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Borna Siedlung Kesselshain fürchtet um Lärmschutz
Region Borna Siedlung Kesselshain fürchtet um Lärmschutz
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14:04 05.11.2018
Die Siedlung Kesselshain. Quelle: Günther Hunger
Borna

Die Bewohner der Siedlung Kesselshain in Borna fürchten um ihren natürlichen Lärmschutz. Grund dafür ist der steigende Wasserspiegel im Saubach, der nicht ohne Folgen für ein kleines Waldstück an der Bundesstraße 176 bleibt. Die Bäume – Eichen und Erlen – sterben mehr und mehr ab, heißt es in einem Brief von Joachim Steinhäußer, dem Vorsitzenden des Siedlervereins Kesselshain, den 86 Bewohner der Siedlung unterschrieben haben. Darin werden die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) und der Stadtrat aufgefordert, aktiv zu werden.

Problem der Siedlung Kesselshain besteht seit zehn Jahren

Joachim Steinhäußer, Vorsitzender des Siedlervereins Kesselshain, sagt, die Bäume sterben durch den steigenden Wasserspiegel ab. Quelle: Jens Paul Taubert

Das Problem sei nicht neu, so Steinhäußer weiter gegenüber der LVZ, sondern bestehe seit mehr als zehn Jahren. Seither werde das Schilf in dem kleinen Gewässer immer höher, was zur Folge habe, dass der nahe Ablauf des Bachs an der B 176 versperrt werde. Die Folge: Die Bäume im benachbarten Waldstück sterben ab. Dabei haben die Grünflächen eine wichtige Bedeutung für die Bewohner der Siedlung Kesselshain, so Steinhäußer. Neben Lärmschutz sorgen sie auch für Schutz vor Abgasen und Feinstaub.

Wasserspiegel steigt jährlich um zehn Zentimeter

Längst sei die Entwicklung unübersehbar. „In Teilen dieses grünen Waldgürtels sieht es schon so aus wie an der B 95 zwischen Rötha und Großdeuben.“ Dort gibt es bereits seit Jahren rechts und links der Straße Quasi-Seen, die zum Quartier für Enten geworden sind. Steinhäußer weiter: „Seit acht Jahren hat sich der Wasserspiegel immer weiter erhöht“, jährlich um etwa zehn Zentimeter.

Dabei sei den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung das Problem schon lange bekannt. So habe es immer wieder Gespräche mit Stadträten und dem damaligen Bau-Bürgermeister Frank Stengel (parteilos) gegeben. „Leider hat sich bis heute keine Veränderung eingestellt“, heißt es in dem Schreiben an die Stadt weiter.

Niemand habe etwas gegen Naturschutz und Maßnahmen zur Erhaltung von Flora und Fauna. „Aber alles sollte ebenso im Einklang mit den Bedürfnissen unserer Einwohner geschehen.“ Und weiter: „An der A72 werden Millionen Euro für Lärmschutz beim Neubau ausgegeben und auf der anderen Seite wird zugeschaut, wie ein natürlicher Schutz sang- und klanglos verschwindet.“

Rekonstruktion des Saubachs soll fortgesetzt werden

Die Rekonstruktion des Saubachs solle fortgesetzt werden, verlangen die Unterzeichner des Briefs. Dabei solle auch die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltung (LMBV) mit einbezogen werden. Mittlerweile seien in dem kleinen Wald an der B 176 stinkende Wasserlachen entstanden. Diese seien ein Brutherd für Mücken und andere Insekten. Dies mindere die Wohnqualität in der Siedlung Kesselshain und sei auch kein positives Verkaufsargument gegenüber Interessenten an einem Baugrundstück im neuen Wohngebiet, das in den nächsten Jahren in Kesselshain entstehen soll, beklagen die Unterzeichner des Briefes.

Von Nikos Natsidis

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