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Borna So arbeiten Bornas Stadträte - eine Bilanz
Region Borna So arbeiten Bornas Stadträte - eine Bilanz
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16:28 20.05.2014
Ist seit 2009 zu 48 regulären und elf Sondersitzungen zusammengekommen: der Stadtrat, der morgen zum letzten Mal vor der Wahl tagt. Quelle: Archiv
BORNA

Zeit für eine Bilanz der Arbeit der einzelnen Stadträte, soweit sie in den öffentlichen Sitzungen sichtbar ist - aus der Perspektive des langjährigen Beobachters.

Fraktion Die Linke:

Frank Feldmann: Seit einem Vierteljahrhundert dabei und deshalb, auch wenn er es nicht gern hört, ein Urgestein, der auch heute noch nicht die Auseinandersetzung scheut und für seine Oberbürgermeisterin durchs Feuer gehen würde. Für die Seinen unverzichtbar.

Ines Graichen: Überraschend Spitzenkandidatin geworden, die sich beim LVZ-Wahlforum überraschend gut geschlagen hat. Im Stadtrat eher still und bisher nur durch die Verlesung von Texten aufgefallen. Als Vorsitzende des Finanzausschusses eine Fachfrau.

Günter Kolbusa: Der Solitär bei den Linken, der in jedem Fall seinen eigenen Weg geht, weil er seinen eigenen Kopf hat. Lieblingsthema Wasser/Abwasser, ein Gebiet, auf dem er zweifellos zum Experten geworden ist. Wie Frank Feldmann schon eine Ewigkeit im Stadtrat.

Peter Finke: Erst seit 2009 im Stadtrat, aber, qua Bildung (studierter Physiker) mit einer natürlichen Kompetenz auch für komplizierte Sachverhalte (was nicht allen Stadträten gegeben ist). Versucht Oberbürgermeisterin Simone Luedtke auf seine Weise beizuspringen, indem er "positiv" argumentiert. Lag einmal mit einer Bemerkung ins Publikum völlig daneben.

Rico Strobel: Nachrücker für Daniel Knorr und mit nicht einer Äußerung auffällig geworden.

Renè Nöske: seit 2009 im Stadtrat, wo er sich augenscheinlich lange gewundert hat, wie es dort zugeht, eher zurückhaltend

Lutz Lettau: tendenziell wie sein Sitznachbar Nöske, in Diskussionen um Argumente bemüht, die bei der Gegenseite aber eher selten verfangen

Gunther Sachse: hat als Fraktionsvorsitzender das Erbe von Frank Feldmann übernommen und versucht seither, den Laden zusammenzuhalten. Eine grundehrliche Haut. Leidet erkennbar unter den Attacken der Gegenseite.

CDU-Fraktion:

Roland Wübbeke: versteht sich als Oppositionsführer, und das ist er auch. Rhetorisch beschlagen (Rechtsanwalt) und kompetent (Rechtsanwalt) gehört er zu denen, denen die Arbeit im Stadtrat auch Spaß zu machen scheint. Für das andere politische Spektrum ein unangenehmer Gegner.

Sylvio Weise: in Sachen Kompetenz und Rhetorik siehe Wübbeke, wobei der Mann, der erst seit fünf Jahren Stadtrat ist, auch noch Humor hat. Längst mehr als ein Talent.

Ralf Reiche: ein großer Schweiger, der aber schon seit der ersten freien Stadtratswahl (damals noch Stadtverordnetenversammlung) dabei ist, tritt nicht mehr an.

Fritz Schreiber: auch eher still, gilt aber als Strippenzieher, der auch beste Beziehungen zur Rathausspitze pflegt (bei der CDU eher ein Alleinstellungsmerkmal).

Ingrid Tietze: vielleicht liegt es daran, dass sie eine erfahrene Pädagogin ist, aber wenn sie, meist eindringlich, redet, hören die anderen hin. Hat eben was zu sagen.

Cora Lesch: eine Frau, die viele Frage stellt und bei der oft auch Herzblut mit im Spiel ist. Das spricht für innere Anteilnahme.

SPD-Fraktion:

Dietmar Stein: Sein Ausscheiden reißt eine große Lücke und löst allgemeines Bedauern aus. Konnte druckreif formulieren. Vor allem aber ein Brückenbauer, der dem Stadtrat nach 20 Jahren fehlen wird.

Oliver Urban: Steins Nachfolger als Fraktionschef und auch der einzige, der dafür in Frage kam. Hochkompetent und mit schneller Auffassungsgabe (Rechtsanwalt), was etwas langsamere Zeitgenossen bisweilen überfordern kann (wofür OU aber nichts kann).

Manuela Krause: wenn sie etwas sagt(e), dann hatte es seinen Grund. Hand und Fuß sowieso. Wie bei Stein wird ihr Ausscheiden allgemein bedauert, weil sie eine Lücke hinterlässt.

Klaus Sachse: ein Mann mit Überzeugungen (Freibad), bei denen er im Zweifelsfall weder Freund noch Feind kennt. Kommt auch mal knurrig daher. Lässt keine Zweifel, wofür er steht - und das schon seit 1990.

Andreas Schitke: zieht sich nach einer Legislaturperiode aus dem Stadtrat wieder zurück, wo er viel Fragen gestellt hat. Der bekannte Gymnasiallehrer scheint festgestellt zu haben, dass es definitiv schöner ist, Diktate zu kontrollieren, als gegen Ende einer dritten Sitzungsstunde noch Abwägungen über die Einwände von Tägern öffentlicher Belange vorzunehmen.

FDP-Faktion:

Joachim Steinhäußer: muss am Anfang verwundert gewesen sein, wie heftig und deftig es im Stadtrat zugehen kann (womit nicht die Auseinandersetzungen mit dem einstigen politischen Weggefährten Sebastian Stieler gemeint ist). Es gelang ihm zusehends besser, der Fraktion ein Gesicht zu geben. Fühlt sich besonders den Bewohnern von Kesselshain (Siedlung und Ort) verpflichtet.

Gerhard Artelt: wirkt fast immer freundlich und amüsiert, diskutiert in der Regel dafür, wenn es etwas aus dem Rathaus kommt und hat besonders die Belange von Wyhra im Blick.

Antje Ritter: ähnlich positiv wie Artelt, kann sich sehr engagieren, wenn sie von einer Sache überzeugt ist (Resozialisierungsprojekt von Prisma) und zehrt von ihrem Ruf als Ärztin

Manfred Kügler: ein Sonderfall schon deshalb, weil es niemanden im Stadtrat gibt, der - im Zweifelsfall - ausschließlich nach seinen Überzeugungen/Erkenntnissen handelt. Unbestechlich und mit Fragen, wenn ihm etwas unklar ist. Hat deshalb trotz Fraktionsmitgliedschaft nach allgemeiner Wahrnehmung eine Sonderstellung.

Freie Wähler Borna (kein Fraktionsstatus):

Brigitta Ast: Hat als Ruheständlerin mehr Zeit als früher, die sie zu ihrer persönlichen Vorbereitung auf die Stadtratssitzungen nutzt. Ergebnis: eine Vielzahl von Nachfragen (immer wieder), bohrend und insistierend, was die Gefragten in der Regel als nervend empfinden.

Sebastian Stieler: sicher so etwas wie ein kleiner Star im Stadtrat, über Zweifel an seiner Sachkunde schon deshalb erhaben, weil der jüngste Stadtrat immer bestens vorbereitet ist. Rhetorisches Talent (kein Wunder nach seinem Studium)

NPD (keine Fraktion)

Toni Keil: hat ein einziges Mal etwas verlesen, war immer da - bis er die Berechtigung dazu veror, weil er im Jugendknast Regis eine Haftstrafe antreten musste.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Nikos Natsidis

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