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Schule ohne Rassismus: Oberschule Groitzsch zeigt Toleranz und setzt Grenzen

Demokratie und Courage Schule ohne Rassismus: Oberschule Groitzsch zeigt Toleranz und setzt Grenzen

Die Oberschule Groitzsch ist mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden. In Workshops hatten sich die Klassen mit Ausgrenzung und Rassismus beschäftigt. Angeleitet von fünf Mädchen aus ihren Reihen, den Peerleadern, die sich für Toleranz und Demokratie einsetzen. Die Schulband begleitete die Feierstunde.

Die Peerleader Julia Pham (v. l.), Christin Zimmerling, Lilly Rausch, Lea-Isabell Nitschke und Franziska Müller haben die Ehrung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ für die Oberschule Groitzsch entgegengenommen.

Quelle: Andreas Döring

Groitzsch. Ein neues Schild prangt neben dem Haupteingang der Oberschule Groitzsch. Die Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zeigt, „dass bei uns was Gutes läuft“, sagte Leiterin Gudrun Meyer. Leila Schilow vom sächsischen Verein des bundesweiten Netzwerks für Demokratie und Courage überbrachte am Donnerstag die Auszeichnung. „Ihr wart sehr aktiv im Projekt, habt Workshops und eine Ausflug veranstaltet“, lobte sie die Peerleader der Schule als Initiatoren. „Ihr müsst das Thema im Herzen tragen, den Titel auch als Aufgabe verstehen“, wandte sie sich allen Schülern bei der Feierstunde zu. Es gebe immer wieder Ausgrenzungssituationen: „Seid solidarisch, steht Euch bei.“

Ausgangspunkt für die Ehrung ist das Engagement von fünf Mädchen, der Peerleader, die sich unter Gleichaltrigen für Toleranz, interkulturelles Miteinander und Demokratie einsetzen. Das Rüstzeug dafür holten sich die Zehntklässlerinnen Christin Zimmerling, Lilly Rausch, Lea-Isabell Nitschke, Julia Pham und die Neuntklässlerin Franziska Müller in einer Ausbildung an mehreren Wochenenden über zwei Jahre. „Wir hatten schon Fälle von Schülern, die sich rassistisch geäußert, gegen Flüchtlinge geschimpft haben“, sagte Christin. „Da versuchen wir einzuwirken.“ Auch bei einem schweren Fall von Mobbing wurden sie aktiv. Lilly: „Wir wollen zeigen, dass wir nicht so sind wie andere Schulen.“ Drei von ihnen lassen sich noch zu Peertrainern schulen, so Lea-Isabell.

In Seminaren, die das Quintett leitete, setzten sich die 5. bis 7. Klassen mit Ausgrenzung auseinander, in den älteren Jahrgängen wurden die Mädchen beim Thema Rassismus von Mitgliedern des Bornaer Vereins Bon Courage unterstützt. Schließlich stimmten bei einer Unterschriftensammlung mehr als die geforderten 80 Prozent aller Schüler der Bewerbung um den Titel zu.

Um den Wert der Freiheit geht es, sagte Schulleiterin Meyer: „Unser höchstes Gut.“ Gekoppelt mit Demokratie, sei sie Grundlage unserer Gesellschaft. „Aber Freiheit ist nicht grenzenlos. Sie endet dort, wo die Freiheit eines anderen eingeschränkt wird.“ Deshalb sei es wichtig, dass die Schüler die Grenzen erarbeiteten: „Stopp zu Rassismus. Stopp zu Fremdenfeindlichkeit. Stopp zu Extremismus.“

Die Schulband „Mads Danjcs“ hatte extra für die Feierstunde das „Lied vom Anderssein“ einstudiert. Wo im Land der Blaukarierten ein Rotgefleckter verjagt wird, wo aber auch ein Blaukarierter im Land der Grüngestreiften nicht wohlgelitten ist. Im Land der Buntgemischten aber sind alle willkommen. Viel Beifall gab es ebenso für den Cranberries-Song „Zombie“, ein Antikriegslied.

Pate des Projekts ist CDU-Landtagsabgeordneter Oliver Fritzsche. Er betonte drei Aspekte in der Arbeit: Achtsamkeit, um Probleme zu erkennen; Mut und Kraft, um Stopp sagen zu können; Dialogbereitschaft, um miteinander zu reden, sich über unterschiedliche Meinungen auszutauschen. Bürgermeister Maik Kunze (CDU) gratulierte ebenfalls. Zudem wünschte er sich, dass die jungen Leute das Thema, die Idee mitnehmen in die Berufsausbildung, ins spätere Leben.

Den Titel „Schule ohne Rassismus“ tragen in Sachsen mehr als 60 Häuser. Im Landkreis sind es fünf. Vor Groitzsch wurden das Gymnasium „St. Augustin“ Grimma und die Oberschulen Kitzscher, Pegau und Geithain ausgezeichnet.

Von Olaf Krenz

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