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Borna Selbstversuch im Altersheim: Wenn Hände und Beine schwer werden
Region Borna Selbstversuch im Altersheim: Wenn Hände und Beine schwer werden
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00:36 09.04.2018
Selbstversuch der zehnten Klasse im Seniorenheim: Unter Anleitung von Ergotherapeutin Sandra Vogel probiert Oberschülerin Melissa den Altersanzug und den Rollstuhl aus. Quelle: Regio TV
Kitzscher

Wie schenkt man eine Tasse Tee ein, wenn die Hände schwer sind und der Blick getrübt ist? Da kann schon mal etwas daneben gehen. Selbst beim Hineinbeißen in eine Schnitte muss man sich unter diesen Voraussetzungen schon sehr konzentrieren.

Das erfuhren unlängst Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse der Oberschule Kitzscher bei einem Besuch im Seniorenheim „Am Schwarzholz“ des ASB (Arbeiter-Samariter-Bund). Die Klasse von Lehrerin Johanna Loga besuchte das Heim im Rahmen des Ethikunterrichts.

Gute Kontakte zwischen Schule und Heim

Wobei die Kontakte zwischen der Schule und dem Pflegeheim nicht neu sind, gehört die ASB-Einrichtung doch zu den Kooperationspartnern der Bildungseinrichtung. Schüler können hier Praktika absolvieren, sie bekommen Unterstützung bei der Berufsorientierung und Einblick in Pflegeberufe. Auch das Ethik-Projekt gehört schon seit einigen Jahren dazu.

Anliegen sei es laut der Klassenlehrerin, „Empathie zu entwickeln“. Die Schüler sollen Gefühl und Verständnis dafür bekommen, wie man sich fühlt, wenn man älter wird und von altersbedingten Gebrechen und Einschränkungen betroffen ist.

Informationen über Krankheiten im Alter

„Alle Schüler werden irgendwann mit älteren Menschen zu tun haben“, ist sich Johanna Loga sicher. Damit meint sie nicht nur die eigenen Eltern oder Großeltern. Denn auch im Beruf treffen ihre Schüler später vielleicht in der Bank, in einem Dienstleistungsbetrieb oder in einer Verwaltung auf Kunden im höheren Alter.

Im Seniorenheim erfahren die Jugendlichen von Ergotherapeutin Sandra Vogel, welches die häufigsten Krankheiten im Alter sind: Schlaganfall, Parkinson und Demenz. Dann kommt der so genannte Altersanzug zum Einsatz. Gewichte an Beinen, Armen und Händen sowie eine spezielle Brille simulieren Alterserscheinungen.

Rollstuhltraining gehört dazu

Natürlich reicht die Zeit nicht dafür aus, dass alle sich den Anzug überziehen können. Melissa und Saskia probieren ihn aus. Klar gibt es den einen oder anderen Lacher. Es überwiegt aber das Staunen darüber, wie kompliziert alltägliche Bewegungen plötzlich sind, wie schwer das Laufen fällt.

Als nächstes folgt das Rollstuhltraining. Die Schüler können sich selbst hineinsetzen und lernen, was wichtig ist beim Begleiten eines Rollstuhlfahrers.

Schließlich gehört zum Projekt, das mehrere Tage umfasst, auch die direkte Begegnung mit Pflegeheimbewohnern, die von den Schülern unter anderem auf Spaziergängen begleitet werden.

Gemeinsamen Ausflug wird es wieder geben

Zum Beispiel holten Oberschüler in den vergangenen Jahren Heimbewohner zum Maibaumsetzen auf dem Marktplatz ab. Ob das in diesem Jahr aus terminlichen Gründen klappt, ist noch nicht klar. Wenn nicht, ist sich Klassenleiterin Loga sicher, wird sich eine andere Gelegenheit für einen Generationen übergreifenden Ausflug finden.

Von André Neumann

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