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Borna Schock in Böhlen: Trainer Krauspe flüchtet
Region Borna Schock in Böhlen: Trainer Krauspe flüchtet
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21:16 06.01.2012
Tom Krauspe Quelle: Günther Hunger
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Böhlen

Doch dem Coach schwante, wer da auf die Bank rückt - Jochen Kunath. Der verneint zwar. Krauspe allerdings macht die Spielchen nicht mit. Am Donnerstagabend trat er von seinem Amt zurück.

Er sei „sehr überrascht" gewesen, als ihm am Mittwoch der „Vorschlag" mit dem zweiten Trainer unterbreitet wurde, sagte Krauspe am Freitag. Überbringer der Botschaft war René Straßburg. Der bildet mit Kunath ein Abteilungsleiter-Duo. Die zwei sowie vier Kicker hätten bei einem Treffen den Aufstieg gefährdet gesehen, wenn Krauspe allein die Verantwortung für die Mannschaft behält. Ein erfahrener Mann, etwa Kunath, könnte ihn doch unterstützen. Am Dienstag solle gemeinsam darüber geredet werden...Das wartete Krauspe nicht ab. Am Donnerstagabend zog er einen Schlussstrich unter sein Böhlen-Engagement, das er 2008 begonnen hatte. „Eigentlich habe ich schon beim Gespräch mit Straßburg die Entscheidung im Bauch getroffen", so der 42-Jährige. „Ich weiß nicht, warum hier so hektisch reagiert wird. Sportlich gibt es dafür keine Gründe."Von einem Notstand kann bei den Böhlenern wahrlich nicht die Rede sein. Der Vorjahres-Zweite steht in der Kreisoberliga zwar auf Platz fünf. Bei lediglich drei Zählern Rückstand auf Tabellenführer SV Eintracht Sermuth haben es die Chemiker aber allein vor den Füßen, sich in der Rückrunde nach vorn zu arbeiten. Zudem: Der Plan für die Vorbereitung auf die Rückrunde steht. Mit Steve Bröcker und Christian Heditzsch werden zwei Rückkehrer von Markranstädt II den Kader verstärken. - Tom Krauspe hat sich gewappnet, um mit der Mannschaft im Kampf um den Sprung nach oben zu bestehen.„Ich kann ja durchschlagende Beweise vorlegen", rückt der bisherige Chemie-Coach die Ergebnisse seiner Arbeit mit dem Team ins rechte Licht: „Wir sind die beste Auswärtsmannschaft, haben die meisten Tore geschossen und die wenigsten kassiert. Außerdem führt Böhlen die Fair-Play-Tabelle an." Letzteres dürfte ein Novum für den Verein sein. „Die Situation macht mich traurig, weil wir gut gearbeitet haben und gut im Rennen liegen." Er sei überzeugt, dass es mit dem Aufstieg klappt. Auch wenn Chemie nicht immer schön gespielt habe und sicherlich manches anders gemacht werden könnte. Woran die Verletzungsmisere, die ja sogar ihn zum Mitwirken zwang, nicht unschuldig sei.„Aber unter solchen Voraussetzungen geht es für mich nicht", so Krauspe. „Meine und Kunaths Ansichten liegen so weit auseinander wie Böhlen und Neuseeland. Wir haben völlig verschiedene Trainingsmethoden, sicherlich auch wegen der unterschiedlichen Generationen. Das Ganze ist von ihm eingefädelt." Enttäuscht sei er, dass die Spieler Gesprächsangebote nicht nutzten, sondern heimlich agierten. „Wobei bei meinem Abschied von der Mannschaft viele überrascht geschaut haben."Nicht nur für die war Krauspes Rückzug ein Schock. Die Abteilungsführung hielt sich am Freitag arg bedeckt. Jochen Kunath, der unter anderem den Hausdorfer SV und den Bornaer SV in die Sachsenliga geführt und Letzteren dort drei Jahre gehalten hatte, ließ sich lediglich entlocken: „Aus meiner Sicht, das wurde auch in der Runde gesagt, wäre Tom Krauspe 2012 weiter Trainer gewesen. Ich sitze bei der Hallenkreismeisterschaft in Hausdorf nicht auf der Bank." Und René Straßburg kann die plötzliche Reaktion des Trainers nicht verstehen. „Ich bin enttäuscht und überrascht. Wir wollten gern mit Tom weitermachen." Es sei nur darum gegangen, alles für das große Ziel Aufstieg zu tun. Für einen allein sei die Aufgabe schwer zu schaffen - was er schon zwei Jahre sage. „Ob da aber ich, Herr Kunath oder jemand anderes mitmachen, ist völlig offen." Genau so, wie es jetzt weitergeht. Er muss das alles erst übers Wochenende setzen lassen, so Straßburg. Auf jeden Fall muss jetzt ein neuer Trainer her.Krauspe wünscht den Böhlenern trotzdem alles Gute. Er hat nun „erstmals seit 35 Jahren Zeit ohne Fußball". Er wolle alles auf sich zukommen lassen und sich nirgends aufdrängen.

Olaf Krenz

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