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Schutzengel wacht über dem Kohrener Weihnachtsmarkt

Tradition Schutzengel wacht über dem Kohrener Weihnachtsmarkt

Klein, aber fein präsentiert sich der Weihnachtsmarkt in Kohren-Sahlis. Kirchgemeinde, Heimvolkshochschule und Kommune wachen darüber, dass unter der Tanne Angebote aus Handwerk und Kunst locken. Obwohl ursprünglich in der Fastenzeit gelegen, ist der Anschnitt des Riesenstollens auf dem Adventsmarkt bereits Tradition.

Bürgermeister Siegmund Mohaupt, Dirk Martin Mütze, Leiter der Heimvolkshochschule, und Pfarrer Matthias Ellinger (von links nach rechts) beim traditionellen Anschnitt des Riesenstollens.

Quelle: Peter Ruf

Kohren-Sahlis. Zum fünften Mal hat im Pfarrhof in Kohren der Weihnachtsmarkt stattgefunden. „Neben dem Töpfermarkt ist dies ein zentrales gesellschaftliches Ereignis in Kohren-Sahlis“, so Bürgermeister Siegmund Mohaupt. Er schätzt die tolle Atmosphäre an diesem Ort. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. „Der Weihnachtsmarkt ist so familiär und gemütlich. Hier kann man die Kinder laufen lassen. Sie haben viele Spielmöglichkeit und sind beschäftigt“, stimmte die Frohburgerin Anett Henzschel, die mit ihren beiden Enkeln gekommen ist, dem Bürgermeister zu.

Der Weihnachtsmarkt wird gemeinsam von Kirchengemeinde, der evangelischen Heimvolkshochschule und Stadt ausgerichtet. Er begann traditionell mit dem Anschnitt des Riesenstollen durch die Veranstalter. Direkt mit Weihnachten habe der Markt eigentlich nichts zu tun. „Aber er bietet Begegnungsmöglichkeiten mit anderen Menschen – und in diesem Sinnen dient er dem Anliegen von Weihnachten“ ist der Kohrener Pfarrer Matthias Ellinger überzeugt. Da früher die Adventszeit eine Fastenzeit war, sind Weihnachtsmärkte im Advent eine Erfindung der Neuzeit. „Früher begann der Weihnachtsmarkt erst kurz vor dem Weihnachtsfest. Und damit dann Stollen mit Butter auch in der Fastenzeit angeboten werden durfte, hat der Papst eine Ausnahmegenehmigung erteilt“, ergänzte Dirk Martin Mütze, Leiter der Heimvolkshochschule.

Doch solche Erkenntnisse hielt die Marktbeschicker und die Besucher nicht ab, den Tag in der Fastenzeit zu genießen. Auffallend war, dass an den meisten der 20 Verkaufsständen fast nur Handwerkliches oder Künstlerisches aus der Region angeboten wurde. Da war das Künstlerehepaar Monika und Ulrich Ziegler aus Kohren mit ihren Gemälde und Tonwaren. Oder der Landfrauenverband, der Käse direkt vom Erzeuger verkaufte. Während die meisten bereits schon lange dabei sind, präsentierte die 31-jährige Nadine Römer das erste Mal ihre Ware in Kohren. „Ich habe Freude an der Imkerei gefunden und möchte das langfristig zu meinem Beruf machen.“ Die noch Nebenerwerbsimkerin aus Ossa bot ihren Honig, aber auch Kerzen und andere Bienenprodukte zum Verkauf an. Außerdem waren Korbmacher, Töpfer, Schmuckdesigner, Bäcker und Gärtner vertreten.

Am Stand der Jungen Gemeinde der Evangelischen Kirche wurde Selbstgemachtes wie Marmelade, Sirup oder Kerzen verkauft. Ein weißer Schutzengel bewachte den Stand. Das eingenommene Geld wird für die Betreuung von Flüchtlingskinder in Libanon verwendet. Heike Kunze organisiert seit fünf Jahren den Weihnachtsmarkt. „Regionale Verkaufsstände und viele Angebote für Kinder sind das Besondere am Kohrener Weihnachtsmarkt.“ Deshalb ermöglichte das Sportmobil Springburg e.V. viele Spielmöglichkeiten. Kinder der Grundschule stellten ein Weihnachtsprogramm in der Kirche vor. Eine Pferdekutsche lud zu einer Rundfahrt durch Kohren ein. Und ein Weihnachtsmann brachte allen Kindern kleine Geschenken. Die Verpflegung wurde von den örtlichen Sportvereinen übernommen.

Diese familiäre Atmosphäre ist es, die die Menschen nach Kohren lockt. „Ich komme seit sechs immer nach Kohren. Es ist für mich noch ein echter Weihnachtsmarkt. Da ich so sehr davon geschwärmt habe, ist in diesem Jahr meine Schwester mit Familie mitgekommen“, so Susanne Fikus aus Penig. Gleich zu Beginn ihres Besuchs versuchte sich die ganze Familie am Ratespiel, bei dem diesmal die Anzahl der abgebildeten Quadrate geschätzt werden musste. Abgeschlossen wurde der Weihnachtsmarkt mit einem Konzert in der Kirche mit dem Thomasius-Consort aus Leipzig.

Von Peter Ruf

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