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Serienbrände halten die Wehren um Pegau und Groitzsch in Atem

Serienbrände halten die Wehren um Pegau und Groitzsch in Atem

Es brennen Felder und Gartenlauben, Autos und immer wieder Mülltonnen. Seit mehr als einem Jahr fahren die Freiwilligen Feuerwehren in Pegau und Groitzsch überdurchschnittlich viele Einsätze, teilweise müssen die Retter in einer Nacht mehrfach ausrücken.

Groitzsch/Pegau. Die enorme Belastung zehrt an den Kräften der Floriansjünger.

Zählt man die Brandeinsätze der Wehren von Groitzsch, Wiederau und Pegau für 2009 zusammen, ist die Marke von 40 Einsatztagen längst überschritten. Oft genug rückten die Wehren gemeinsam aus. „Gewöhnliche“ Gefahrenlagen, wie die Beseitigung von Ölspuren oder kleinere Nachlöscharbeiten, sind in dieser Statistik noch gar nicht berücksichtigt. Auch Brandbekämpfungen, deren Ursache ermittelt wurden, blieben außen vor. Insbesondere in der Schusterstadt kam es seit Jahresbeginn immer wieder zu regelrechten Serienbränden, wegen derer die Männer nacheinander zu verschiedenen Feuern gerufen wurden.

Am Mittwoch brannte, wie gestern berichtet, in Groitzsch erneut eine Gartenlaube; ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Brandserie eine Woche zuvor in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober. Gleich fünfmal mussten die Kameraden da ausrücken. Wie so oft in den letzten Monaten waren in mehreren Fällen wieder Mülltonnen und Container angesteckt worden. „Wir verzeichnen seit geraumer Zeit stetig steigende Einsatzzahlen“, resümiert der Groitzscher Wehrleiter Mario Zetzsche. Die diesjährige Belastung läge indes noch deutlich über diesem Schnitt. Nicht zuletzt wegen ihrer Drehleiter würden die Groitzscher zudem häufig aus benachbarten Kommunen angefordert. Wer steckt dahinter?

„Die Brandursachenermittlung ist Sache der Polizei“, hält sich Zetzsche bedeckt. „Da erhalten wir keine Rückmeldung.“ Allerdings sei es extrem ungewöhnlich, wenn ein freistehender Container ohne entsprechende Manipulationen Feuer fange. „Der brennt, glaub’ ich, nicht von allein.“

Ronny Wiesner, Pressesprecher der Pegauer Kameraden, bestätigt – ebenso wie sein Wiederauer Kollege Steve Treppnau – den Trend zu immer mehr Einsätzen. „Das ist bei uns schon seit 2008 zu beobachten.“ Brandstiftung sei in vielen Fällen naheliegend. Er warnt ausdrücklich vor einer Verharmlosung der vielen Kleinbrände. „Es klingt vielleicht nicht so dramatisch, wenn irgendwo ein paar Tonnen brennen.

Aber der Aufwand für uns ist enorm.“ Das seien keine Lausbubenstreiche. „Jedem muss doch klar sein, dass solche Aktionen immer Kräfte binden.“ Irgendwann könne das auch Menschenleben fordern, wenn unvermittelt anderenorts ein Feuer ausbräche. Überdies sind auch Feuerwehrmänner nicht aus Stein. „Unsere Leute sind tagsüber beim Arbeitgeber in der Pflicht“, weiß Treppnau aus eigener Erfahrung. Diese Doppelbelastung zehre allmählich an den Kräften der Aktiven.

Die Polizei führt, wie der Bornaer Revierleiter Thomas Krüger betont, eingehende Ermittlungen. Wegen der Vielzahl der Fälle wurde ein Teil der Untersuchungsarbeiten abgegeben. „Mittlerweile sind auch Kriminalisten der Inspektion K 12 bei der Polizeidirektion Westsachsen damit befasst“, so Krüger. Gleichzeitig ermittelten die Kollegen des Kriminaldienstes Borna. Konkrete Tatverdächtige seien bislang allerdings noch nicht gefunden, die eingesetzten Kräfte bemühten sich um die Aufarbeitung der sichergestellten Spuren. „Wir prüfen jeden Einzelfall gründlich. Das ist zeit- und personalaufwendig“, erklärt der Revierleiter.

„Einigen Feldbränden könnte durchaus auch Fahrlässigkeit zugrunde liegen. Etwa eine unachtsam entsorgte Zigarettenkippe.“ In anderen Fällen sei Brandstiftung wahrscheinlicher. Darüber wolle er aber nicht spekulieren, sagt Krüger, auch um die Ermittlungsarbeiten nicht zu kompromittieren. Fakt sei: „Wir lassen besonders häufig betroffene Areale intensiver bestreifen.“ Außerdem arbeite die Polizei eng mit den Floriansjüngern zusammen. Da diese üblicherweise als Erste vor Ort seien, würden sie auch nach Verdächtigem Ausschau halten.

Markus Tiedke

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