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Borna Anzeige gegen Unbekannt: Polizei sucht Bornaer Randalierer
Region Borna Anzeige gegen Unbekannt: Polizei sucht Bornaer Randalierer
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07:06 05.01.2019
Ein Video zeigt die Krawalle in der Silvesternacht auf dem Markt in Borna. Der Marktplatz wurde dabei stark verwüstet. Nun sucht die Polizei nach den Tätern. Quelle: privat
Borna

Nach den Krawallen in der Silvesternacht hat die Polizeidirektion Leipzig ihre Ermittlungen aufgenommen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, war zur Zeit der Vorfälle nur ein Beamter des Polizeireviers Borna verfügbar. Das bestätigte Uwe Voigt von der Leipziger Direktion auf LVZ-Anfrage.

Unterdessen widersprechen Parteikollegen von Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), die sich für eine Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen ausgesprochen hatte. Die Stadtverwaltung Borna hat inzwischen Anzeige gegen Unbekannt gestellt, wie Stadtsprecher Hans-Robert Scheibe erklärte.

Luedtke bekommt Gegenwind aus der eigenen Partei

Zur Forderung Luedtkes nach mehr Überwachung im öffentlichen Raum gab es am Freitag Kritik aus der eigenen Partei. Nicht nur die Leipziger Landtagsabgeordnete Juliane Nagel gehört zu den Gegnern einer Videoüberwachung. Auch Enrico Stange, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Landtag, ist beim Thema Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen grundsätzlich skeptisch. „Für mich stellt sich die Frage, wie Kommunen finanziell und personell die Videoüberwachung durchführen wollen. Das Material muss gesichtet werden, die Polizeibeamten müssen die Videos auswerten und die Taten strafrechtlich verfolgen. Es ist ein riesiger personeller und technischer Aufwand“, sagte Stange.

Nach dem Gesetzesentwurf für das neue sächsische Polizeigesetz müssten die Aufnahmen außerdem nach 96 Stunden gelöscht werden: „Innerhalb von vier Arbeitstagen müsste das ganze Prozedere abgeschlossen sein“, sagt er.

Nicht genügend Streifenwagen in Borna

Zum Tatzeitpunkt seien nicht genügend Streifenwagen vor Ort gewesen. Deswegen, so Polizeisprecher Uwe Voigt, konnte lediglich ein Polizist zum Marktplatz fahren. Von dem Video, das die mutmaßlichen Täter in der Silvesternacht zeigt, bekam die Polizei erst mit der Veröffentlichung bei LVZ.de Kenntnis, so Voigt. Da den Beamten das originale Video nicht vorliege, könne es noch nicht ausgewertet werden – es gäbe aber einen weiteren Ermittlungsansatz. Zu den Details sagte der Sprecher nichts.

Rückendeckung für Simone Luedtke gab es aus der CDU. Der Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch teilt die Meinung aus dem Bornaer Rathaus: „Wenn eine Videoüberwachung nötig ist, um Sicherheit herzustellen, befürworte ich diesen Vorstoß“, sagte von Breitenbuch und ergänzte, dass die Videoüberwachung keine solide Polizeiarbeit ersetze, sie aber unterstütze.

So sah der Bornaer Markt nach der Silvesternacht 2018/19 aus. Quelle: Kathrin Haase

Thomas Dudzak (Linke): „Ohnmächtiger Hilferuf der Kommune“

Thomas Dudzak, Landesgeschäftsführer der Linken, kritisiert den Überwachungs-Vorstoß scharf: „Die Ankündigung von Videoüberwachung verstehe ich als ohnmächtigen Hilferuf der Kommune.“ Es könne nicht sein, dass Städte und Gemeinden die fehlende polizeiliche Präsenz ausgleichen müssen, so Dudzak. „Kameras verändern nichts an den Ursachen, sie können nur die Symptome beobachten.“

Dudzak geht stattdessen die sächsische Regierung an: „Wenn die Polizei es an einem solchen Abend lediglich schafft, einen Beamten auf den Markt zu beordern, offenbart sich hier die ganze Blamage des politischen Versagens der Staatsregierung in den letzten Jahren“, äußerte Dudzak.

Für Enrico Stange ein wesentlicher Punkt: „Hier wurden die Prioritäten falsch gesetzt. Es kann nicht sein, dass in der Silvesternacht nur ein Beamter verfügbar ist.“

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Mehrheit bei Umfrage für Videoüberwachung

In einer Online-Umfrage stimmten Leser bis Freitagabend so ab: 73 Prozent sprachen sich für die technische Überwachung von öffentlichen Plätzen aus, 24 Prozent dagegen. 3 Prozent der Befragten ist es egal. In der Telefon-Umfrage der LVZ fiel das Ergebnis noch deutlicher aus: 85,4 Prozent stimmten für die Videoüberwachung, 14,6 Prozent der Anrufer waren dagegen.

Von Maria Sandig

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