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Borna Schon wieder Feuer in Kitzschers Problemviertel
Region Borna Schon wieder Feuer in Kitzschers Problemviertel
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14:12 19.05.2015
Plattenbauviertel in Kitzscher: In diesem Block hat es gerade zweimal an einem Tag gebrannt. Quelle: Thomas Kube

In beiden Fällen gilt Brandstiftung als die wahrscheinlichste Ursache.

Zum ersten Mal wurde die Feuerwehr am Dienstagnachmittag gegen 14 Uhr in die Straße der Bergarbeiter gerufen (die LVZ berichtete gestern). Dort entdeckten die Retter in der zweiten Etage eines Aufganges in gleich drei Zimmern Brandherde, berichtete gestern der Kitzscheraner Feuerwehrchef Hans Neumann. Eine Matratze und anderer Unrat waren offenbar angezündet worden.

Rund vier Stunden später erfolgte die zweite Alarmierung. Aus einem Fenster in der fünften Etage quoll dicker Qualm. Im Haus stand ein Zimmer komplett in Flammen, sagte Neumann. Auch hier brannten alte Möbel, alte Kleidungsstücke und Müll, der sich zu Hauf in dem Haus findet.

Das steht eigentlich seit Jahren leer. Doch ausgerechnet in dem Aufgang, in dem es am Dienstagabend brannte, lebte in der zweiten Etage noch ein 62 Jahre alter Mann. Und das, obwohl das Haus nach Darstellung der Polizei und von Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) längst von Wasser, Strom und Gas getrennt ist. Der Mann blieb bei dem Brand unverletzt, wurde aber am Abend evakuiert und von der Stadtverwaltung vorübergehend in einer Pension untergebracht. Die Polizei versiegelte die Wohnung vorerst. Auch bei diesem zweiten Brand gehen Feuerwehr und Polizei von Brandstiftung aus. Die Polizei ermittelt. Gestern waren Beamte der Kriminalpolizei vor Ort.

Die jetzigen beiden Brände waren Nummer zwei und drei in dem Viertel. Am 27. Juni hatte es in der Braußwiger Straße 6 gebrannt, ebenfalls in einem nur noch von einem einzigen Mieter bewohnten Aufgang. Für die Stadt sind die Ereignisse weitere Signale für den dringenden Handlungsbedarf, der auch längst erkannt ist. Das Plattenbauviertel gehört zu den Teilen der Stadt, in denen das langfristige Entwicklungskonzept den Rückbau von rund 450 Wohnungen vorsieht. Allerdings kann die Stadt allein kaum handeln. "Das geht nur mit den Eigentümern", sagt Schramm. Doch gerade im Falle des Blocks, in dem es am Dienstag zweimal brannte, gibt es offenbar mehrere und zu einigen keinerlei Kontakt. Kurzfristig könne die Stadt nur dafür sorgen, dass die Türen der leeren Aufgänge dicht verschlossen werden. Vorgestern Nachmittag verschraubten laut Bürgermeister Bauhofmitarbeiter bereits den Eingang zum ersten Brandherd. Beim zweiten betroffenen Eingang müsse man erst abwarten, solange der Mann dort noch wohne.

Die Feuerwehr hatte es bei den beiden Einsätzen am Dienstag nicht weit. Vom Gerätehaus in der Leipziger Straße 2 sind es gerade mal 600 Meter bis zum betroffenen Block. "Auf diesen kurzen Weg zum Einsatzort würden wir aber gern verzichten", sagte Wehrleiter Neumann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.09.2014
Neumann, André

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