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Borna Schwarze Gesellen: Wave-Gotik-Szene feiert drei Tage im Kulturpark Deutzen
Region Borna Schwarze Gesellen: Wave-Gotik-Szene feiert drei Tage im Kulturpark Deutzen
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11:19 08.03.2018
Bei der Band Boytronic sind die Traversen der Amphibühne brechend voll. Auch das 12. Festival Nocturnal Culture Night hat den Kulturpark Deutzen gefüllt. Quelle: Andreas Döring
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Neukieritzsch/Deutzen

Am Wochenende hat die Wave-Gotik-Szene wieder den Deutzener Kulturpark beherrscht. Deshalb war das Wohngebiet davor, ja das halbe Dorf, mit den auf der Straße massenweise geparkten Autos nahezu in einem Ausnahmezustand. Dennoch verlief alles gut organisiert beim Musikfestival Nocturnal Culture Night, kurz NCN. Auch die auftauchenden „schwarzen Gestalten“ der Szene, deren Anblick auf düstere Gesellen schließen ließ, entpuppten sich bei näherer Betrachtung als freundliche weltoffene Menschen, die gern ihren Musikinteressen nachgehen.

Einige Tausend Besucher hat das 12. Festival Nocturnal Culture Night in den Kulturpark Deutzen gelockt. Über drei Tage feierten die Fans der Wave-Gotik-Szene sich und die Vielfalt des Musikprogramms auf drei Bühnen.

Kitti, Marco und der heilige Martin, wie sich die ganz in Schwarz Kostümierten nannten, sind zum ersten Mal in Deutzen mit dabei. „Wir sind von dem Kulturparkereignis angenehm überrascht. Obwohl, gemessen an anderen Treffen dieser Art, das Territorium recht klein ist, entfaltet es gerade dadurch seine besondere Wirkung“, stellt Martin fest. „Da wir Wave- und Gothic-Musik lieben, kommen wir hier voll auf unsere Kosten.“ Sein Begleiter Marco meint, die Nähe zu den einzelnen Bühnen ließe sogar einen Bummel zu, bei dem sie nahezu jede Aufführungen erleben können. „Ich bin begeistert“, sagt Kitti. Was ihr besonders gefalle, sei der familiäre Charakter der Veranstaltung.

Andreas aus Dortmund lässt sich seit vielen Jahren das legendäre Treffen nicht entgehen. „Diese Veranstaltung ist ein fester Bestandteil in meiner Freizeitgestaltung. Vor allem finde ich die Begegnung mit den Menschen wertvoll. Jedes Jahr lerne ich neue Leute kennen.“ Aufgefallen sei ihm die Mentalität der Ostdeutschen, die mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten. „Sie sagen oft was sie denken. Diese Ehrlichkeit kommt in meiner Region kaum noch vor“, bedauert der Dortmunder. Wegen des Zwischenmenschlichen komme er gern zum Festival, aber ebenso der Musik wegen, deren Vielfältigkeit ihn anspricht.

Die kleine Gruppe mit Lada, Andreas und Thomas mag die Offenheit der Besucher. „Wir sind hier alle per du und reden uns mit dem Vornamen an“, erklärt Andreas. Für Thomas ist das Besondere der direkte Zugang zu den Bandmitgliedern, die nicht abgehoben sind. „Anders als auf ähnlichen Veranstaltungen sind die Musiker bodenständig, und es kommt oft zu spontanen Gesprächen nach ihren Auftritten“, freut er sich. Lada ist der engere Kontakt zu den Festivalbesuchern aufgefallen. „Hier bin ich auch näher an den einzelnen Acts dran“, merkt sie an.

Die Musiker der dänischen Band „Dune Messiah“ mögen den direkten Kontakt zum Publikum. In gebrochenem Deutsch erzählen die Bandmitglieder dass sie das Kleinod des Kulturparkes sehr schätzen, was die Menschen dadurch noch näher bringt.

Sehen und gesehen werden steht in Deutzen nicht ganz so im Vordergrund, die Gäste wollen in kurzer Zeit viele Bands erleben. Miriam aus Nürnberg ist deswegen nach Deutzen gekommen. „In diesem kleinen Rahmen bietet sich die beste Gelegenheit, unbekannte Musikbands der Szene zu treffen“, sagt sie.

Musik dieser Art bleibt nicht nur der jüngeren Generation vorbehalten. Auch die sogenannte reifere Generation, zu der sich Lila aus Halle zählt, ist von der Szene angetan. „Das Alter spielt hier keine Rolle. Vielmehr ist es die Musik, die verbindet und deshalb die Menschen zueinander bringt“, meint Lila.

Von René Beuckert

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