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Siedlerverein kontert Vereinbarung

Siedlerverein kontert Vereinbarung

Der Vorsitzende des Siedlervereins Kitzen-Rodeland, Carsten Iwan, hat in der Eingliederungsvereinbarung mit Pegau die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten für Kitzen bemängelt.

Pegau/Kitzen. Wie berichtet, war die Vereinbarung mehrere Wochen lang für die Einwohner einsehbar.

Vor allem sei die Infrastruktur kaum berücksichtigt worden, sagt Iwan. „Eine Entwicklung des Nahverkehrs in Richtung Zwenkau und nach Leipzig wäre wichtig gewesen, doch das fehlt vollständig." Und tatsächlich steht in der Vereinbarung lediglich: „Die Stadt Pegau wird gegenüber den Trägern des öffentlichen Personennahverkehrs darauf hinwirken, dass bedarfsgerechte Nahverkehrsverbindungen geschaffen werden. Dies gilt insbesondere für den Schülerverkehr." Iwan geht das nicht weit genug, aus dem Wortlaut gehe nicht hervor, welche Verbindungen im Besonderen damit gemeint seien. „Mit der Vereinbarung wird nur der Status Quo beibehalten. Wie sich Kitzen in Zukunft entwickeln soll, wurde komplett ausgeklammert", rügt Iwan. Die Vereinbarung habe keinerlei Visionen.

Das sieht Uwe Bartsch, stellvertretender Bürgermeister von Kitzen, anders. In der Eingliederungsvereinbarung sei klar festgelegt, welche Investitionen notwendig seien und auch schnellstens in Angriff genommen werden müssten. „Viele Kitzener wollen in der Vereinbarung jedes kleine Detail geregelt haben", sagt Bartsch, „aber für uns bilden die Details unsere Arbeitsgrundlage für den Stadtrat in den kommenden Jahren." Daher sei die Vereinbarung „eher global" gehalten worden.

Wichtigster Punkt für Iwan ist die Verkehrsanbindung gerade für Schüler nach Pegau und zurück. Wie berichtet, fährt der letzte Schulbus gegen 15.30 Uhr nach Kitzen, viele Kinder können daher an außerschulischen Aktivitäten nicht teilnehmen. Das soll sich aber spätestens mit der Eingemeindung am 1. Januar 2012 ändern. „Derzeit gibt es die Überlegung, einen Shuttlebus einzurichten", erklärt Bartsch. Dann hätten Schüler auch die Möglichkeit, nachmittags zum Beispiel Sport- und Musikangebote wahrzunehmen. Finanziert werden soll der Bus, so steht es in den Anlagen zur Vereinbarung, über die Fördermittel, sprich die Hochzeitsprämie.

Die Fördermittel sollen laut der Vereinbarung zu 100 Prozent „für die Realisierung der Investitionen in Kitzen eingesetzt" werden. Dazu gehören unter anderem eine Internet-Breitbandversorgung, die Entwicklung des Werbener Sees, die Sanierung der Dorfteiche zur Löschwasserversorgung, der Radwegebau zwischen den Ortsteilen und eine Bürgerbegegnungsstätte im Kitzener Rathaus. Die Breitbandversorgung hat bereits jetzt erste Formen angenommen. „Wir haben eine Machbarkeitsanalyse angekurbelt und hoffen, dass das Ergebnis bis Ende des Jahres vorliegt", sagt Bartsch. Und auch bei der Bürgerbegegnungsstätte habe sich bereits was getan. Erste Gespräche mit Jugendlichen hätten ergeben, dass der Wunsch nach einem Jugendtreff groß sei. Auf der Investitionenliste steht auch die Entwicklung des Areals der ehemaligen Kindertagesstätte in Werben. Hier habe die Stadt Pegau das Interesse geäußert, das Gelände als Baugrundstücke zu verkaufen.

Iwan fordert in seiner Stellungnahme zur Vereinbarung die Bildung von vier Ortschaftsräten, in dem Papier bilde der jetzige Gemeinderat Kitzen ab 1. Januar lediglich einen Ortschaftsrat. „Wir müssen aber an die Strukturen nach der nächsten Wahl in Pegau denken", betonte der Vorsitzende des Siedlerverbandes. Für Bartsch sind gleich vier Ortschaftsräte ein „überkommenes Relikt", denn die hätten keine Entscheidungskraft. „Mehr Befugnisse haben wir, wenn wir Kitzener Einwohner im Pegauer Stadtrat haben."

Julia Tonne

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