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Schmoren in der Warteschleife: Bornaer vermissen kurzen Draht zum Finanzamt

Wegzug der Behörde nach Grimma Schmoren in der Warteschleife: Bornaer vermissen kurzen Draht zum Finanzamt

Was mancher befürchtete, bestätigte sich – zumindest in den vergangenen Tagen: Seit das Finanzamt nicht mehr in Borna ansässig ist, sondern in Grimma, ist es schwerer, an die Behörde heranzukommen. Steuerbürger ärgern sich über Runden in der Warteschleife, die nicht mal zum Erfolg führen. Ab Montag aber, so der Vorsteher, werde es besser.

Finanzamt Grimma: Der neu errichtete gläserne Verbindungsbau zwischen den beiden Hauptgebäuden beinhaltet den Empfangsbereich mit Empfangstresen, Beratungsräume und Wartebereich für die Bürger.

Quelle: Thomas Kube

Borna/Grimma. Kerstin Gerdes aus Borna ist verärgert: Sie musste dringend eine Mitarbeiterin des Finanzamtes sprechen, „aber man erreicht dort ja niemanden“. Drei Tage versuchte sie die Kontaktaufnahme – und scheiterte genervt. Die Behörde hat nach der Auflösung des Finanzamtes Borna im Frühsommer die Kreisstadt verlassen. Seither wird der gesamte Landkreis von dem erweiterten Finanzamt in Grimma betreut. Ansprechpartner vor Ort gibt es in Borna seither nicht mehr. Die Einrichtung von Servicetagen, die vor dem Wegzug im Gespräch waren, soll es nun ab Oktober geben, allerdings auf wenige Wochen im Jahr beschränkt.

Mehrmals wählte sich Kerstin Gerdes an Tag eins ihrer Odyssee in Grimma ein, landete immer wieder in der Warteschleife. Die Ansage: „Leider sind zurzeit alle Leitungen belegt.“ Und: Zu warten koste den Anrufer Geld. Am zweiten Tag versuchte die Lehrerin vor, zwischen und nach ihren Unterrichtsstunden, die Finanzbehörde zu erreichen. Endlich, 17 Uhr, kam sie durch – doch da wurde ihr gesagt, dass ihre Ansprechpartnerin nicht mehr da sei. Sie solle es am Folgetag zwischen 12.30 und 13.30 Uhr versuchen. „Aber da muss ich doch arbeiten!“, meinte die Steuerzahlerin. Sie machte es dennoch möglich – am dritten Tag. Ab 12.30 Uhr wählte sie im Zweiminutentakt abwechselnd die Nummern der Amtszentrale und die ihrer Ansprechpartnerin. „Da kommt eine Weile das Freizeichen, doch dann ist wieder besetzt“, erzählte sie. Eine Dreiviertelstunde habe sie ihr Telefon strapaziert, ohne Erfolg. Dann endlich landete Gerdes zumindest in der Warteschleife. Sie wartete „fünf Minuten – und dann war wieder besetzt“. Kurz vor halb zwei hatte sie einen Mitarbeiter an der Strippe, der ihr sagte, die Kollegin sei nicht mehr da.

„So geht’s doch nicht“, meinte die Bornaerin. Bis vor Kurzem sei es kein Problem gewesen, direkt zum Finanzamt hinzugehen und die Dinge zu klären. Grimma sei nur umständlich zu erreichen. Die Behörde solle überlegen, ob sie nicht wenigstens einen Servicetag in der Woche einrichte, um den Aufwand der Steuerbürger zumindest zu reduzieren.

„Es gab in den vergangenen Tagen Probleme mit der telefonischen Erreichbarkeit“, sagte Christian Holzhey, der Vorsteher des Finanzamtes Grimma, als die LVZ ihn am Freitagvormittag schon im dritten Anlauf erreichte. „Das lag an einer Kombination ärgerlicher Umstände. Ab Montag aber sollte es wieder deutlich besser funktionieren.“ Der Selbstversuch der Redaktion bestätigte die Kritik der Bornaer Leserin. Wegen Urlaubs sei eine Kraft in der Telefonzentrale ausgefallen. Zudem würden Gespräche automatisch offenbar zu schnell von den Dienstzimmern in die Zentrale gereicht, wenn ein Ansprechpartner kurz nicht am Platz sei. Das führe dann dort zu einer Überlastung. Nicht zuletzt: Der Brief mit der Mitteilung an die Bornaer Steuerbürger, dass sich ihre Steuernummer ändert, enthielt nicht immer die in Folge des Umzugs aktualisierten Telefonnummern.

„Ich denke, dass es ab Montag nicht mehr zu diesen Schlangen in der Warteschleife kommt“, sagte Holzhey. Ehe die Finanzbehörde erstmals einen Servicetag in Borna anbieten könne, würden aber noch ein paar Wochen bis voraussichtlich Oktober vergehen. „Wir sind dran, Räume anzumieten und die nötige Technik zu beschaffen.“ Servicetage werde es allerdings nicht wöchentlich geben, sondern nur zu jenen Schwerpunkt-Zeiten, wenn die Bürger die Behörde intensiv konsultieren: in den Wochen um den Jahreswechsel und um den 30. Mai, den Abgabetag für viele Steuerunterlagen. Holzhey plant ein Dutzend Servicetage pro Jahr, will die Zahl abhängig machen von der Nachfrage. „Bei Ämtern, die auswärtige Sprechzeiten anbieten, gibt es da ganz unterschiedliche Erfahrungen.“

Von Claudia Carell und Ekkehard Schulreich

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