanzieren können.“

Das Schlossmodell auf der Insel im Spiegel, aufgenommen im Herbst 2016. Quelle: Andreas Döring

Noch nicht vertieft ist die Idee eines Fördervereinsmitgliedes, auf der Insel eine Stellfläche zu schaffen, auf der Musiker kleine Inselkonzerte geben könnten. „Ich halte das für eine hervorragende Idee“, ist Steinbach begeistert. Und er glaubt nicht , dass das zu aufwendig wäre. Man brauche nur einen mobilen Steg dafür, sagt er. Denn es führt keine Brücke zur Insel.

Eichhorn ist nicht ganz so überzeugt von diesem Gedanken. „Ich weiß nicht, ob man das auf Dauer macht.“ Zur Einweihung des sanierten Teiches könne er sich aber Musik auf der Insel vorstellen.

Von André Neumann

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