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Borna Schulmilch wenig gefragt
Region Borna Schulmilch wenig gefragt
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15:13 27.11.2009
Borna

Es geht um die Schulmilch. Denn in Bildungsstätten greifen immer weniger Schüler zu dem gesunden Lebensmittel.

„Ich höre von vielen Förderprogrammen, habe aber das Gefühl, dass nicht viel Schulmilch getrunken wird“, sagt Kreisbauernverbandschef Siegfried Runkwitz. Um die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, will sein Verband für eine bestimmte Zeit Milch für eine Klasse sponsern. Es gehe darum, für die Zukunft Milchtrinker zu gewinnen. Denn: „Wer nicht als Kind Milch trinkt, fängt damit auch nicht als Erwachsener an.“Seine Sorgen sind berechtigt. Der Schulmilchkonsum ging deutschlandweit drastisch zurück. Wurden in Sachsen 1993 noch mehr als 16 000 Tonnen Milch in den Schulen getrunken, waren es im vergangenen Jahr nur magere 2800 Tonnen. Ein Minus von 83 Prozent, wie der Presse-Online-Service der Deutschen Milchindustrie mitteilt.Dabei sieht die Statistik an den Grundschulen noch ganz gut aus. 80 Prozent von ihnen bieten Milch an, sagt Ulrike Schlenter vom Dresdner Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Allerdings: Nur jeder fünfte Grundschüler trinkt sie auch. Bei den weiterführenden Schulen ist die Quote viel geringer. 37 Prozent der Mittelschulen und 17 Prozent der Gymnasien haben Milch im Haus.Den Rückgang erklärt Schlenter mit fallenden Schülerzahlen und veränderten Strukturen. „Früher kümmerte sich der Hausmeister um die Milch. Heute ist ein Hausmeister für vier Schulen zuständig und kann das nicht mehr übernehmen“, sagt die Amtsmitarbeiterin. Außerdem sei die staatliche Förderung gesunken. Für 0,2 Liter Fruchtmilch im kleinen Tetrapack zahlen Eltern rund 30 Cent. Generell, so Schlenter, komme es auf das Engagement der Schule an, ob und wie sie das Angebot organisiert. Das ist der Knackpunkt. Denn fast jeder weiß, dass der weiße Saft gesund und für Kinder wichtig ist.Ein leuchtendes Beispiel ist die kleine Grundschule in Deutzen bei Borna. „Bei uns trinken fast alle Kinder Milch“, sagt Schulleiterin Renate Blonski stolz. Sogar sächsische Milch, „das war uns wichtig“. Organisiert werde dies von der Schulsekretärin Christa Grundmann. Es gibt kein Bestellsystem, sondern die Kinder kaufen sich jeden Tag in der Pause ihre Päckchen. „Wenn es vom Anbieter bestimmte Aktionen mit Fahnen oder Fußballern gibt, kann es sogar vorkommen, dass die Milch ausverkauft ist“, berichtet die Schulleiterin. Sie lobt ihre Kollegin, kommt sie doch jeden Tag eine halbe Stunde eher, um die Sache zu organisieren.In der Espenhainer Grundschule gibt es schon lange keine Schulmilch mehr. Kerstin Loth, seit vier Jahren Schulleiterin, weiß nicht, wann das eingeschlafen ist. Sie stellt aber fest, dass der Bedarf derzeit zu gering sei, damit sich der organisatorische Aufwand lohne.Bei den größeren Kindern ist es noch schwerer. „Bei unserem Essensanbieter können die Eltern auch Milch für ihre Kinder bestellen“, sagt Frank Ziemann, Leiter der Dintermittelschule in Borna. Doch die Begeisterung dafür halte sich in Grenzen. Wenn überhaupt, dann greifen noch die fünften und sechsten Klassen zu Milchpäckchen.„Durch konsequentes Anbieten wird auch mehr Milch in der Schule getrunken“, glaubt Stefan Treuger, Schulleiter des Groitzscher Gymnasiums. Sicher ist Milch bei Jugendlichen kein beliebtes Partygetränk. Doch die Groitzscher Schülerfirma „Gesunde Ernährung“ hat Milch fest im Programm, bietet auch Milchmixgetränke und Müsli mit Milch an. Und das werde doch recht gut angenommen.

Claudia Carell-Domröse

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