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Schock für Mitarbeiter: Helios stößt Bornaer und Zwenkauer Klinik ab

Schock für Mitarbeiter: Helios stößt Bornaer und Zwenkauer Klinik ab

Die Helioskliniken GmbH stößt ihre Anteile an den Krankenhäusern in Borna und Zwenkau ab. Das erfuhren die Mitarbeiter der Krankenhäuser gestern Früh. Die Unternehmensführung informierte die fast 900 Mitarbeiter an beiden Standorten.

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Überraschend wurden die Mitarbeiter gestern in Kenntnis gesetzt, dass der Helioskonzern seine Häuser in Borna und Zwenkau abstößt.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Neuer Eigentümer der beiden Krankenhäuser wird zum 1. Februar die Vermögensverwaltungsgesellschaft HCM SE. Das Geriatrie-Zentrum Zwenkau bleibt bei Helios.

Es war ein Schock für die Mitarbeiter des vormaligen Kreiskrankenhauses, die gestern über die überraschende Entwicklung ins Bild gesetzt wurden. Die Helioskliniken GmbH trennt sich von den beiden Krankenhäusern, weil sie damit den Weg für die Übernahme des Herzzentrums und des Park-Krankenhauses in Leipzig freimacht. Helios will beide Krankenhäuser in der Messestadt von der Rhön-Gruppe erwerben. Das Bundeskartellamt hatte Bedenken wegen der räumlichen Nähe der beiden Leipziger Kliniken und der Häuser in Borna und Zwenkau.

Mit Beginn des nächsten Monats gehen die beiden Krankenhäuser im Landkreis Leipzig, die Helios 1998 übernommen hatte, an die Vermögensverwaltungsgesellschaft HCM SE über, die sich im Alleinbesitz von Eugen Münch, dem Gründer der Rhön-Klinikum AG befindet, wie Gerald Meder, Geschäftsführender Direktor der HCM SE, den Helios-Mitarbeitern mitteilte. Der neue Eigentümer ist ein Unternehmen, das sich mit dem Erwerb, dem Verkauf und der Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich beschäftigt. Die Mitarbeiter sollten sich keine Sorgen machen, dass die beiden Krankenhäuser in Borna und Zwenkau von einer Gesellschaft erworben worden seien, "deren Führungskräfte das Betreiben von Krankenhäusern, die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter und die Bedürfnisse der Patienten nicht verstehen", so Meder weiter. Er betonte, sein Unternehmen habe nicht die Absicht, sich in den bisherigen Heliosklinkiniken im Leipziger Südraum "langfristig unternehmerisch zu engagieren". Der Kauf erfolge, damit die kartellrechtlichen Hürden für die Übernahme der Rhön-Kliniken durch Helios erfolgen könne. Neben den Krankenhäusern in Borna und Zwenkau trennt sich Helios auch von den Kliniken in Boizenburg, Cuxhaven und Waltershausen-Friedrichroda.

Der neue Eigentümer kündigte an, er wolle mittelfristig nach einem "kompetenten und erfahrenen Krankenhausträger" suchen.

Der Vorsitzende der Heliosgeschäftsführung, Francesco De Meo, bedauerte die Abgabe der Kliniken in Borna und Zwenkau, weil es sich um medizinisch und wirtschaftlich hervorragend aufgestellte Akutkliniken handle. In einem Schreiben an die Mitarbeiter, das neben De Meo auch Olaf Jedersberger, Mitglied der Geschäftsführung der Helioskliniken, sowie Helios-Regionalgeschäftsführer Roland Bantle unterzeichnet haben, wird den Mitarbeitern zugesichert, dass alle Arbeitsverträge übernommen werden. Kein Mitarbeiter verliere seinen Arbeitsplatz, "und Ihre Arbeitsbedingungen gelten fort".

Die Bewertung des Bundeskartellamtes sei nicht absehbar gewesen, heißt es in dem Schreiben weiter. "Wir haben beim Bundeskartellamt alle Argumente unserer abweichenden Marktsicht vorgetragen und intensiv um alternative Lösungen gerungen. Am Ende mussten wir die Entscheidung des Amtes akzeptieren, die uns zum kurzfristigen Verkauf der beiden Kliniken zwingt."

Landrat Gerhard Gey (CDU) zeigte sich gestern ebenfalls überrascht über die plötzliche Trennung der Helioskliniken GmbH von ihren beiden Häusern im Landkreis Leipzig. Beide Kliniken hätten einen hervorragenden Ruf, und er sei überzeugt, dass sich ein kompetenter neuer Betreiber finden werde. Dabei werde der Landkreis auch seine Hilfe anbieten.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anja Jonas, erwartet vom neuen Eigentümer, "dass er seine Pläne transparent darstellt und fair mit dem Personal umgeht". Denn der Verkauf an eine Vermögensverwaltungsgesellschaft für Beteiligungen im Gesundheitswesen bringe Unsicherheit über die Zukunft der Standorte mit sich. Wichtig sei, dass die hohe Qualität der medizinischen Versorgungszentren erhalten bleibt. Die Bedeutung der Kliniken für die Region sei erheblich, so Jonas.

Die beiden bisherigen Heklioskliniken in Borna und Zwenkau sind Krankenhäuser der sogenannten Grund- und Regelversorgung und verfügen über 500 Betten in zehn bettenführenden Fachabteilungen mit elf chefarztgeführten Kliniken und Instituten. Im Jahr 2013 wurden etwa 26 000 Patienten stationär behandelt. Seit Beginn 2008 sind die Helioskliniken Leipziger Land Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig. Seither arbeiten jedes Jahr sechs bis acht Medizinstudenten der Universität Leipzig für etwa vier Monate in den beiden Krankenhäusern.

Das Bornaer Krankenhaus feierte im letzten Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Es war 1963 eröffnet worden und galt als eins der modernsten Häuser im damaligen Bezirk Leipzig.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.01.2014

Nikos Natsidis

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