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Borna „Schule ohne Rassismus“: Regis-Breitingen ist im Landkreis Nummer sechs
Region Borna „Schule ohne Rassismus“: Regis-Breitingen ist im Landkreis Nummer sechs
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19:40 10.02.2017
Schulsozialarbeiterin Susanne Weltzien spricht über das Engagement des Regiser Schülerrates. Quelle: Oberschule Regis-Breitingen
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Regis-Breitingen

Das Netzwerk für Demokratie und Courage aus Dresden hat der Oberschule Regis-Breitingen den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Die Landeskoordinatorin Leila Schilow nahm die Auszeichnung mit dem speziellen Schild vor. Es ist die sechste für eine Bildungseinrichtung im Landkreis; zuvor waren die Oberschulen Kitzscher und Geithain, Pegau und Groitzsch sowie das Gymnasium „St. Augustin“ Grimma geehrt worden.

Vor mehr als einem Jahr hatte der Schülerrat um seinen Sprecher Max Helmschmied den langen Prozess in Gang gebracht. Zu Beginn des vergangenen Schuljahres war die Thematik der Geflüchteten im Landkreis Leipzig aktuell und heiß diskutiert worden. Gerade auch in Regis-Breitingen, weil in der ehemaligen Berufsschule eine (Not-)Unterkunft eingerichtet worden war. Ängste und Vorurteile gegenüber Asylbewerbern, aber auch Engagement für die Vertriebenen waren gleichermaßen zu spüren. In diesem verunsicherten Klima entschloss sich der Schülerrat, ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen für Menschlichkeit und Courage – und sich für die Auszeichnung zu bewerben. Mit Netzwerk-Vertretern wurden erste Ideen gesammelt. Unterstützt von Schulleitung, Lehrerschaft und Schulsozialarbeit, gab es Aktionen, darunter Aufklärung zu Rassismus, Diskriminierung und Courage. Schnell konnte die erforderliche Zustimmung für das Projekt von mehr als 70 Prozent erreicht werden. Im laufenden Schuljahr folgten ein Kinderfest für und mit dem Nachwuchs aus geflüchteten Familien, an dem sich alle Schüler beteiligten, sowie mehrere inhaltliche Arbeiten zum Themenkomplex.

Bei der Ehrung am Dienstag fanden Landeskoordinatorin Schilow sowie der Projektpate und Landrat Henry Graichen (CDU), aber auch Schulleiterin Dagmar Meißner und Schülersprecher Helmschmied klare, ermutigende Worte. Die Regiser Oberschüler führten ein thematisch passendes Programm auf, dem ebenso Bürgermeister Wolfram Lenk (Die Linke) beiwohnte. Die eindringlichste und ergreifendste Botschaft übermittelten die szenische Lesung „Mittag für zwei“ (nach „Spaghetti für zwei von Federica de Cesco) der Neuntklässlerin Ria sowie das Gedicht gegen Rassismus von Philip aus der 6. Klasse. Im Anschluss ließen die Mädchen und Jungen mit bunten Luftballons ihre Wünsche nach Frieden, Gleichheit und Menschlichkeit in der Welt steigen.

Von okz

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