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Schmetterlingslinien sollen Tourismus im Leipziger Neuseenland beflügeln

Per Bus zum See Schmetterlingslinien sollen Tourismus im Leipziger Neuseenland beflügeln

Ohne eigenes Auto sind Ausflügler im Leipziger Neuseenland oft aufgeschmissen. Der Landkreis will deshalb ab April 2018 mehr Busse einsetzen, um für eine bessere Erreichbarkeit der Seen und weiterer Erholungsmöglichkeiten zu sorgen.

Im Leipziger Neuseenland werden die Segel für eine bessere Busanbindung gesetzt.

Quelle: André Kempner

Landkreis Leipzig/Borna. Wer bislang ohne Auto das Leipziger Neuseenland erkunden wollte, war oft aufgeschmissen. Das soll sich ab der nächsten Ausflugssaison an Störmthaler, Zwenkauer, Markkleeberger und Cospudener See ändern. „Für das südliche Leipziger Neuseenland bringen wir ein neues ÖPNV-Konzept auf den Weg“, erklärte Landrat Henry Graichen (CDU) zur Kreistagssitzung am Mittwoch in Borna. Ziel sei, die touristischen Ziele besser zu erschließen. Gleichzeitig soll den Dienstleistern an den Seen geholfen werden: Mitarbeiter, die über keinen eigenen Pkw verfügen, sollen künftig per Bus besser zum Job gelangen.

Ines Lüpfert war es bei ihrer ersten Kreistagssitzung als Zweite Beigeordnete des Landkreises vorbehalten, weitere Ausführungen zum Konzept zu machen. „Der Landkreis möchte auf seinem Weg weitergehen, den öffentlichen Personennahverkehr auszubauen“, erklärte sie. Unter dem Stichwort ÖPNV-Konzept Südliches Leipziger Neuseenland wurde seit langem an den Routen gefeilt. Kreis-Mitarbeiter nennen sie Schmetterlingslinien – in Anlehnung an die Umrisse. Ein wichtiger Bestandteil sei der Wochenend- und Saisonverkehr an den Seen, bat Lüpfert um Zustimmung zu den nötigen Mehrausgaben. Der Kreistag gab ohne weitere Diskussionen grünes Licht, die neuen Angebote ab April 2018 zu starten. Über zwei Buslinien wird damit ein Ring um Störmthaler, Zwenkauer, Markkleeberger und Cospudener See geschaffen. Vorerst rollen die Busse nur in der Saison. Eine Erweiterung aufs ganze Jahr sei aber vorgesehen.

Bereits jetzt verkehren Busse zum Freizeitpark Belantis, auch der Kanupark in Auenhain oder das Ferienresort Lagovida am Störmthaler See sind angebunden. Möglich macht das die Linie 106, die Markkleeberger und den Störmhaler See direkt mit dem S-Bahnhof Markkleeberg verknüpft. Diese Linie wird nun ab April 2018 bis zum Bahn­hof Böh­len ver­län­gert. Gänzlich neu geht die Linie 109 an den Start, die einen Ring um den Zwenkauer See bildet. Der Cospudener See wird durch die 106 in Zöbigker und die bestehende Linie 65 am Nordstrand erschlossen.

Für die Linie 101 wird vor­ge­schla­gen, diese zu­künf­tig von Böh­len aus nicht mehr über Es­pen­hain, son­dern über Kahns­dorf nach Borna zu füh­ren. Somit erhält auch der Hai­ner See mit der La­gu­ne Kahns­dorf und dem Campingplatz am Nordufer Anschluss ans öffentliche Netz.

„Ziel ist prinzipiell, Bus und Bahn besser zu vernetzen – wie bei Muldental in Fahrt“, erklärte Landrat Graichen. Und sogar auf die Abfahrtszeiten der Fahrgastschiffe, die über den Markkleberger See oder zur schwimmenden Kirche Vineta schippern, seien die Offerten abgestimmt, erläuterte Ines Lüpfert. Den zusätzlichen Fahrplankilometern, die vom kreiseigenen Verkehrsunternehmen Regionalbus Leipzig erbracht werden, wurde einstimmig zugestimmt. Grünes Licht gaben die Kreisräte auch für eine weitere Verbesserung auf der Verbindung Grimma-Höfgen. Das beliebte Ausflugsziel an der Mulde soll ab April 2018 ebenfalls per Bus besser erreichbar sein.

Muldental in Fahrt

Auf Nachfrage von AfD-Kreisrat Lars Herrmann erklärte Landrat Henry Graichen, dass es auch bei Muldental in Fahrt weitere Verbesserungen geben werde. „Die Evaluierung des neuen Busnetzes ist ein laufender Prozess. Ständig wird daran gearbeitet, das Angebot zu optimieren“. Graichen räumte teilweise erhebliche Anlaufschwierigkeiten ein, was bei über 60 neuen Haltestellen und 30 neuen Busfahrern auch verständlich sei. „Größere Schwierigkeiten, die es zum Beispiel mit schlecht funktionierenden Umstiegen gab, wurden aber bereits behoben.“ Weitere Verbesserungen seien ab 16. Oktober angedacht. Schulen und betroffene Eltern würden darüber noch gesondert informiert.

Von Simone Prenzel

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