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Schnupperstunde im Kraftwerk Lippendorf

Schnupperstunde im Kraftwerk Lippendorf

In Elektroniklabor des Kraftwerkes Lippendorf herrscht Konzentration. Max, Marco und Phillip von der Bornaer Robinienhofschule strengen sich an, die Platine mit LED zu bestücken.

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Praktikantin Nancy Peter 3vl mit Schülern der Robinienschule Borna im Kraftwerk Lippendorf - es eklärt links Lehrling Lucien Wunderlich aus dem 2.Lehrjahr.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna/Lippendorf. Jeder hat einen Auszubildenden an seiner Seite, der eingreift, wenn der Lötkolben nicht richtig angesetzt wird oder die Leuchte falsch sitzt. "Wir bestücken einen elektronischen Würfel", erklärt Ausbilder Michael Kirsten.

Die Schnupperstunde für die Schüler der Förderschule sei eine besondere Übung für beide Seiten. "Die behinderten Schüler erhalten eine Einblick in einen Betrieb, lernen die alltäglichen Abläufe kennen", sagt Renate Parthaune, Leiterin der Ausbildungsstätte. Aber auch für die in Ausbildung befindlichen Lehrlinge des Kraftwerkes sei der Kontakt zu den behinderten Jugendlichen eine gute Schule.

Angeregt hat den Einsatz Nancy Peter. Die zierliche junge Frau beobachtet "ihre" eifrigen Schüler aus der nötigen Distanz. "Wir haben uns mit Strom beschäftigt", sagt die selbst in Ausbildung befindliche Studentin. Um den 18- und 19-Jährigen zu erklären, wie Strom in die Steckdose gelangt, sei es bis in das Kraftwerk nur ein kleiner Schritt gewesen. "Trotz ihrer Behinderung verstehen sie das, man muss sie damit nur in entsprechender Art und Weise konfrontieren", sagt Peter.

Das Praktikum in der Robinienhofschule, die ihren Förderschwerpunkt auf die Entwicklung geistig behinderter Kinder und Jugendlicher ausrichtet, ist für Peter bereits der zweite Praxiseinsatz während des Studiums an der Evangelischen Schule für Sozialwesen in Bad Lausick. "Ich habe keine Minute bereut", erklärt die künftige Heilerzieherin. Die jungen Leute, die in der Werkstufe auf die künftige Arbeit in einer Werkstatt vorbereitet werden, seien ihr ans Herz gewachsen. Dass die Arbeit mit Behinderten anstrengend sei, das könne Peter nicht unterstreichen. "Es ist anders, nicht anstrengender", stellt sie fest. Die Arbeit im Förderschulbereich erfordere vielleicht mehr Einfühlungsvermögen, einen besonderen Zugang zu den Menschen, so ihre Überlegung.

"Musik ist eine wichtige Komponente", sagt sie überraschend. Musik sei da, wo das Wort nicht fähig sei, Gefühle auszudrücken, so die Erfahrung der jungen Frau. Deshalb greife sie zur Gitarre und probe derzeit mit den Schülern für ihr großes Abschlussfest im Sommer zwei Lieder. "Die Schüler haben mich integriert", sagt Peter verschmitzt und um die graublauen Augen bilden sich Lachfalten. "Sie vertrauen mir - das ist meine Anerkennung."

Mit ihrer natürlichen Art und durch das außergewöhnliche Engagement ist Peter im Kollegenkreis der Robinienhofschule geschätzt. "Sie hat einen guten Draht zu den Schülern", bescheinigt ihr Klassenlehrerin Katja Poethe. Mit ihrer unkonventionellen Art könne sie bei den Jugendlichen punkten. In der Pause würden sich die Schüler um sie scharen und ihre Probleme offenbaren. "Man merkt gar nicht, dass sie als Praktikantin unterwegs ist." Nach ihrer kurzen Beobachtung im Elektroniklabor kam auch Parthaune zu dem Schluss: Nancy Peter habe ihre Berufung gefunden.

Wenn die Robinienhof-Schüler im Sommer mit einem kleinen Programm ihren Abschluss feiern, wird auch Nancy Peter den Heilerzieher in der Tasche haben. Den Assistent der Wirtschaftsinformatik, den sie vor der Ausbildung in Bad Lausick absolvierte, hat sie an den Nagel gehängt. "Das war nie mein Beruf", sagt sie. Ihr erstes Engagement wird sie in eine Kindereinrichtung nach Leipzig-Connewitz führen. Die Herausforderung: In der Gruppe wird ein körperlich behindertes Kind betreut. "Das soll nicht nur integriert, sondern gestärkt werden", sagt Peter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2015
Birgit Schöppenthau

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