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Borna Schüler aus dem Landkreis Leipzig sagen Nein zum Rauchen
Region Borna Schüler aus dem Landkreis Leipzig sagen Nein zum Rauchen
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10:28 11.02.2019
90 Prozent von ihnen rauchen nicht: Diese 9. Klasse macht mit beim Wettbewerb „Be smart – don’t start“. Quelle: Jens Paul Taubert
Regis-Breitingen

Mandy Bartnick ist überzeugte Nichtraucherin. Die Mathe- und Geografie-Lehrerin der Oberschule in Regis-Breitingen weiß seit langem, wie ungesund Rauchen ist – und will das an ihre Schüler aus der 9. Klasse weiter geben.

Probiert habe sicher der eine oder andere schon mal, „weil es vielleicht cool wirkt, aber es geht darum, nicht wirklich damit zu beginnen“, meint die Klassenlehrerin. Bereits in Stufe 6 startete sie mit ihren Schülern den Wettbewerb „Be smart – don’t start“.

Kürzlich stand Anti-Rauch-Wettbewerb haarscharf auf der Kippe

Das heißt: 90 Prozent der Klasse sagt „Nein“ zu Zigaretten, E-Zigaretten, Shishas, E-Shishas, Tabak und Nikotin in jeder Form – freiwillig. Einmal in der Woche dreht sich der Unterricht um das Thema Nichtrauchen, zum Beispiel mit Quizfragen, über die dann diskutiert wird. Dafür wird extra Zeit abgeknapst. Auch eigene Aktionen können gestartet werden.

Die 14- und 15-Jährigen können sich gar nicht mehr daran erinnern, wie das in der 6. Klasse begann. Damals war Rauchen irgendwie noch kein Thema – heute bei einigen wenigen schon.

Kürzlich stand der Wettbewerb haarscharf auf der Kippe, weil die Raucher die Zehn-Prozent-Grenze zu überschreiten drohten. Es dürfen nicht mehr als zwei von den 26 Schülern rauchen. Doch aus eigenem Antrieb haben sich die Mädchen und Jungen dann doch dafür entschieden, weiter bei „Be smart – don’t start“ (übersetzt „Sei klug – fang nicht an!“) mitzumachen – was ihre Lehrerin freut. Ihrer Meinung nach hat es Sinn, „bei dem Thema immer dran zu bleiben“.

Rauchen gilt als die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern. Freiwilliger Verzicht – darum geht es in dem Wettbewerb. Quelle: dpa

„Von dem Wettbewerb ist schon was hängen geblieben“, sagt Lucas. „Was da so alles in dem Quiz zur Sprache kommt, das schreckt auch ab.“ Jacob meint: „Es ist besser, nicht zu rauchen. Ganz klar.“

Seit Jahren wird auf die Gefahren aufmerksam gemacht – nicht zuletzt durch die Bildchen auf den Zigarettenschachteln. Die Regiser Jugendlichen meinen, dass dies durchaus eine Wirkung haben kann. „Es ist schon eklig, was man da so sieht“, sagt Schülerin Eva. Genau das ist mit den Schockbildern beabsichtigt.

7000 Klassen beteiligen sich deutschlandweit an Anti-Rauch-Wettbewerb

In ganz Deutschland beteiligen sich nach Angaben der Initiatoren des Wettbewerbs mehr als 7000 Klassen, die meisten in Nordrhein-Westfalen (1895) und Bayern (1074). In Sachsen sind es nur 250. Fünf davon kommen aus dem Landkreis Leipzig. Neben Regis-Breitingen machen Schulen in Grimma, Wurzen, Geithain und Elstertrebnitz mit.

Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern, informiert die Deutsche Krebsgesellschaft. Diese Tatsache sei seit langem bekannt – trotzdem würden viele Menschen rauchen.

Gefahr: Zigarette ist Einstiegsdroge für Jugendliche

In Deutschland rauchen fast jeder dritte Mann und jede vierte Frau, ergab eine repräsentative Umfrage. In einem Bundesland wird besonders viel gequalmt: In Mecklenburg-Vorpommern greifen demnach 34 Prozent der Bevölkerung zur Zigarette. In Sachsen seien es 30 Prozent. Der deutsche Durchschnitt liegt laut der Umfrage bei 29 Prozent.

Nach wie vor gilt Rauchen als so genannte Einstiegsdroge. Studien bewiesen, dass Jugendliche, die regelmäßig zum Glimmstängel greifen, ein deutlich erhöhtes Risiko haben, auch anderen Süchten zum Opfer zu fallen. Ein Grund dafür sei, dass sich das Gehirn bei Jugendlichen noch entwickelt und durch den regelmäßigen Zigaretten-Konsum erheblich beeinträchtigt wird.

Dennoch gibt es generell einen positiven Trend zu beobachten: Die Zahl der Raucher in Deutschland ist weiter rückläufig – vor allem bei Jugendlichen, so die Krebsgesellschaft. Ende der 1990er Jahre rauchten knapp 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen. Heute sind es nur noch rund zehn Prozent. Am höchsten war und ist der Raucheranteil unter den jungen Erwachsenen: Von den 18- bis 25-Jährigen rauchte Ende der 1990er Jahre etwa jeder Zweite, heute nur noch fast jeder Dritte.

Regeln des Nichtraucher-Wettbewerbs

1. Die Schüler der Klasse entscheiden selbst, ob sie an dem Wettbewerb teilnehmen möchten oder nicht.

2. In einer anonymen oder offenen Abstimmung müssen sich mindestens 90 Prozent der Schüler für eine Teilnahme aussprechen.

3. Nach Anmeldung der Klasse durch eine Lehrkraft werden die notwendigen Materialien zur Durchführung des Wettbewerbs zugeschickt.

4. Die Schüler unterschreiben einen Vertrag, in dem sie sich verpflichten, in der Zeit vom November bis April des laufenden Schuljahres nicht zu rauchen.

5. Die Schüler geben einmal wöchentlich an, ob sie rauchfrei sind oder nicht. Wenn weniger als 90 Prozent der Schüler einer Klasse rauchfrei sind, das heißt mehr als 10 Prozent rauchen, scheidet die Klasse aus dem Wettbewerb aus.

6. Am Ende jedes Monats meldet die Klasse, ob sie noch im Rennen ist.

Den Wettbewerb gibt es seit 22 Jahren. Es gibt Preise zu gewinnen, der Hauptpreis ist eine Klassenreise. Organisator und Ansprechpartner des Projektes ist das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel. Zu den Partnern der Aktion zählen Ministerien der Bundesländern, die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Information und Anmeldung unter https://www.besmart.info

Von Claudia Carell

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