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Schnaudertaler Burgnarren bespaßen Wanderer der Sieben-Seen-Wanderung

Von 2 bis 6 Uhr wird getanzt - geschlafen wird später Schnaudertaler Burgnarren bespaßen Wanderer der Sieben-Seen-Wanderung

Der Groitzscher Ortsteil Gatzen liegt im Tiefschlaf. Mit einer Ausnahme: Im Vereinshaus steppt der Bär, denn die Schnaudertaler Burgnarren bespaßen die Wanderer der Sieben-Seen-Wanderung in der Nacht von Freitag auf Sonnabend.

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Die Schnaudertaler Burgnarren unter Präsident Frank Neumann (rechts) bewirten die durchreisenden Wanderer und bieten zudem eine kurzweilige Pause mit Tanz und guter Stimmung.

Quelle: Foto: Julia Tonne

Groitzsch. Zwei Uhr, nachts. Die Straßen im Groitzscher Ortsteil Gatzen liegen im Dunkeln, nirgends brennt Licht in den Fenstern. Stille. Mit einer Ausnahme – im Vereinshaus der Schnaudertaler Burgnarren steppt der Bär. Die Karnevalisten haben die Nacht von Freitag zu Sonnabend zum Tag gemacht. Und zwar nicht, um für die kommende Saison zu proben, sondern um die Wanderer der Sieben-Seen-Wanderung zu bespaßen, die den kleinen Ort passieren.

Gatzen liegt auf der 101-Kilometer-Tour bei Kilometer 42. Ab zwei Uhr geben sich die Wanderfreunde die Klinke des Vereinshauses in die Hand, jeder von ihnen wird von den Faschingsfreunden mit einer Laola-Welle begrüßt. Es gibt Kaffee, Wasser, Cola und Pfefferminztee. „Für uns war sofort klar, dass wir einen Getränkestützpunkt übernehmen, als die Stadt angefragt hat“, sagen Präsident Frank Neumann und dessen Frau Anke. „Für so einen Spaß sind wir doch immer zu haben.“

Die Burgnarren haben das Vergnügen gleich mit dem Nützlichen verbunden, am Freitagabend gemeinsam Abendbrot gegessen und die Vorstandssitzung abgehalten. Jetzt, mitten in der Nacht, flackern noch die Reste des Lagerfeuers, Musik tönt aus den Lautsprechern. Als Uwe Baumann und Thomas Barth – mit Stirnlampe und Reflektoren ausgerüstet - reinkommen, springen alle auf, lesen den Sportlern die Getränkewünsche quasi von den Augen ab und könnten bei Bedarf auch mit Pflastern aushelfen. Doch die hat Baumann selbst dabei, außerdem einen Schuhanzieher. „Unterwegs schwellen die Füße an, die Socken werden nass, und wenn man dann die Schuhe auszieht, um die Socken zu wechseln, kommt man ohne Schuhanzieher nicht wieder rein“, erzählt er. Seit acht Stunden ist der Wanderfreund aus Frankfurt/Oder nun schon unterwegs. Müde ist er noch nicht, vielmehr motiviert, so schnell wie möglich weiterzulaufen. Auch wenn er das Programm der Karnevalisten sichtlich genießt. Denn Kathrin Salz, Nadine Golde und Burggraf Pierre „Der Phänomenale“ lassen es sich nicht nehmen, ein Tänzchen auf das Parkett zu legen.

„Das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer auf der Strecke ist jedes Jahr auf Neue beeindruckend“, macht Baumann deutlich. „Aber so viel Spaß wie hier wird nicht überall geboten“, ergänzt der Bad Lausicker Wolfram Walther, der kurz nach halb drei Pause in Gatzen macht. Müde ist noch immer keiner, das Tief um Mitternacht herum haben die Burgnarren mit Kaffee und Tänzen überwunden, „bei den Wanderern kommt die Müdigkeit meist erst so gegen sechs Uhr morgens“, weiß der Kitzscheraner Falk Golde, der das erste Mal die 100 Kilometer unter die Füße nimmt.

Die einzigen zwei, die den nächtlichen Trubel gar nicht mitbekommen, sind die neunjährige Johanna und ihre Freundin, die im wachen Zustand beide in der Kindertanzgruppe Flitzpiepen tanzen. Bis kurz vor Mitternacht haben sie durchgehalten, jetzt schlummern sie auf dem Sofa im Vereinshaus und verpassen die Wanderer. Doch für Erinnerungen ist gesorgt. Alle, die den Stützpunkt passieren, werden zusammen mit den Faschingsfreunden aufs Foto gebannt. Allerdings ohne Kostüme. „Denn die Regel lautet für alle Karnevalsvereine, dass außerhalb der Faschingszeit keine Kostüme getragen werden dürfen“, begründet Christiane Specht-Rufer, die den Ausschank übernimmt.

Um kurz nach sechs kehrt Ruhe in Gatzen ein, das Begleitfahrzeug ist durch und damit auch der letzte Wanderer. Jetzt heißt es für die Burgnarren: ab ins Bett. Den Spaß allerdings gönnen sie sich nächstes Jahr gerne wieder. Und machen damit den Wanderern sicherlich auch eine Freude.

Von Julia Tonne

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