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Borna Skaten und Breakdance im Knast: „Gorilla“ bringt Freestylesport nach Regis
Region Borna Skaten und Breakdance im Knast: „Gorilla“ bringt Freestylesport nach Regis
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00:18 15.05.2017
Skaten im Knast: Ende Mai kommt das Gesundheitsförderungsprogramm „Gorilla“ für einen Tag nach Regis-Breitingen. Quelle: Gorilla
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Regis-Breitingen

Joggen zwischen den Zellenwänden, Klimmzüge am Fenstergitter? Freizeitsport kann auch im Jugendgefängnis anders aussehen. Das will in Regis-Breitingen jetzt „Gorilla“ unter Beweis stellen. Mit einem Workshop Freestylesport am 29. Mai in der dortigen Jugendstrafanstalt (JSA).

Hinter „Gorilla“ verbirgt sich ein in Deutschland, Österreich, Lichtenstein und der Schweiz beheimatetes Gesundheitsförderungsprogramm für junge Menschen zwischen 9 und 25 Jahren. Damit sollen Spaß an der Bewegung und ein positives Lebensgefühl angeregt werden.

„Gorilla“ will ein Bewusstsein für mehr Bewegung durch Freestylesport, ausgewogene Ernährung und nachhaltigen Konsum vermitteln. Gegründet wurde die Bewegung 2010 in der Schweiz. Gegen die Anziehungskraft von Smartphone, Computer und Sofa stellt Gorilla die Faszination von Skaten, Breakdance, Soccer und anderen trendigen Freestylesportarten. Und das mitten auf dem Schulhof, wo die Kinder sowieso schon sind.

Jetzt wird es erstmals ein Gefängnishof sein. Die Gorilla Deutschland GmbH hatte im vorigen Jahr ein Gewinnspiel ausgeschrieben, bei dem Schulen einen Tagesworkshop im Wert von rund 10 000 Euro gewinnen konnten. Daran beteiligten sich auch die Schüler des Jugendgefängnisses in Regis-Breitingen. Gefragt waren kreative Ideen zum Thema Ernährung und Sport. Die Häftlinge fertigten in der Ästhetischen Erziehung und Bildung ein kleines Grafikheftchen an. Mit witzigen Fotos und Grafiken stellten sie darin die Unterschiede zwischen Sport und Ernährung in und außerhalb der Haft dar.

Das kam bei den Leuten von „Gorilla“ gut an und sie wagen das Experiment: Skaten und tanzen im Knast. „Für uns ist das eine völlig neue Erfahrung, auf die auch wir uns sehr freuen. Es ist fantastisch, dass wir den Jugendlichen so einen ganz neuen Anstoß geben können, ihr Leben positiv zu gestalten“, sagt Tobias Kupfer, Skateboard-Worldcup-Sieger und Gründer von Gorilla Deutschland.

„Die Jugendlichen“, verspricht er, „werden auch ganz neue Sportarten kennen lernen und erfahren, warum gerade Freestylesport eine gute Möglichkeit bietet, sich zu bewegen und einen Ausgleich zu schaffen.“ Denn der verbinde körperliche Aktivität und persönliche Erfolgserlebnisse. Vor allem, wenn Freestylesportprofis als Trainer mitkommen. Über den Sport sollen die Jugendlichen auch an gesundes Kochen und nachhaltiges Denken herangeführt werden.

„Die Inhaftierten sind biografisch bisher eher weniger mit positiven Erinnerungen und Erfolgen konfrontiert worden“, sagt Bianca Gröger, Mitarbeiterin der JSA und Initiatorin der Bewerbung bei „Gorilla“. Nun könne das ausgerechnet im Jugendstrafvollzug, in Haft nachgeholt werden.

Der Tagesworkshop Ende Mai soll den Inhaftierten Gelegenheit bieten, aus alten Strukturen auszubrechen, sich neu zu orientieren und auch nach der Haft von der Freestylesportszene aufgefangen werden zu können, heißt es vorab bei „Gorilla“. Bianca Gröger sieht darin „eine besondere Chance und einen wirklich unfassbarer Gewinn“ für die Jugendlichen.

Von André Neumann

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