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Borna „Schwarzbohrer“ im Kleingarten
Region Borna „Schwarzbohrer“ im Kleingarten
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05:06 11.10.2018
Die Naunhofer Firma "Fritz Thiele Bohrungen und Brunnenbau Inh. Gabriele Wegel" ist im Brandiser Ortsteil Beucha mit Bohrungen und Brunnenbau gut beschäftigt. Quelle: Thomas Kube
Borna

Das Gießen war in diesem Dürre-Sommer für viele eine Last. Umso mehr wenn der Gärtner dafür Trinkwasser verwenden musste. Achim Winkler war in dieser Hinsicht gut dran. Der 62-Jährige aus Borna hat in seinem Garten einen Brunnen. „Schon seit 1985, als ich hier anfing“, erzählt er. „Dieses Jahr war das wirklich sehr nützlich.“ Er weiß aus Unterhaltungen mit anderen Kleingärtnern, dass so mancher über einen eigenen Brunnen nachdenkt.

Illegale Anbieter bohren auf eigene Faust

Das merkt auch Gabriele Wegel, Geschäftsführerin der Firma Fritz Thiele Bohrungen und Brunnenbau aus Naunhof. Generell sei es so, dass sie Anfragen bekommt, „wenn mal eine Woche durchgängig die Sonne scheint und die Zisterne leer ist“. Umso mehr gab es in diesem Rekord-Sommer zu tun: „Wir haben im Privatbereich doppelt so viel Aufträge.“ Ihr Gewerbe sei vom Wetter abhängig. In verregneten Sommern gebe es entsprechend weniger zu tun.

Was die Brunnenbauermeisterin ärgert, sind die „Schwarzbohrer“, wie sie die illegalen Anbieter nennt, die auf eigene Faust einen Brunnen bohren. Es würde dann heißen, dies sei ja „bloß für den Garten“. Dabei würden die Leute nicht bedenken, welcher Schaden entstehen kann.

Im Brunnenbau gilt Meisterpflicht

Nicht umsonst sei der Brunnenbau nach wie vor meisterpflichtig, das heißt, nur ein Meister dieses Fachs darf einen Betrieb leiten. Den von Gabriele Wegel gibt es schon seit 1931. Es sei eine Menge zu beachten in diesem Metier, zum Beispiel was geologische Bedingungen betrifft. Die „Schwarzbohrer“, die von Privatleuten meist unter der Hand bezahlt werden, würden nicht selten Schichten des Grundwassers zerstören.

Schwarzbau vor Gericht nicht einklagbar

Auch qualitativ würde es oft Probleme mit solchen Brunnen geben, zum Beispiel versiegt das Wasser auf einmal. Häufig wird ihr Unternehmen in solch einem Fall um Rat gefragt. „Ich sage dann immer, wer billig kauft, kauft zweimal“, so die Chefin. Vor Gericht könnten die Privatleute nicht ziehen, weil sie den Auftrag schwarz bezahlt haben.

Jeder Brunnen sei anders, deshalb müsse man die örtlichen Bedingungen genau betrachten. Dies funktioniere nicht zu einem Pauschalpreis. Es sei genau abzuwägen, ob sich ein Brunnen auf dem eigenen Grundstück lohnt oder nicht. Die Unternehmerin ist sich sicher, dass auch die Aufträge der illegalen Anbieter nach diesem Sommer „mit Sicherheit drastisch zugenommen haben“.

Melonen in hiesigen Breitengraden

Neben dem Brunnen-Thema diskutieren Kleingärtner derzeit auch über andere Pflanzen, die sie anbauen könnten – wenn es in den nächsten Jahren wieder so warm wird. „Ich glaube es ja nicht so recht. Ist noch nicht lange her, dass wir sehr durchwachsene Sommer hatten“, meint Jörg Grunow, Vorsitzender der Gartensparte „Glück Auf“ in Kitzscher. Doch einige hätten schon Melonen gepflanzt, die sicher nicht so groß wie im Supermarkt sind, „aber da hängt schon was dran“.

Auch Ludbert Schmuck aus Geithain glaubt, dass sich bei den Früchten etwas ändern könnte. „Vielleicht sollte man mehr Pfirsiche und Aprikosen im Kleingarten haben“, meint der Chef der Sparte „Frohe Zukunft“. Wenn es wieder so warm werden sollte. „Es weiß keiner, wie es in Zukunft wird“, sagt der 66-Jährige. Doch wie auch immer: Ob heißer oder verregneter Sommer – auf sein eigenes Obst und Gemüse will er nicht verzichten. Apfel und Erdbeere aus dem eigenen Garten schmecken eben wunderbar.

Von Claudia Carell

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