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Borna Silbermannorgeln: Röthaer Silberklänge gehen in die zweite Runde
Region Borna Silbermannorgeln: Röthaer Silberklänge gehen in die zweite Runde
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11:59 03.02.2017
Röthas Kantor Jihoon Song, hier an der Orgel in der Martin-Luther-Kirche in Markkleeberg. Quelle: André Kempner
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Rötha

Die Silberklänge gehen in die zweite Saison. Diesen Namen hatte Interimskantor Jihoon Song im vorigen Jahr erstmals der Reihe der Orgelkonzerte in den beiden Röthaer Kirchen gegeben. Der Südkoreaner hatte im März die Kantorenstelle in der Stadt der zwei Silbermannorgeln angetreten, als Kantorin Elisabeth Höpfner in den Mutterschaftsurlaub ging. Sein Vertrag geht noch bis Mai 2018.

Nach wie vor ist der 31-Jährige verliebt in die beiden Orgeln und er würde sie lieber noch viel öfter erklingen lassen, als zu den elf Konzerten, die im neuen Programm für die Silberklänge stehen.

Das sei wie mit einem teuren Haus, vergleicht Song: „Wenn das nicht vermietet wird, gibt es kein Geld.“ Was nütze also eine hochwertige Orgel, wenn niemand darauf spiele? Deswegen würde er gern noch viel mehr Konzerte anbieten. In Freiberg, wo es ebenfalls zwei Silbermannorgeln gibt, würden in drei Kirchen monatlich rund 16 Konzerte stattfinden. So viele müssten es in Rötha nicht sein, aber ein oder zwei im Monat, davon ist der Musiker überzeugt, „sind zu wenig“.

Allerdings stößt er in der Kirchgemeinde auf Grenzen und auch Vorbehalte. Mehr Konzerte bedeuteten nämlich, räumt er ein, noch mehr Arbeit für die jetzt schon sehr fleißigen ehrenamtlichen Helfer, die für die Konzerte gebraucht würden.

Einige würden allerdings auch befürchten, wenn mehr Konzerte angeboten würden, kämen weniger Zuhörer. Dem hält Jihoon Song die Bilanz des ersten Silberklänge-Jahres entgegen und sagt: „2016 haben wir mit den Konzerten erstmals schwarze Zahlen geschrieben.“

Immerhin kann er bei der Zusammenstellung der Konzerte den Vorteil von Röthas Lage in der Nähe von Leipzig nutzen. In der Stadt gibt es wegen der Musikhochschule viele gute Musiker, was eine gute Qualität der Konzerte garantiert. Zudem bekomme man die Musiker preiswert, „denn die wollen gern unsere Orgeln spielen.“ Das zeigen schon die vielen Anfragen und Bewerbungen. So viele, dass Jihoon Song schon von vornherein nur die in die Auswahl nimmt, die gleich beim ersten Mal Video- oder Tonaufzeichnungen vorlegen.

Bei der Zusammenstellung des Konzertprogramms hat Song in diesem Jahr darauf gesetzt, häufiger zwei Musiker als nur einen zu engagieren. Das, so sagt er, lasse ein vielseitigeres Programm zu. Nach dem Motto: Eins und eins sind drei: Der eine spielt allein, der andere spielt oder singt allein, beide spielen gemeinsam. Überhaupt sei Abwechslung für ihn wichtig. „Die Leute wollen nicht eine Stunde lang nur eine Musikrichtung hören“, ist er überzeugt. Deswegen müsse ein Musiker für ihn auch vielseitig sein, so wie ein guter Schauspieler, der komplett unterschiedliche Rollen spielen kann.

Einer, der das beherrscht, ist für Jihoon Song Thomas Lennartz, Professor für Orgel in Leipzig. Er wird am 9. Dezember das vorläufig letzte Konzert der diesjährigen Silberklänge in Rötha bestreiten und der Orgel in der Georgenkirche mit seinen Improvisationen „fröhliche, heitere und verrückte“ Klänge entlocken, freut sich der Kantor. Davor allerdings gibt es, beginnend am 9. April, schon zehn andere interessante Konzerte in der Georgen- und in der Marienkirche zu erleben.

Song selbst wird am Muttertag, am 14. Mai zu hören sein. In Begleitung zweier Violinen werde er da natürlich auch „bekannte Lieder für Mütter“ spielen.

Silberklänge 2017: Das Programm

Sonntag, 9. 4., 16 Uhr, Georgenkirche:

A-cappella und Orgelmusik zum Palmsonntag, Merle Hillmer, Lea Vosgerau, Tobias Schneider, Sebastian Seibert, Thomas Stadler, Benedikt Kantert

Sonntag, 30. 4., 16 Uhr, Marien- und Georgenkirche: Josipa Leko, Orgel (Kroatien), Lia Naviliat Cuncic, Gesang (Frankreich)

Sonntag, 14. 5., 16 Uhr, Georgenkirche: Jihoon Song, Orgel (Kantor in Rötha), Sangmin Park, Violine (Leipzig), Yusun Kim, Violine (Leipzig)

Sonntag, 4. 6, 16 Uhr, Marien- und Georgenkirche: Pavel Svoboda (Tschechien)

Sonntag, 2. 7., 16 Uhr, Marien- und Georgenkirche: Albrecht Koch (Domkantor in Freiberg)

Freitag, 11. 8., 19:30 Uhr, Georgenkirche: Rudolf Lutz (Schweiz), Konzert im Rahmen der VI. Europäischen Orgelakademie Leipzig

Sonntag, 3. 9., 16 Uhr, Marien- und Georgenkirche: Hrvoje Trinki (Kroatien)

Sonntag, 1. 10., 16 Uhr, Marien- und Georgenkirche: Philipp Göbel, Orgel (Kantor in Altenburg), Yeeun Lee, Gesang (Leipzig)

Dienstag, 31. 10., 17 Uhr, Georgenkirche: Sebastian Heindl, Orgel (Leipzig), Philipp Rauch, Trompete (Leipzig)

Sonntag, 12. 11., 16 Uhr, Georgenkirche: Richard Gowers (England)

Sonnabend, 9. 12., 14 Uhr, Georgenkirche: Thomas Lennartz (Leipzig), Konzert zum

Auftakt des Adventsmarkts in Rötha

Von André Neumann

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