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Schon wieder Misshandlungsfall im Regiser Jugendgefängnis vor dem Richter

Schon wieder Misshandlungsfall im Regiser Jugendgefängnis vor dem Richter

Misshandlungen in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen (JSA) beschäftigen seit Montag erneut das Amtsgericht Leipzig. Wiederum wurde ein Häftling von anderen Insassen geschlagen, getreten und mit einer brennenden Zigarette verletzt.

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Die Haftanstalt in Regis-Breitingen.

Quelle: Günther Hunger

Leipzig/Regis-Breitingen. Der Vorfall im Juni vorigen Jahres, gut ein Jahr nach dem bundesweit für Schlagzeilen sorgenden Folterskandal hinter den Gittern der JSA, hatte zum Glück weniger dramatische Folgen für das Opfer.

Schon wieder auf der Anklagebank: Nouredine F., im April diesen Jahres vom Landgericht Leipzig unter anderem wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der Schuldspruch wurde rechtskräftig. Drei Monate Haft kamen im Juli noch dazu, weil der jugendliche Häftling im September 2008 einen Insassen mit zwei anderen in eine Mülltonne stieß und ihn später unter der Dusche mit Schrubber und Scheuermittel traktierte. Auch dieser junge Mann sollte damals gedemütigt werden.

Nouredin F., dem zur Tatzeit 2008 ein gestörtes Sozialverhalten attestiert wurde, scheint mit ein und der selben Masche vorgegangen zu sein. Der jetzt zu verhandelnde Fall passt in das Muster: Das Opfer war ein Häftling, der die späteren drei Täter verpetzt haben soll. Und so griffen sie mit ihren ganz eigenen Methoden ein: Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Leipzig wurde der Häftling geschlagen, mit einem Messer am Hals bedroht, mit Schuhen getreten und mit einer brennenden Zigarette an der linken Wange verletzt. Der Geschädigte erlitt Hämatome, Schmerzen und eine Brandverletzung.

Die drei Angeklagten - Männer von 18 bis 22 Jahren - distanzierten sich am Montag vor Gericht von ihrem damaligen Verhalten und legten Geständnisse ab. Manuel W. (21), der inzwischen als Wachmann in einer Sicherheitsfirma arbeitet, hatte sich bereits damals in der JSA entschuldigt. „Mein Mandant bereut diese Tat zutiefst", sagte sein Rechtsanwalt Sven Tamoschus. Auch Nouredine F. (18) ließ seinen Verteidiger Stephan Bonell sprechen. Es sei richtig, dass es damals zu diesen tätlichen Auseinandersetzungen gekommen ist, so der Anwalt. „Es tut ihm leid." Sein Mandant werde sich noch beim Geschädigten entschuldigen. Und auch der dritte im Bunde, David D. (22), zeigte Reue. Ein Umstand, der die Verhandlung enorm vereinfacht und daher strafmildernd berücksichtigt wird. Das damalige Opfer muss nicht vernommen werden, auf weitere vier Zeugen wurde verzichtet. In einem Rechtsgespräch, das die Prozessbeteiligten vorab geführt hatten, war der bei einem Geständnis zu erwartende Strafrahmen eingegrenzt worden: Laut Gericht könne Manuel W. mit einer Strafe von maximal einem Jahr, zur Bewährung ausgesetzt, rechnen. Für David D. komme eine Freiheitsstrafe von acht Monaten bis zu einem Jahr in Betracht, für Nouredine F. eine Jugendstrafe von acht bis zu maximal 14 Monaten. Letzterer scheint auf gutem Wege, er möchte in der JSA eine Ausbildung beginnen. „Er muss lernen, dass er für jede Straftat einzustehen hat", sagte Richterin Juliane Guha. Die Urteile werden am 13. Oktober erwartet.

Saskia Grätz

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