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Borna Schnapsidee mit Spätfolgen: BOA hat viele treue Fans
Region Borna Schnapsidee mit Spätfolgen: BOA hat viele treue Fans
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13:23 02.07.2018
Blödel-Cover-Rocker JBO in Aktion beim diesjährigen BOA auf dem Bornaer Volksplatz. Quelle: Katja Senier
Borna

„Eigentlich war es eine Schnapsidee“, grinst Falk Opelt. Der junge Mann ist im Vorstand des Volksplatz-Vereins und hat am Wochenende zum wiederholten Mal das Bornaer Rock-Festival „BOA“ – Borna Open Air – mitorganisiert. Er sitzt auf einem grünen, abgewetzten Sofa unter einem Zelt im Backstage-Bereich des Volksplatzes und erzählt, wie alles angefangen hat. Es ist Samstag, 17 Uhr, und von der Bühne her dringen schon die Rockgitarren und treibenden Bässe der Band „Störer“ aus Pegau, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Um die Bühne auf dem 80 Jahre alten, eindrucksvollen Areal drängen sich meist schwarz gekleidete und oft bis an den Hals tätowierte Rock-Fans, um zu feiern und ausgelassen Bier zu trinken – überwiegend friedlich. „In den sieben, acht Jahren, die wir das hier machen, ging es eigentlich immer ruhig zu“, erzählt Falk Opelt. Er und sein Mitstreiter André Plewnia stemmen das Festival seit 2012 zusammen mit einigen Mitarbeitern – alle ehrenamtlich. Es ist Engagement mit ganz viel Herzblut, und das spüren und lieben die Fans und die Bands, die hierher kommen.

Beim Borna Open Air kamen die Rockfans auf ihre Kosten

Alles fing 2005 mit einem „Konzert gegen Gewalt“ an, auf dem eine AC/DC- und eine Böhse-Onkelz-Coverband spielten. Nach und nach stellte sich heraus, dass der Aufwand des Bühnen- und Technikaufbaus sich für ein einfaches Konzert einfach nicht lohnte, und so kam die besagte Schnapsidee auf, daraus ein Festival zu machen. Die ersten Jahre waren es noch zehn, in diesem Jahr umfasst das „BOA“-Programm bereits 14 Bands. Die musikalische Palette reicht von Punk („Rotz und Wasser“) über handfesten Deutschrock („Berserker“, Asphalt“) bis zu gefühlvollem Rockmetal („Unherz“).

JBO schoss den Vogel ab

Den endgültigen Vogel schoss am Samstagabend jedoch JBO ab. Die deutsche Fun-Metal-Band hat sich in den dreißig Jahren ihres Bestehens perfekt eingespielt und das Publikum voll im Griff. Ihre Spezialität sind Blödel-Coverversionen wie „Du hast dein Smartphone vergessen“ statt „Du hast den Farbfilm vergessen“ oder „Walk with an Erection“ statt „Walk like an Egyptian“. Die machen nicht nur Spaß, sondern lassen die Zuhörer auch richtig abrocken. „Wir mögen es echt, in solchen Nestern wie Borna zu spielen“, verraten die Musiker noch vor ihrem Auftritt.

Ein besonderes Highlight war dieses Jahr die Großleinwand, auf der das Bühnengeschehen übertragen wurde und die dem ohnehin großartigen Amphitheater einen überwältigenden optischen Eindruck hinzufügte.

Fangemeinde bleiben BOA treu

Das Organisationsteam vom Volksplatz-Verein sorgte aber nicht für das musikalische Wohlbefinden ihrer Besucher. Auf dem angrenzenden Zeltplatz gab es für nur fünf Euro ein All-You-Can-Eat-Frühstück mit Eiern, Brot, Marmelade, Nutella und Kaffee ohne Ende – eine absolute Ausnahme bei Festivals dieser Art.

Das alles zusammen macht den Reiz von „BOA“ aus. Dafür gibt es Treue-Punkte: Jedes Jahr reist eine etwa 80-köpfige Fangemeinde namens La Familia Hässlich an, und der Sänger der Hamburger Punkband „Rotz und Wasser“ dichtete im Voraus auf das „Steigerlied“ eine kleine Hymne auf das Borna Open Air: „Glück auf, Glück auf, Rotz und Wasser kommt, und sie haben ihre Flasch’ Korn in der Hand, beim Borna Open Air.“

Von Katja Senier

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