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Borna Schwerhörige wünschen sich Untertitel und zugewandte Gesprächspartner
Region Borna Schwerhörige wünschen sich Untertitel und zugewandte Gesprächspartner
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05:01 08.03.2018
Hannelore Reinhardt (li.) und Renate Seidl vom Schwerhörigenbund Borna. Quelle: Thomas Kube
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Borna

Wichtig ist, das ihr der Gesprächspartner gegenübersteht. „Dann kann ich von den Lippen ablesen“, sagt Renate Seidl. Die Vorsitzende des Schwerhörigenbundes Borna muss es wissen. Sie ist seit nahezu sechs Jahrzehnten Trägerin eines Hörgerätes. „Ohne würde ich nichts hören.“ So wie andere Mitglieder des Schwerhörigenbundes. Offiziell 30 an der Zahl, zu denen aber auch Hörgeräte-Akustiker gehören.

Verein besteht seit 35 Jahren

Etwa 20 Hörgeschädigte sind in dem Verein organisiert, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen feiert. Seither versteht er sich als Ansprechpartner für Hörgeschädigte und ertaubte Menschen. Die Mitglieder sind oftmals hochbetagt und einige bereits jenseits der 90. Sie kommen nicht, wie ursprünglich geplant, am Sonnabend, sondern erst am 24. März, 14 Uhr, bei der Volkssolidarität am Dinterplatz zu ihrer Mitgliederversammlung zusammen.

Dabei, machen Renate Seidl und ihre Stellvertreterin Hannelore Reinhardt klar, haben längst nicht mehr nur ältere Menschen Hörprobleme. „Das gibt es immer mehr auch bei Jüngeren“ - wobei insbesondere das Tragen von Kopfhörern für Hörschädigungen sorgt.

Was die Mitglieder des Schwerhörigenbundes anbelangt, so geht es neben praktischer Hilfe auch um deren soziales Umfeld. Renate Seidl: „Wir haben auch viele Alleinstehende“ - Menschen, die schon elementare Schwierigkeiten mit einem Telefonat haben. Und ohne die Technik, sprich Hörgeräte, geht für niemanden etwas, der unter der Schädigung seines Gehörs leidet.

Vorsitzende rät: Offen mit Behinderung umgehen

Allerdings empfiehlt Renate Seidl, die viele Jahre auch Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes der Schwerhörigen war, mit der Behinderung offen umzugehen. „Wenn ich etwas schlecht oder nicht verstanden haben, bitte ich darum, alles noch einmal zu wiederholen.“ Schlecht zu hören sei schließlich keine Schande, „Und die Leute nehmen dann auch Rücksicht.“

Die 80-Jährige rät auch dazu, mit einer Behinderung, wie sie ein schlechtes Gehör nun einmal darstellt, offensiv umzugehen. Das heißt im Zweifel auch Mut zum Hörgerät, wenngleich „das ein anderes Hören ist als sonst“. Genieren sollte sich aber niemand damit, so wie das auch niemand mit einer Brille macht. Anders aber als Sehbeeinträchtigungen lassen sich Probleme mit dem Gehör nicht durch einen operativen Eingriff lösen.

Zugewandte Gesprächspartner erleichtern das Verstehen

Durch einen freundlichen und im wörtlichen Sinne zugewandten Gesprächspartner aber durchaus, Stichwort Lippenlesen. Was allerdings nicht immer funktionieren kann, wie Renate Seidl mit Blick auf Träger eines Vollbartes sagt. Menschen mit schlechtem und schwachem Gehör sind außerdem darauf angewiesen, dass sie andere Hilfsmittel nutzen können.

Konkret auch beim Fernsehen, wo das Ablesen von den Lippen der Schauspieler spätestens dann nicht mehr klappt, wenn es sich um ausländische Filme handelt, die synchronisiert sind. „Dann brauchen wir eine Untertitelung“, wie sie die Sender via Videotext anbieten. Vor allem der MDR sei hier zu loben, der mittlerweile 87 Prozent aller Sendungen für Hörgeschädigte untertitelt.

Das ist nicht zuletzt den guten Kontakten auch des Bornaer Schwerhörigenbundes zu den Fernsehmachern in Leipzig zu danken. Dorthin gibt es regelmäßige Kontakte, sagt Renate Seidl. „Im April fahren wir wieder hin.“

Von Nikos Natsidis

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